Fahrbahneinengung in Zollgrün weg, Verkehrsbelastung bleibt

Zollgrün.  Die zwecks Verkehrsberuhigung im Januar testweise aufgestellten Baken an den Ortseingängen von Zollgrün sind abgebaut worden. Es gab zwei Gründe.

Ein Anwohner läuft an einem Protestschild vorbei. Die Baken zur Einengung der beiden Ortseingänge in Zollgrün wurden wieder entfernt.

Ein Anwohner läuft an einem Protestschild vorbei. Die Baken zur Einengung der beiden Ortseingänge in Zollgrün wurden wieder entfernt.

Foto: Archiv/Peter Cissek

Mit Baken auf einer Fahrbahnseite an beiden Ortseingängen von Zollgrün ist seit Jahresbeginn der Durchgangsverkehr auf der parallel zur A9 führenden Landesstraße ausgebremst worden. Doch nun wurde der Test eher als geplant abgebrochen, weil einige Anwohner zusätzliche Gefahren durch die Verkehrseinschränkung sahen.

Manche mogeln sich an Einengung von Zollgrün trotz Gegenverkehr durch

„Es gibt einige Schlingel, die sich trotz Gegenverkehr an der Einengung durchmogeln, vor allem die, die aus Richtung Gewerbegebiet Kapelle bergab gefahren kommen. Um Zusammenstöße zu vermeiden, musste der Gegenverkehr stark abbremsen“, erklärte Ortsteilbürgermeister Frank Berka (CDU). Außerdem habe das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr angefragt, ob die Baken nicht eher abgebaut werden können, damit es für den Winterdienst weniger Probleme gibt. „Wir haben das im Ortteilsrat beraten und dem Wunsch zugestimmt“, sagte Frank Berka.

Er bittet darum, dass die in der Verkehrsanalyse von Juni 2018 vorgeschlagenen geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen wie je eine Verkehrsinseln an den Ortseingängen und im Ort sowie Übergänge an den Bushaltestellen vom Landesamt umgesetzt werden. Außerdem sollte die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h für Lkw im Ort erhalten bleiben und ein Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen erwirkt werden. „Sollte das Verbot kommen, gäbe es 40 Prozent weniger Lkw im Ort“, erklärte Frank Berka.

Ohne Baken Fahrzeuge schneller unterwegs

Der Nachteil sei, dass viele Fahrzeuge wieder schneller unterwegs seien. „Mit Baken an den Ortseingängen fuhren 36 Prozent der gemessenen Fahrzeuge über 50 km/h, ohne Baken sind es 53 Prozent. Der Spitzenwert ohne Baken innerorts ist 120 km/h“, sagte Ortsteilratsmitglied Arnfried Völlm (CDU). Gerade in der Zeit zwischen 19 und 21 Uhr würden viele Lkw „durchdonnern“. Für die Anwohner mache es schon einen Unterschied aus, ob Lkw 30 Stundenkilometer fahren oder schneller, sagte Arnfried Völlm.

Vor Presse, Funk und Fernsehen wurde am 20. Januar die Fahrbahneinengung an den Ortseingängen offiziell in Betrieb genommen. Die verkehrsrechtliche Anordnung wurde bis zum 31. Dezember 2020 verlängert, dann aber mit Zustimmung des Ortsteilrates Zollgrün mit Anordnung vom 22. September zurückgenommen, teilte Jens Heynisch, Fachbereichsleiter Zentrale Aufgaben, Bau, Bildung in der Kreisverwaltung, mit. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren Anliegerbeschwerden zum Anfahren und Abbremsen der Fahrzeuge sowie erwartete Probleme bei der Durchführung des Winterdienstes und die Zustimmung des Ortsteilrates. Die Baken wurden auf Anordnung des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr entfernt. Das durchschnittliche Verkehrsaufkommen betrage täglich 3129 Kraftfahrzeuge, darunter 475 Lkw innerhalb von 24 Stunden, so Heynisch.

Die Landesstraße wird von zahlreichen in- und ausländischen Lkw-Fahrern genutzt, weil sie auf dieser Strecke anders als auf der parallel führenden Autobahn 9 keine Maut bezahlen müssen. Anwohner fordern auch in anderen Orten wie Gefell, dass der Schwerlastverkehr die Autobahn nutzen sollte.