Neue Coronaverordnung: Für Schleizer Innenstadthändler wird es nicht einfacher

Schleiz.  Nun wird auch die Weihnachtsmeile abgesagt und die Kundenzahl beschränkt: Wie der Handels- und Gewerbeverein Schleiz und das Weka-Kaufhaus in die Vorweihnachtszeit gehen.

Ein Foto aus Vor-Coronazeiten: Nicht nur der Weihnachtsmarkt wurde abgesagt, sondern nun auch die für den 12. Dezember geplante Schleizer Nacht der Geschenke inklusive Weihnachtsmeile.

Ein Foto aus Vor-Coronazeiten: Nicht nur der Weihnachtsmarkt wurde abgesagt, sondern nun auch die für den 12. Dezember geplante Schleizer Nacht der Geschenke inklusive Weihnachtsmeile.

Foto: Peter Cissek

Das Weihnachtsgeschäft für den Schleizer Innenstadthandel wird in den nächsten Wochen schwieriger denn je. Aufgrund der neuen Coronasonderverordnung wird die Gesamtzahl der Kunden, die gleichzeitig in Geschäften sein dürfen, noch stärker begrenzt. Zudem hat der Handels- und Gewerbeverein Schleiz nach dem Weihnachtsmarkt nun auch die für den 12. Dezember geplante Nacht der Geschenke inklusive Weihnachtsmeile abgesagt. Doch nun werde nach neuen machbaren Aktionen gesucht, um Kunden in die Innenstadt zu locken. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Wie der abgesagte Weihnachtsmarkt sollte auch die Nacht der Geschenke sowie ein verkaufsoffener Sonntag zusätzliche Kunden in die Schleizer Innenstadt und somit in die Geschäfte locken. Doch in Coronazeiten solle vermieden werden, dass Menschen dicht gedrängt einen Glühwein trinken und sich vielleicht noch umarmen. „Nach unseren Absagen stellen wir derzeit Alternativen zusammen“, sagte Gabriela Seidel, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins (HGV).

Ab Freitag Schleizer Winterhütte auf Neumarkt

Vereinsmitglied Manuel Metzner will ab kommenden Freitag eine 15 Quadratmeter große „Schleizer Winterhütte“ auf dem Neumarkt aufstellen und bis 23. Dezember öffnen. In dieser werde es dienstags, freitags und samstags zu den Öffnungszeiten der Geschäfte und sonntagnachmittags beispielsweise schokolierte Früchte, gebrannte Mandeln, regelmäßig Gebratenes und Suppen geben. Außerdem sollen dort Präsentkörbe mit Schleizer Produkten verkauft werden.

Die Stadt Schleiz werde einen Turmbläser auf dem Balkon des Rathauses spielen lassen, um etwas weihnachtliche Stimmung in die Straßen der Innenstadt zu bringen. Details würden noch geklärt, sagte der städtische Wirtschaftsamtsleiter Mirko Ellrich.

Die HGV-Frauengruppe, die sonst die Schleizer Modenacht organisiert, will vor allem Geschäftsinhaber zur Aktion „Bringe Deine Stadt zum Leuchten“ animieren, um sich am Wettbewerb „Thüringen leuchtet“ von Landeswelle Thüringen und Thüringer Energie AG beteiligen zu können. „Außerdem planen wir ein Gewinnspiel, bei dem wir die Kunden von Geschäft zu Geschäft schicken und Preise wie den Schleizer Gutschein ausloben“, sagte Gabriela Seidel.

Weka-Kaufhaus kann mit Beschränkungen leben

Von diesem Dienstag bis zunächst 20. Dezember gelten in Thüringen neue Beschränkungen für den Handel. In Geschäften mit bis zu 800 Quadratmeter darf sich höchstens ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. In Einrichtungen mit mehr als 800 Quadratmeter dürfen sich 80 Kunden gleichzeitig aufhalten, plus einen Kunden pro 20 Quadratmeter auf der Verkaufsfläche ab 801 Quadratmeter. In Einkaufszentren gilt dies für die jeweilige Gesamtverkaufsfläche.

„Wir können mit dieser neuen Regelung leben. Bei einer Verkaufsfläche von 3000 Quadratmetern dürfen wir 190 Kunden gleichzeitig ins Haus lassen“, sagte Karina Raithel, Geschäftsleiterin des Weka-Kaufhauses in Schleiz. Weil es dieses Jahr keinen Weihnachtsmarkt gab, der sonst traditionell am Wochenende des ersten Advents stattfindet, seien am vergangenen Samstag trotz verlängerter Öffnungszeiten deutlich weniger Kunden als sonst einkaufen gekommen. „Wir haben nun unter der Woche mehr Kunden. Ich habe den Eindruck, dass viele Kunden am weihnachtsmarktlosen Samstag lieber daheim bleiben und beispielsweise mit ihrer Familie Plätzchen backen“, sagte Karina Raithel. Sie werde mit dem HGV-Vorstand besprechen, ob die langen Samstage beibehalten werden. Am kommenden Sonnabend werde erstmal nur bis 14 Uhr geöffnet.

Da viele Kunden des Kaufhauses älter seien, habe es trotz Black Friday keine große Abwanderung zum Onlinehandel gegeben. „Wir hatten selbst Black-Week-Angebote wie Waschmaschinen und Elektronikartikel im Sortiment und waren mit dem Kundenzustrom zufrieden“, sagte Raithel. In diesem Jahr habe es aber eine enorme Verschiebung bei der Nachfrage nach den angebotenen Waren gegeben. Bekleidung und Koffer ließen sich viel schlechter verkaufen, weil es kaum festliche Anlässe und Reisen gab, und viele Leute für die Arbeit im Homeoffice keine neuen Sachen benötigten. Dafür sei die Nachfrage nach Haushaltswaren, Elektronikartikel, Heimtextilien, Interieur und Pflanzen enorm gestiegen, weil es sich viele Kunden daheim schön einrichten wollten. „Wir sind sehr zufrieden und konnten umsatzmäßig den Verlust aus dem Modebereich beinahe ausgleichen“, sagte Karina Raithel.

Abgesehen vom Shutdown von Mitte März bis Anfang Mai und der anschließenden Teilöffnung auf 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sei Weka in Schleiz gut durch das Jahr gekommen. Bislang musste keiner der 24 Mitarbeiter in Quarantäne. Um Coronafälle im Personal zu verhindern, werde auf die Hygienevorschriften geachtet und immer dasselbe Personal in Schichten eingeteilt, so Raithel.