Gäste begeistert vom Sommertheater in Bad Lobenstein

Bad Lobenstein  Zum sechsten Mal verwandelte sich der Kurpark für einen Abend zur Bühne für professionelle Schauspieler

Kein Platz blieb am Sonntagabend im Kurpark von Bad Lobenstein beim diesjährigen Sommertheater frei. Gebannt warteten die Zuschauer auf den Vorstellungsbeginn.

Kein Platz blieb am Sonntagabend im Kurpark von Bad Lobenstein beim diesjährigen Sommertheater frei. Gebannt warteten die Zuschauer auf den Vorstellungsbeginn.

Foto: Roland Barwinsky

Nachdem am Sonntag kurz vor 21.30 Uhr im Kurpark der Stadt symbolisch der allerletzte Vorhang fiel, stand für die Zuschauer das Fazit bereits unverrückbar fest. Ohne das Sommertheater würde der hiesigen Kulturlandschaft etwas Wichtiges fehlen.

Die sechste Auflage des Freiluft-Theaterspektakels bescherte den Gastgebern weit mehr als nur ausverkaufte Ränge plus rundum fröhliche Begleitumstände. Cyrano de Bergerac, die romantische Komödie von Edmond Rostand von 1897, sorgte durchweg für köstliche Unterhaltung und glänzte zugleich mit einem auch heutzutage noch recht unterhaltsamen Inhalt. Die Schauspieler vom Theater Rudolstadt überzeugten durch allerhand witzige Dialoge, auffallend pfiffigen Wortwitz sowie brillanten Bühnenzauber. Besonders eloquent sowie rundum gut aufgestellt präsentierte sich der Hauptheld. In diese Rolle schlüpfte mit einer überdimensionierten Nase Markus Seidensticker. Die gesamte Aufführung mutierte außerdem zu einem optischen Reizobjekt im positiven Sinn. Sichtbare kräftige Farbenfülle rund um die Bühne zeigte plastisch den prall gefüllten Lebenshunger der an diesem Spektakel Beteiligten. Alle von den Schauspielern mitgebrachten Kostüme erwiesen sich als geeignete Katalysatoren in puncto Innovation plus mondäner Ausstrahlung.

Klar, so eine kräftige Ladung Daseinsfreude kam beim Publikum bestens an. Die in Bad Lobenstein wohnende Ulrike Weißker besuchte bereits im vergangenen Jahr das Sommertheater und freute sich vor dem Start riesig, dass sie von ihrer Tochter eine Karte für das kulturelle Ereignis geschenkt bekommen hatte. „Hier ist bestimmt richtige Stimmung. Hier ist einfach was los“, frohlockte die galante Dame vorab. Auch Jutta Herrmann sowie ­Jürgen Spindler aus Oberlemnitz fanden den Besuch dieser Veranstaltung für sich selbst lohnenswert. Sie hatten samt ihren Begleitern schon auf dem Weg zum Aufführungsort gute Laune und würden es enorm bedauern, wenn es das Sommertheater in Bad Lobenstein nicht mehr gäbe. Das gesamte Areal mit dem Neuen Schloss und den schattigen Bäumen sei als Kulisse einfach ideal, hieß es.

Vereinsmitglieder versorgen Zuschauer

Als „Wiederholungstäter“ bekannten sich ohne Wenn und Aber Kerstin und Stefan Goers aus Heinersdorf. Für beide war es bereits das dritte Sommertheater, bei dem sie als Gäste dabeisein wollten. Zusammen mit Gerda Goers betrachtete das Trio diesen Termin zugleich als einen die persönlichen Sinne vollumfänglich anregenden Familienausflug. Gabriele Haase aus dem nahen Schönbrunn hatte ebenfalls eine sehr hohe Erwartungshaltung mitgebracht. Gemeinsam mit ihrer Mutter sei sie schon mehrmals beim Theater im Park gewesen und hoffte aufgrund abermals auf vorzügliche Unterhaltung. „Damit auch ja nichts dazwischenkommt hatten wir schon vor Wochen unsere Karten bestellt“, sagten die Schönbrunner und fügten hinzu, dass in Bad Lobenstein das Kulturangebot insgesamt sehr gut wäre. Regelmäßig würden sie zum Beispiel die weithin bekannte Schlosskonzert-Reihe besuchen. Von hoher Qualität wäre nach ihrer Einschätzung zugleich das alljährliche Weihnachtskonzert zu Beginn der Adventszeit im Kulturhaus.

Zu viert kamen Niels Otto aus Bad Lobenstein, Henning und Johanna Steinbock aus Wurzbach sowie Franziska Müller aus Bad Lobenstein zum Sommertheater, das wie schon in den Jahren zuvor bei bestem Wetter stattfinden konnte. Übereinstimmend meinte dieses Quartett ohne Dissonanzen im Chor: „Unsere Region lebt durch so ein Angebot einfach nur auf. Schön ist zugleich, dass wir für eine Theatervorstellung nicht erst weiter weg fahren müssen“. Und Erika Ziegler aus Bad Lobenstein stellte fest: „Wir brauchen einfach Kultur.“

Für den kurstädtischen Bürgermeister Thomas Weigelt (parteilos), der einst die Idee des Sommertheaters geboren und gegen manche Widerstände umgesetzt hatte, bedeutete der Anblick der voll besetzten Zuschauerränge eine ultimative Steilvorlage. Er freute sich über die ihn regelrecht elektrisierende Resonanz und dankte vorab Sponsoren wie der Kreissparkasse, der Thüringer Energie und der ZPR Blankenstein, ohne deren Unterstützung eine kleine Stadt wie Bad Lobenstein kaum eine derart anspruchsvolle Veranstaltung bieten könnte.

Welch logistischer Kraftakt hinter dieser einen Aufführung steckt, ahnen die wenigsten. Bereits Ende Mai begann der Vorverkauf der Theatertickets in der örtlichen Stadtinformation. Zu Beginn der vergangenen Woche begannen die Aufbauarbeiten für die Zuschauertraversen und die Bühne im Park. Am Tag der Vorstellung übernahmen Mitarbeiter des Kulturamtes und des Rathauses an mehreren Stellen den Einlassdienst.

Die Versorgung der Gäste übernahmen diesmal Mitglieder vom Wintersportverein Bad Lobenstein. Die Akteure des Wintersports waren mit 15 Leuten vor Ort. Alle Einnahmen aus der Versorgung werden für die erfolgreiche Vereinsarbeit eingesetzt.

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