Gesundheitsamt in Schleiz setzt Priorität in die Kontaktverfolgung

Schleiz.  Dem Gesundheitsamt des Saale-Orla-Kreises gehen offenbar die personellen Kapazitäten aus.

Torsten Bossert ist Amtsarzt im Saale-Orla-Kreis.

Torsten Bossert ist Amtsarzt im Saale-Orla-Kreis.

Foto: Conni Winkler / OTZ

Die Corona-Situation im Saale-Orla-Kreis bleibt weiterhin angespannt. Das teilt die Pressestelle des Landratsamtes im Saale-Orla-Kreises mit. Dem Gesundheitsamt wurden demnach innerhalb der vergangenen 24 Stunden 19 Neuinfektionen gemeldet. Angesichts der Dimensionen der vorangegangenen Tage bliebe diese Zahl zwar verhältnismäßig im Rahmen, von einer Beruhigung der Lage könne aber keine Rede sein. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenfreien Corona-Liveblog

„Wir erleben die gleichen Probleme, wie im Frühjahr, nur in einem viel schlimmeren Ausmaß. Besonders bedenklich ist, dass das Corona-Virus inzwischen auch in vielen Gemeinschaftseinrichtungen eingeschlagen ist“, so Amtsarzt Torsten Bossert. Nicht nur in Schulen und Kitas, wo für einzelne Klassen oder Gruppen Quarantäne angeordnet wurde, sorge das verschärfte Infektionsgeschehen für Schwierigkeiten. Auch in mehreren Einrichtungen für behinderte und pflegebedürftige Menschen im Landkreis werde die Situation – nicht zuletzt aufgrund von Mitarbeitermangel in Folge von Positivbefunden und Quarantänemaßnahmen – zunehmend kritisch. Darüber hinaus bittet der Amtsarzt um Verständnis, dass das Gesundheitsamt aufgrund der immensen Arbeitslast nicht sämtliche Anfragen beantworten könne, die von Bürgerinnen und Bürgern eingehen. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir klare Prioritäten setzen müssen und die heißen – mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung – Kontaktnachverfolgung und Quarantänisierung zur Pandemieeindämmung.“

Die personellen Kapazitäten, um auf jeden auftretenden Einzelfall einzugehen, seien schlicht nicht vorhanden. „Deshalb können wir derzeit auch keine Auskunft darüber geben, was man bedenken muss, wenn man an Weihnachten von der Schweiz nach Pößneck und zurück reisen möchte“, nennt der Amtsarzt ein Beispiel. So verständlich der Wunsch nach Aufklärung bei jedem auftretenden, persönlichen Problem auch sei, hofft Torsten Bossert auf Einsicht.

Dementsprechend wurden nun auch die täglich aktualisierten Angaben der Infektionen überarbeitet, beziehungsweise vom Robert-Koch-Institut (RKI) auf der Internetpräsenz des Saale-Orla-Kreises übernommen. „Das dient schlicht der Entlastung der Mitarbeiter des Gesundheitsamtes, die die entsprechenden Daten bislang händisch übertragen und an die Pressestelle übermittelt haben. Aufgrund der enormen Zuwachsrate und dem damit verbunden Arbeitsaufwand in den zurückliegenden Tagen kam es zudem verständlicherweise immer wieder zu zeitlichem Verzug und einer relativ späten Aktualisierung der Zahlen auf unserer Internetseite“, teilt die Pressestelle des Landratsamtes auf Nachfrage mit. Das Problem der zeitlich relativ späten Aktualisierung erübrige sich mit dieser Lösung.

Fällen verteilen sich quer über den Landkreis

Mit der Übernahme der RKI-Zahlen ist die Sieben-Tage-Inzidenz im Saale-Orla-Kreis trotz der Neuinfektionen deutlich gesunken. Lag die 7-Tage-Inzidenz am Montag noch bei weit über 200 Fällen pro 100.000 Einwohner, liegt sie nun mit den RKI-Zahlen bei 191,8.

Räumlich verteilen sich die neuen Corona-Fälle einmal mehr quer über den Landkreis. Gleich vier Positivbefunde sind im Raum Schleiz registriert. jeweils drei im Raum Pößneck sowie der Verwaltungsgemeinschaft Oppurg und zwei neue Fälle im Einzugsgebiet von Saalburg-Ebersdorf. Jeweils eine Neuinfektion gibt es in Bad Lobenstein, Remptendorf, Rosenthal und Wurzbach sowie den Verwaltungsgemeinschaften Ranis-Ziegenrück, Seenplatte und Triptis.