Getreide flutet Gefell

Gefell  Bundesstraße von Schlamm, Dinkel und Weizen überschwemmt. Feuerwehr, Bürger und Bauhof reinigen gemeinsam

Anwohner tragen mit Schneeschieber, Besen und Schaufel Schlamm und Getreide auf der Straße zusammen, damit es ab­gefahren werden kann.

Anwohner tragen mit Schneeschieber, Besen und Schaufel Schlamm und Getreide auf der Straße zusammen, damit es ab­gefahren werden kann.

Foto: Oliver Nowak

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Erneut ist die Stadt Gefell von einem Hochwasserereignis getroffen worden. Binnen einer Viertelstunde sind gestern ab 15.45 Uhr rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

„Das Wasser und der Schlamm kam von den Feldern, ich war zu diesem Zeitpunkt gerade wieder von Schleiz auf dem Rückweg nach Gefell, als der Regen begann“, schildert Bürgermeister Marcel Zapf (CDU), wie er die Überschwemmung seiner Stadt erlebte. Das Wasser und der Schlamm, der von den Felder Richtung Kernstadt herunterfloss, durchspülte auf seinem Weg ein Getreidelager der ­Agrargesellschaft Hirschberg an der Ehrlichstraße und riss das dort eingelagerte Getreide, Dinkel und Weizen, mit sich. Die Flutwelle floss den Ehrlichweg hinab über die Bundesstraße und ergoss sich bis in den Stadtkern.

Die Freiwillige Feuerwehr Gefell wurde um 16.14 Uhr alarmiert. „Wir haben an acht Einsatzstellen das Wasser aus vollgelaufenen Kellern und Garagen gepumpt“, erklärt Stefan Vödisch von der Feuerwehr Gefell. „Bei solchen Regenmassen wird es immer Schäden geben. Unser Hochwasserschutz hat aber sehr gut funktioniert“, meint Bürgermeister Zapf. Der Bachlauf sei zu Spitzenzeiten ­lediglich zu drei Vierteln gefüllt gewesen, das Überlaufen des Baches sei durch den neuen Bachlauf verhindert und die Innenstadt somit vor größeren Schäden bewahrt worden. Die Höhe des entstandenen Schadens schätzt Zapf auf etwa 50.000 Euro.

„Ich bin froh darüber, wie gut die Feuerwehr, der Bauhof und die Bürger unsere Stadt wieder gesäubert haben“, sagt Zapf. Denn noch am selben Nachmittag kamen die Bürger mit Besen Schaufeln und Schneeschiebern aus ihren Häusern und reinigten gemeinsam die Fahrbahnen von Schlamm und Getreide. Der Bauhof rückte mit Kehrmaschinen an. Auch das Unternehmen von Michael Kießling beteiligte sich am großem Aufräumen. Mit einem Bagger wurden zusammengetragene Getreidehaufen aufgenommen, auch eine Kehrmaschine des Unternehmens sorgte wieder für saubere Straßen. Die Bundesstraße musste im Rahmen der Reinigungsarbeiten von etwa 16.30 Uhr bis 19.30 Uhr komplett gesperrt werden. Noch am Abend wurden durch Feuerwehr und Bauhof Sandsäcke verteilt, um auf erneute starke Regenfälle in der Nacht von Donnerstag auf Freitag reagieren zu können. Eine erneute Überflutung blieb in der Nacht aus.

Ramona Mohr von der Agrargesellschaft Hirschberg sagte, dass gestern mit dem Umlagern des noch brauchbaren Getreides in der Lagerhalle begonnen wurde. Wie groß die Verluste durch die Flutwelle sind, könne noch nicht abgeschätzt werden. „Es wird nicht mehr viele Möglichkeiten geben, das Lagergelände vor solchen Ereignissen zu schützen. Wir haben Gräben gezogen und eine Rasenfläche vor der Halle, das hat aber nicht gereicht“, erklärt sie. In den 40 Jahren, in denen sie bereits bei der Agrargesellschaft arbeite, sei ein solches Ereignis an der Lagerhalle noch nie vorgekommen.

Ebenfalls wegen einer Überschwemmung rückten die Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen 19 Uhr nach Gebersreuth aus, um dort überschwemmte Straßen wieder befahrbar zu machen. In Göritz wurden ebenfalls die Straßen im Ortskern überschwemmt sowie die Ortsverbindungsstraße zwischen Frössen und Ullersreuth, die zeitweise gesperrt werden musste. Keller, in denen Wasser eingedrungen war, wurden durch die Feuerwehren ausgepumpt. In Hirschberg hielt der neue Hochwasserschutz-Bachlauf des Ehrlichbaches den Wassermassen stand. In Schleiz wurde der Kellerbereich eines Gesundheits- und Fitnessstudios überflutet.

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