Großes Interesse an Bildung des Jugendparlamentes Saale-Orla

Peter Cissek
| Lesedauer: 3 Minuten
Maja Schmidt aus Altengesees erläutert die Vorstellungen ihrer Arbeitsgruppe. Am Mittwochnachmittag fand in der Schleizer Wisentahalle die Auftaktveranstaltung zur Etablierung eines Jugendparlaments im Saale-Orla-Kreis statt.

Maja Schmidt aus Altengesees erläutert die Vorstellungen ihrer Arbeitsgruppe. Am Mittwochnachmittag fand in der Schleizer Wisentahalle die Auftaktveranstaltung zur Etablierung eines Jugendparlaments im Saale-Orla-Kreis statt.

Foto: Peter Cissek

Schleiz.  Knapp 40 Jugendliche kommen zur Auftaktveranstaltung in die Schleizer Wisentahalle, um sich künftig an der Lösung von Problemen zu beteiligen.

#seeU4Future, so lautet der Hashtag, mit dem die an der Bildung eines Jugendparlamentes im Saale-Orla-Kreis interessierten Schüler ihre Nachrichten in den sozialen Netzwerken zum besseren Finden markieren wollen. Am späten Mittwochnachmittag trafen sich knapp 40 Jugendliche plus Erwachsene in der Schleizer Wisentahalle, um sich über erste Themen auszutauschen. Am 13. Oktober um 16.30 Uhr wird es zeitgleich weitere Treffen in fünf Städten geben, in denen die Jugendlichen digital miteinander vernetzt ihr weiteres Vorgehen präzisieren wollen.

Treffen in Schleiz, Bad Lobenstein, Pößneck, Neustadt und Triptis

Diese Treffen werden im Kinder- und Jugendstützpunkt Schleiz in der Schreberstraße 24 sowie in den Jugendhäusern Bad Lobenstein am Sportplatz 5a, Pößneck in der Bahnhofstraße 15, Neustadt am Gamsenteich und Triptis an der Stadthalle 1 stattfinden. Wer nicht teilnehmen kann, erhält einen Zoomlink für eine Videokonferenz, erklärte Moderatorin Birgit Meusel. Sie ist Coach bei der Partnerschaft für Demokratie. Über Gelder aus diesem Bundesprogramm wird die Bildung des Jugendparlaments im Saale-Orla-Kreis unterstützt.

Die Jugendlichen nutzten ihr Treffen in der Wisentahalle, um in einzelnen Arbeitsgruppen über ihre Anliegen zu sprechen. „Im Landkreis gibt es kaum Möglichkeiten, um nachhaltig von A nach B zu kommen. Außerdem haben wir uns über die Möglichkeit unterhalten, nachhaltig einzukaufen und Plastik zu vermeiden. Anders als in großen Städten ist das bei uns in der Region kaum möglich“, sagte Maja Schmidt aus Altengesees. Sie sprach von einem Teufelskreis: Weil die Nachfrage in der Region gering sei, lohne es sich für die Unternehmen nicht, derartige Angebote auszubauen. Weitere Themen ihrer Gruppe waren, was Jugendliche gegen das Waldsterben unternehmen können und wie eine nachhaltig ökologische Entwicklung im Landkreis aussehen könnte.

In einer weiteren Arbeitsgruppe wurde diskutiert, wie sich die Jugendlichen organisieren wollen. „Das Ziel ist eine Jugendbeteiligung. Über die Art und Weise müssen sich die Jugendlichen noch verständigen. An einem weiteren Tisch haben sich die Teilnehmer mit Kultur und Freizeit beschäftigt. So gab es Vorschläge, dass Jugendliche sich an der Organisation von Festen beteiligen sollten“, fasste Birgit Meusel zusammen. In einer weiteren Arbeitsgruppe ohne thematische Vorgaben sprachen Jugendliche über Probleme in ihrer Region.

„Ich bin angenehm überrascht über das große Interesse der Jugendlichen, die aus vielen Orten des Landkreises kommen sind. Das Ziel ist es, dass sich die Interessenten erst in einem Jugendparlament im Saale-Orla-Kreis organisieren, später vielleicht auch in ihren Regionen, in denen die Probleme unterschiedlich sind“, sagte Jugendhilfeausschussvorsitzender Wolfgang Kleindienst (UBV).

Auch Landrat Thomas Fügmann (CDU) zeigte sich begeistert, wie viele Jugendliche ihre Bereitschaft bekundeten, an der Mitgestaltung im Saale-Orla-Kreis politisch mitzuwirken. „Die Diskussionen an den einzelnen Tischen waren in jeder Hinsicht konstruktiv. Die Jugendlichen wollen ernsthaft etwas bewegen und sehen manche Dinge fokussierter als wir älteren Politiker. So ist zum Beispiel das Mobilitätsproblem für die Jugendlichen ein großes Thema. Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, ist auch die Mopedzeit vorbei. Gerade die Jugendlichen, die auf dem Dorf wohnen, beklagen sich zurecht, dass sie am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen können“, sagte Thomas Fügmann. Der Landrat zeigte sich begeistert, dass die Jugendlichen ein eigenes Gremium bilden und nicht einzelnen Ausschüssen des Kreistages zugeordnet werden wollen.