Hochbehälter bei Arlas wird jetzt aus den Tiefbrunnen bei Schlegel versorgt

Blankenberg  Deutliche Verbesserung bei der Trinkwasserversorgung für zunächst etwa 1000 Einwohner

Am Hochbehälter Arlas stehen Ralf Büntig von der USS-Consult Planungsgesellschaft Naila, Walo-Geschäftsleiter Sten Meusel, die kaufmännische Leiterin Saskia Sell und ­Walo-Zweckverbandsvorsitzender Thomas Franke (von links) mit Bildern aus der Bauphase der Leitungsverlegung.

Am Hochbehälter Arlas stehen Ralf Büntig von der USS-Consult Planungsgesellschaft Naila, Walo-Geschäftsleiter Sten Meusel, die kaufmännische Leiterin Saskia Sell und ­Walo-Zweckverbandsvorsitzender Thomas Franke (von links) mit Bildern aus der Bauphase der Leitungsverlegung.

Foto: Walo/Mario Enders

Für die Einwohner von Blankenberg und Arlas hat sich jetzt die Versorgung mit Trinkwasser wesentlich verbessert – sowohl hinsichtlich der Quantität, als insbesondere auch in Bezug auf die Qualität.

Der Hochbehälter bei Arlas wird nunmehr mit Trinkwasser aus den Brunnen bei Schlegel versorgt. Dazu war es erforderlich gewesen, eine durchgehende Leitung zu schaffen, die als besondere Herausforderung auch noch die Saale überwinden musste. „Der Anschluss des Versorgungsgebietes Blankenberg an die Brunnen von Schlegel ist ein Meilenstein, der uns viel Geld gekostet hat“, beschreibt Thomas Franke, Vorsitzender des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Lobenstein (Walo), die Dimension. In Zahlen ausgedrückt: Es wurden über zwei Millionen Euro zwischen den Luftlinie etwa sieben Kilometer auseinanderliegenden Orten investiert, um eine deutliche Verbesserung bei der Trinkwasserversorgung für zunächst etwa 1000 Einwohner zu erreichen. Wobei die Option besteht, auch noch den Raum Birkenhügel und Pottiga mit weiteren 800 Abnehmern anschließen zu können.

„Die Idee war mindestens 15 Jahre alt“, blickt Franke auf jene Zeit zurück, als erstmals erwogen worden war, den Hochbehälter Arlas an die Brunnen von Schlegel anzubinden. Ein Hauptproblem sei dabei die Frage gewesen, wie man die Saale überwindet. Eine Idee war es, die Trinkwasserleitung an der Brücke in Harra entlangzuführen. „Aber das ließ sich aus mehreren Gründen nicht realisieren“, erklärt Walo-Geschäftsleiter Sten Meusel. Einerseits stehe diese Brücke unter Denkmalschutz. Andererseits seien bei einem eventuellen Rohrbruch erhebliche Brückenschäden zu erwarten. So fiel die Entscheidung, mittels Spülbohrverfahren das Saalebett zu unterqueren. Voriges Jahr geschah das in der Nähe des Trepplesfelsens bei Harra. Dort befinden sich jetzt zwei parallel verlaufende Trinkwasserleitungen sowie das Steuerungskabel unter dem Flusslauf, eingehüllt in eine Schutzummantelung. „Zwei Trinkwasserleitungen deshalb, um im Falle eines Rohrbruchs die schadhafte Leitung abschiebern zu können und trotzdem die Versorgung aufrechtzuerhalten“, erläutert Meusel. Denn eine Sofortreparatur sei aufgrund der Besonderheit, dass sich die Leitungen in einem Überflutungsbereich befinden, kaum möglich.

Mit der Trinkwasserkonzeption aus dem Jahr 2015 hatte das Projekt konkrete Gestalt angenommen. „Mit dieser Konzeption kam die Idee zur Umsetzung“, sagt Franke. Im Jahr 2016 ging es los mit der teilweisen Auswechslung der vorhandenen Leitung zwischen Schlegel und Kießling. Ein Jahr darauf wurde die Leitung zwischen Kießling und Harra verlegt. Dabei gab es den spektakulär wirkenden ­Einsatz eines Kabelpfluges, der in einem Zug den Graben von bis zu 1,70 Meter Tiefe zog und dabei zugleich die Leitung legte. Im vorigen Jahr schließlich folgte die letzte 3,7 Kilometer lange Etappe zwischen Harra und Arlas mit der Unterquerung der Saale.

Mit der Anbindung ist der Hochbehälter bei Arlas in seiner Bedeutung gewachsen und soll auf absehbare Zeit noch erneuert werden. Zudem steht die Anbindung des Walo-Versorgungsgebietes an das Fernwasser aus Franken bevor. Der entsprechende Liefervertrag sei bereits abgeschlossen, die Behörden beider Freistaaten hätten für das Vorhaben grünes Licht gegeben, heißt es. „Die Planung liegt vor“, sagt Sten Meusel, „jetzt befinden wir uns in der Genehmigungsphase.“ Voraussichtlich 2020 soll die knapp fünf Kilometer lange Fernwasserleitung vom Hochbehälter Tschirn zum Hochbehälter Grumbach verlegt werden.

Aktuell ist die Trinkwasserversorgung im Gebiet des Walo-Zweckverbandes trotz der Trockenheit entspannt. Zwar gebe es im nördlichen Versorgungsgebiet ein geringeres Aufkommen aus den Quellen und Tiefbrunnen. „Aber durch die gute Vernetzung untereinander haben wir keine Probleme“, versichert Meusel. Die Anbindung an die Fernwasserversorgung erfolge mit Weitblick und sei „eine Absicherung für die Zukunft“.

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