Höchster Preis für Sicherheit erhält Sägewerk in Friesau

Friesau.  Friesauer Sägewerk setzt auf Sicherheit und Karrierechancen.

Das Betreten des Rundholzplatzes vom Mercer-Sägewerk in Friesau ist aus Sicherheitsgründen verboten.

Das Betreten des Rundholzplatzes vom Mercer-Sägewerk in Friesau ist aus Sicherheitsgründen verboten.

Foto: Oliver Nowak

Im Friesauer Sägewerk von Mercer Timber Products wurde in den vergangenen Jahren stark in die Arbeitssicherheit und die Karriereförderung investiert. Im Rahmen der Corona-Pandemie wurden zusätzlich neue Regeln aufgestellt, damit beim Kontakt mit einem coronainfizierten Mitarbeiter auf der Arbeit so wenig Beschäftigte wie möglich ausfallen.

„Wir haben schon Anfang März dafür gesorgt, dass die Schichten entzerrt werden, damit sich die Arbeiter der unterschiedlichen Schichten nicht begegnen und so Kontakte minimiert werden“, sagt Carsten Merforth, Geschäftsführer von Mercer Timber Products. So ist zum Beispiel das Schichtende der Frühschicht um eine halbe Stunde vorverlegt worden. „Wir brauchen unsere Fachkräfte und wollen keinen gesundheitsbedingten Ausfall, wenn es sich vermeiden lässt. Deshalb bilden wir auch mehr aus und haben ein eigenes Führungskräfteprogramm“, so der Geschäftsführer. Seit dem Betriebsübergang von Klausner zu Mercer im April 2017 sind rund 100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. So sind zum Beispiel die Bereiche Buchhaltung, Versand, Vertrieb und der IT-Anwendungsbereich neu im Werk aufgebaut worden, da dieser zuvor von Klausner nach Österreich ausgelagert war. Andere Abteilungen, wie zum Beispiel die Arbeitssicherheit, sind ganz neu entstanden. Auch eine Arbeitsgruppe „Gesundheitsmanagement“ wurde aus der Taufe gehoben. „Wir haben 2017 ein bisschen ein Werk ohne Arme und Beine gekauft und mussten so vieles neu aufbauen“, gibt Carsten Merforth zu verstehen.

Unfälle hätten fatale Folgen

Insbesondere was die Arbeitssicherheit betrifft, wurden viele Veränderungen vorgenommen. So sind etwa die Laufwege farblich markiert, auf denen das Laufen ohne Schutzausrüstung sicher und gestattet ist. Außerhalb dieser markierten Bereiche muss die volle Schutzausrüstung mit Warnkleidung, Sicherheitsschuhen und Helm getragen werden. Schließlich gibt es auf dem Werksgelände einen regen Fahrzeugverkehr, vom Auto über Lastwagen bis hin zu großen Staplern. Der Schwerste bringt gut 80 Tonnen Gewicht auf die Waage. Ein Unfall mit einem Fußgänger hätte da fatale Folgen. Auf dem Rundholzplatz ist daher das Betreten komplett untersagt. In Bereichen, wo kritische Begegnungen zwischen Fußgängern und Fahrzeugen möglich sind, schirmen massive Stahlkonstruktionen mit starken Balken die Laufwege ab. Auch eine eigene 32-köpfige Feuerwehrtruppe mit einem Tanklöschfahrzeug steht im Unternehmen bereit, deren Leitung der Stadtbrandmeister der Stützpunktfeuerwehr Wurzbach, Karol Plewnia, inne hat.

Analyse von Beinahe-Unfällen

In der vergangenen Woche hat Mercer Timber Products sogar die höchste Sicherheitsauszeichnung der Berufsgenossenschaft Holz und Metall erhalten. „Der Schlaue Fuchs – Kultur der Prävention“ nennt sich der Preis, der im Jahr höchsten zehn Mal vergeben wird. Mercer Timber Products hatte sich im Dezember mit seinem Arbeitssicherheits- und Schutzkonzept für den Preis beworben. Eine große Rolle beim Ausbau der Arbeitssicherheit nimmt auch die Analyse von Beinahe-Unfällen ein. „Unsere Mitarbeiter werden angehalten zu melden, wenn sie eine Situation oder einen Ort sehen, wo sich unter bestimmten Umständen ein Arbeitsunfall ereignen könnte“, erläutert Carsten Merforth. Die dadurch entstehende Liste wird dann Stück für Stück abgearbeitet und das Gefahrenpotenzial entschärft. Ein Beispiel dafür ist auf dem Rundholzplatz zu sehen. Dort ist ein Kran mit Greifarm für die Rundhölzer im höherliegenden Bereich montiert. Da der Greifarm jedoch theoretisch in der Lage ist, mit der Beladung bis ins Steuerungshaus des Baggers zu schwenken, wurden die Scheiben durch massives Panzerglas ersetzt.

Zehn Azubis sollen im nächsten Jahr gewonnen werden

Eigenes Personal auszubilden und Führungskräfte aus der Region aus dem eigenen Mitarbeiterstamm zu entwickeln und damit eine Karriereperspektive zu geben, ist für den Geschäftsführer sehr wichtig. Seit 2017 hat Mercer Timber Products 15 Menschen ausgebildet. Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, sollen im kommenden Jahr zehn weitere Auszubildende für das Werk gewonnen werden. Aktuell zählt das Sägewerk sieben Azubis. Erstmalig konnten damit in diesem Jahr alle angebotenen Azubistellen besetzt werden. Daneben gibt es ein Trainee-Programm mit drei Teilnehmern, dass sich speziell an Absolventen von Fachhochschulen, Berufsakademien und Universitäten richtet und die künftigen Führungskräfte formen soll. Für bereits vorhandene Führungskräfte gibt es ebenfalls Programme zur Entwicklung ihrer Führungsfähigkeiten – unter anderem mit internationalem Schwerpunkt.