„Hof gehört zu den unterschätzten Saunen in Bayern“

Andreas Bär hat Saunen in Bayern getestet und einen Saunaführer verfasst. Er erzählt, warum es ihm in Hof und Bad Steben besonders gut gefällt.

In seinem Saunaführer hat Andreas Bär bewusst auf Bilder verzichtet. Er will seinen Lesern allein durch die Texte Lust auf Sauna machen.

In seinem Saunaführer hat Andreas Bär bewusst auf Bilder verzichtet. Er will seinen Lesern allein durch die Texte Lust auf Sauna machen.

Foto: Manfred Köhler

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Innerhalb von gerade mal neun Monaten hat Andreas Bär aus Himmelkron über 100 Saunen in ganz Bayern besucht und einen Saunaführer darüber herausgebracht. „Vom Schwitzen und Schwatzen – Saunen und Aufgüsse in Bayern“ stellt insgesamt 130 Saunalandschaften kurz vor, nennt ihre Vor- und Nachteile und zieht jeweils ein Gesamtfazit. Erhältlich ist das Werk über den Buchhandel oder www.bod.de, ISBN 978-3-750405158.

Herr Bär, wie schafft man es in derart kurzer Zeit, so viele Angebote zu testen und zugleich noch ein Buch darüber zu schreiben?

Ich habe mir immer mal ein paar Tage Urlaub am Stück genommen und dann auch schon mal bis zu vier Saunen pro Tag hintereinander weg besucht. Außerdem bin ich mit den Bayreuther Basketballern und Fußballern viel unterwegs. Und immer, wenn ich irgendwo in einer anderen Region zu Gast bin, besuche ich auch die Sauna am Ort. Die jeweilige Kritik dazu verfasse ich gleich im Anschluss.

Haben Sie bei vier verschiedenen Saunen am Tag auch die jeweiligen Aufgüsse testen können? Woher nehmen Sie die Kondition dafür?

In jeder Sauna, die ich vorstelle, habe ich mindestens zwei bis drei Aufgüsse mitgemacht. Zehn Aufgüsse und mehr am Tag machen mir nichts aus, weil ich auch unabhängig von dem Buchprojekt wöchentlich drei bis viermal nach der Arbeit in die Sauna gehe und dann immer mindestens drei Aufgüsse besuche. Bei halbstündigen Aufgüssen schaffe ich auch sieben.

Was sagt Ihre Frau dazu, wenn Sie so viel Zeit in der Sauna verbringen?

Meine Frau Steffi ist überhaupt keine Saunagängerin, sie ist deshalb nie mit dabei. Meine Leidenschaft kommentiert sie auch schon mal auf gut Fränkisch mit „Du host an Klatscher“. Zum Glück bringt sie viel Verständnis auf, sonst wären wir wohl schon geschieden.

Was gefällt Ihnen so sehr am Saunieren?

Dank meinem Vater, einem begeisterten Saunagänger, bin ich damit aufgewachsen, er hat mich schon als Bub immer mitgeschleift. Ich schätze den Erholungsfaktor, aber ich mag es auch, in der Sauna teils äußerst spannende Leute zu treffen. In die Sauna zu gehen ist für mich einfach ein Stück Kulturgut.

Wie bewerten Sie die aktuelle Entwicklung der Saunakultur in Bayern und wie ist die Qualität des Angebotes insgesamt?

Im Moment gibt es zwei extreme Richtungen, nämlich entweder reine Gaudi oder Wellness total. Die Qualität ist unterm Strich sehr gut. Es gab nur eine einzige Katastrophe, der Rest ist von okay bis hin zu überragend.

Welche dieser überragenden Saunen würden sie als die beste Sauna Bayerns einstufen?

Ich bin das schon oft gefragt worden und habe intensiv darüber nachgedacht. Die Saunen in Bayern sind aber so unterschiedlich, dass man das pauschal nicht sagen kann. Ich kann also jedem nur individuell eine Einschätzung geben, was bei seinen Ansprüchen wohl das beste Angebot für ihn sein könnte.

Ein Münchner würde bestimmt behaupten, die beste Sauna Bayerns findet sich natürlich in der Landeshauptstadt ...

Im Süden des Freistaates zieht es mich eher nach Starnberg oder Fürstenfeldbruck. Im Alpenraum sind eigentlich alle Saunen ein Gedicht. Exorbitant gut ist das Freizeitbad Wonnemar in Sonthofen. Und bei der Königlichen Kristall-Therme Schwangau ist allein der Blick von der Panoramasauna auf Schloss Neuschwanstein schon den Eintrittspreis wert.

Unabhängig von touristischen Attraktionen – welches ist Ihre persönliche Lieblingssauna?

Ich bleibe immer wieder in der Lohengrin-Therme Bayreuth hängen, und das hat nicht nur mit der Nähe zu meinem Wohnort zu tun. An der Lohengrin-Therme überzeugt mich das Gesamtkonzept, aber vor allem kann man sich dort wohlfühlen wie in einem guten alten Dorfwirtshaus. Wer neu ist, wird sofort eingebunden. Und die Aufgießer sind allesamt voll motiviert und können auf die Leute eingehen. Einer davon ist sogar das, was ich einen Menschenfänger nenne. Und das meine ich sehr positiv.

Wie bewerten Sie die beiden Sauna-Angebote im Hofer Raum, die Hof-Sauna und die Therme Bad Steben?

Hof gehört zu den unterschätzten Saunen in Bayern. Ich mag hier besonders den Whirlpool, das Bistro und die wirklich vorzüglichen Aufgüsse. Außerdem ist es ein Vorteil, dass man zu den Aufgusssaunen keine so weiten Wege zurücklegen muss – da wird man im Winter nicht zum Eiszapfen. Bad Steben ist so richtig gut gemacht, vor allem das neue Dampfbad finde ich spektakulär. Und so etwas wie das Onsen-Heißbecken habe ich nirgends anders gefunden, das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Halten Sie es angesichts der Vielfalt und Menge für möglich, einen Saunaführer für ganz Deutschland zu schreiben?

Das ist sogar mein erklärtes Ziel. Aber erst einmal mache ich mit Sachsen und Thüringen weiter. Die großen Saunalandschaften dort kenne ich bereits. Alle mittleren und kleineren Saunen will ich noch in diesem Jahr besuchen und am Jahresende zwei neue Bücher herausbringen.

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