Junge Leute im Saale-Orla-Kreis teilweise maßlos im Umgang mit Alkohol

Bierflaschen verschiedener Marken. „Nach Corona sind junge Leute teilweise maßlos im Umgang mit Alkohol“, sagt Sören Fröhlich von der Polizei Saale-Orla in der jüngsten Beratung des Netzwerkes Courage gegen Drogen.

Bierflaschen verschiedener Marken. „Nach Corona sind junge Leute teilweise maßlos im Umgang mit Alkohol“, sagt Sören Fröhlich von der Polizei Saale-Orla in der jüngsten Beratung des Netzwerkes Courage gegen Drogen.

Foto: Paul Zinken / Symbolfoto

Schleiz.  Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis: Netzwerk-Akteure plädieren für verstärkte Jugendschutz-Kontrollen bei Veranstaltungen und mehr Aufklärung.

„Nach Corona sind junge Leute teilweise maßlos im Umgang mit Alkohol“, sagt Sören Fröhlich von der Polizei Saale-Orla in der jüngsten Beratung des Netzwerkes Courage gegen Drogen. In nächster Zeit sollen wieder verstärkt Kontrollen zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes bei Veranstaltungen stattfinden. Fröhlich ist Gründungsmitglied des vor acht Jahren gegründeten Netzwerkes Courage gegen Drogen im Saale-Orla-Kreis. Im Netzwerk arbeiten Fachdienste des Landratsamtes, (Sucht-)Beratungsstellen, Schulsozialarbeiter, Schulamt, Polizei, Jobcenter, Apotheken, Ärzte eng zusammen, um Betroffenen ein engmaschiges Hilfsnetz anbieten zu können.

Eva Thrum vom Jugendamt bilanzierte mehrere Aktivitäten des Netzwerkes in diesem Jahr – zum Beispiel einen Aktionsstand zum SonneMondSterne-Festival mit freiwilligen Alkohol- und Drogentests, die von gut 800 jungen Leuten angenommen wurden, und den Halt des Anti-Drogen-Zuges „Revolution Train“ in Schleiz, der von über 700 Schülerinnen und Schülern durchlaufen wurde.

Vereinbart wurden für die weitere Arbeit des Netzwerkes für 2023 gemeinsame Schulungen, Vorträge, Aufklärungsveranstaltungen sowie die Einbeziehung von Jugendlichen als „Aufklärer“ direkt bei Veranstaltungen. Flyer auszulegen, auf denen stehe, wie gefährlich Alkohol und illegale Drogen sind, sei nicht sinnvoll, so die Netzwerkpartner. Man erreiche die jungen Leute besser, wenn sie Infos von Gleichaltrigen erfahren. Daher sollen im kommenden Jahr gezielt Jugendliche als „Aufklärer“ für Veranstaltungen in der Region gewonnen werden.

Als Besorgnis erregend nannten die Netzwerk-Akteure die erheblichen Unterrichtsausfälle an Schulen im Landkreis sowie die in der Pandemie verstärkte Vereinzelung der Schüler und Jugendlichen.