Meine Woche: Macht Wichtiges öffentlich

Oliver Nowak dazu, den Jugendförderplan transparent neu aufzustellen.

OTZ-Reporter Oliver Nowak

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Foto: Andreas Wetzel

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Rückblickend auf die Lokalpolitik in dieser Woche lässt sich eine klare Aussage treffen: Unliebsames wird nichtöffentlich behandelt. Das traf am Montagabend sowohl auf den Sachstand über das Schleizer Krankenhauses zu, als auch am Mittwoch auf den Jugendhilfeausschuss in Sachen Schulsozialarbeit. Die künftige Verteilung soll nichtöffentlich beraten werden.

Selbstverständlich müssen persönliche Daten geschützt werden – so die häufigste Begründung, warum nichtöffentlich getagt wird. Aber bei der Diskussion um die Schulsozialarbeit muss nicht erzählt werden, dass der Kevin der Chantalle eine Schippe auf den Kopf gekloppt hat. Sowas kann auch anonymisiert berichtet werden, um eine Schulsozialarbeit mit Beispielen aus dem Schulleben zu rechtfertigen.

Vielmehr wollen sich die Ausschussmitglieder davor schützen, bei den Wählern in Missgunst zu fallen. Schließlich wird es keinem gefallen, namentlich in der Zeitung zu stehen, weil man vorschlug die Schulsozialarbeit für eine Schule aus diesen und jenen Gründen nicht anzubieten.

Marc Roßner (SPD) hat recht, wenn er sagt, dass die Schulsozialarbeit im Jugendförderplan neu aufgerollt werden muss. Aber bitte öffentlich. Schließlich hat sich Ausschuss und Kreisverwaltung bei diesem Thema kräftig blamiert. Die Schuld dann bei einem „Nestbeschmutzer“ zu suchen, der die fachlichen Mängel dem Ministerium aufzeigte, ist feige. Stattdessen sollte man sich glücklich schätzen, dass es Menschen gibt, denen die Qualität der Schulsozialarbeit wichtiger ist, als der schöne Schein. Und schlechte fachliche Arbeit hat halt seine Konsequenzen.

Weil ich es besser finde, dass solche wichtigen Themen öffentlich diskutiert werden, auch wenn es „Schulen wuschig“ macht, habe ich nochmal in die 2. Ergänzung des Jugendförderplanes geschaut. Und siehe da: Unter anderem die Regelschule Remptendorf und die Grundschule Ebersdorf sollten sich einen Schulsozialarbeiter aus den zusätzlichen Mitteln des Freistaates teilen.

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