Mit Auftritt in Schleiz Mitarbeitern der Showbranche helfen

Schleiz.  Stefanie Hertel wird mit ihrer Dirndlrockband die Open-Air-Konzertreihe auf dem Gelände des Event-Autokinos Schleiz eröffnen. Wir verlosen Karten.

Stefanie Hertel (Mitte) und ihre Dirndlrockband werden im Event-Autokino Schleiz zu erleben sein.

Stefanie Hertel (Mitte) und ihre Dirndlrockband werden im Event-Autokino Schleiz zu erleben sein.

Foto: Agentur/Max Weber

Die aus dem Vogtland stammende Sängerin Stefanie Hertel wird mit ihrer Dirndlrockband am 27. Juni um 20 Uhr die Reihe der Open-Air-Konzerte auf dem Gelände des Event-Autokinos Schleiz eröffnen. Während des Telefoninterviews befand sie sich auf einer Alm in Kärnten zu Dreharbeiten für die Anmoderation der Unterhaltungssendung „Wenn die Musi spielt – das 25-Jahre-Jubiläumsspecial“, die am 11. Juli um 20.15 Uhr im MDR-TV zu sehen sein wird.

Frau Hertel, viele Künstler hatten in den vergangenen Wochen des Corona-Shutdowns keine Auftrittsmöglichkeiten. Wie ist es Ihnen bis zum Engagement des Event-Autokinos Schleiz ergangen?

Wie den anderen Künstlern auch. Ich hatte keinerlei Live-Auftritte, vor allem nicht vor Publikum. Einige Fernsehaufzeichnungen gab es, bei denen ich moderiert habe, aber auch mit der neuen Band More than Words, also mit meinem Mann und meiner Tochter, unsere neuen Country-Rock-Pop-Songs vorgestellt habe. Denn im Mai haben wir unser erstes gemeinsames Album herausgebracht. Durch die Produktion und Veröffentlichung von „Home“ haben sich Lanny, Johanna und ich einen langgehegten Wunsch erfüllt. Auch wenn diese für uns alle sehr herausfordernden Wochen künstlerisch ausgefüllt waren, habe ich meine Auftritte mit der Dirndlrockband vermisst. Wir sind mittlerweile ja auch richtig gute Freundinnen. Das macht einfach nur Spaß, mit so tollen Musikerinnen auf der Bühne zu stehen und ein Konzert zu spielen. Deshalb freuen wir uns schon unglaublich auf das Konzert in Schleiz, bei dem wir endlich wieder zusammen auf der Bühne stehen werden.

Wie ist es Ihrem Vater, der Dirndlrockband und Ihrer Crew ergangen?

Meinem Vater geht es gut, er fühlt sich in der Familie geborgen und ich habe ihn auch schon besucht. Er wohnt neben meinem Bruder. Meine Schwägerin kocht für ihn mit. Doch auch ihm fehlen die Live-Auftritte. Er ist ja ein Bühnenmensch und mit 81 Jahren noch immer unternehmungslustig und voller Energie. Auch meinen Dirndlrock-Mädels fehlen die Auftritte, uns alle verbindet die Leidenschaft für Musik.

Nach Jahrzehnten im Showgeschäft werden Ihr Vater Eberhard Hertel und Sie finanzielle Rücklagen haben, um Krisensituation wie diese zu überstehen. Doch wie kommen die Mitglieder der Band und der Crew finanziell über die Runden?

Das ist genau der Punkt, weshalb wir den Auftritt in Schleiz machen. Bei Ticketpreisen von 27 oder 15 Euro werde ich wenig bis gar nichts daran verdienen, je nachdem, wie viele Besucher kommen. Mir geht es bei diesem Open-Air-Konzert in erster Linie darum, die Leute in unserer Branche zu unterstützen, die echt an der Krise und dem Wegfall der Jobs zu knabbern haben. Das sind zum einen die Bandmitglieder, zum anderen auch die Techniker und viele Berufsfelder mehr, die hinter den Kulissen bei so einer Veranstaltung mitwirken. Die Semmler Production Group aus Oettersdorf hat diese Eventreihe ins Leben gerufen, um ihren Mitarbeitern wieder Arbeit und Einkommen zu ermöglichen. Ich habe eine enge Bindung an dieses Unternehmen. Den Firmengründer Wolfgang Semmler kenne ich seit über 30 Jahren. Bei meinen Konzerten zu DDR-Zeiten war er mein Tontechniker. Er war auch jahrelang der Chef der Elstertaler Musikanten, mit denen ich auftrat. Wir sind ganz eng verbunden im Herzen. Seitdem er seine große Technikfirma gegründet hat, haben wir immer zusammengearbeitet. Mit vielen seiner Mitarbeiter bin ich befreundet, wir waren auf zahlreichen Tourneen bei den Konzerten zusammen unterwegs. Mit dem Open Air in Schleiz möchte ich diese Leute unterstützen. Das können auch Zuschauer tun, indem sie Tickets kaufen und die tollen Veranstaltungen im Event-Kino besuchen. Extra für Schleiz haben wir deshalb ein musikalisches Programm für die ganze Familie zusammengestellt, sprich für alle Generationen.

Apropos DDR-Zeiten. Privat fahren Sie ja einen Trabant. Werden Sie mit dem Trabi auf das Autokino-Gelände in Schleiz fahren?

Das wäre eine gute Idee. Doch die 450 Kilometer von meinem Wohnort bis nach Schleiz wären für meinen Schorsch etwas zu weit. (lacht)

Sie haben als Panther in der Pro-Sieben-TV-Show The Masked Singer teilgenommen. Wie gefiel Ihnen die Verwandlung und fällt Ihnen nun das Masketragen in Coronazeiten leichter?

Die Verwandlung hat viel Spaß gemacht. Der Panther wird auch eine kleine Rolle in meinem Konzert in Schleiz spielen. Meine Mädels sind immer begeistert, wenn wir etwas Außergewöhnliches machen. Aufgrund dieser Sendung kann ich aber nicht sagen, dass es mir einfacher fällt, Maske zu tragen. Mir geht es wie anderen Leuten: Anfangs ist es ungewohnt, mit der Zeit gewöhnt man sich an den Mund-Nase-Schutz. Wenn es etwas helfen soll, dann mache ich das gern. Die Maske tut ja nicht weh.

Erkennt man Sie beim Einkaufen mit Maske?

Da wo ich einkaufe, kennt man mich sowieso. Wenn man einen grünen Anorak sieht, dann ist das die Hertel.

Während immer mehr einheimische Popsänger wie Sarah Connor oder Nico Santos die deutsche Sprache für sich entdecken, gehen Sie mit Ihrer Band More than Words den umgekehrten Weg und singen nun auch auf Englisch. Wie kommt das bei Ihrem Publikum an, das Sie noch aus Brückerl-und-Bacherl-Kinderstar-Zeiten kennt?

Mein Publikum ist wahnsinnig offen für die unterschiedlichsten Dinge, die ich gemacht habe. Ich habe als Panther eine andere Seite von mir gezeigt. Das kam wahnsinnig gut an. Es ist etwas außergewöhnlich, dass ich mit meiner Band More than Words in englischer Sprache singe. Doch wir lieben den Nashville Country aus tiefsten Herzen, was das Publikum auch spürt, auch wenn wir nicht in deutscher Sprache singen. Doch die Menschen sind es gewöhnt, auch englische Musik zu hören. Ältere Leute hören gern mal Country, junge Leute inzwischen auch Schlager. Insofern erhalten wir ein wirklich positives Feedback auf Social Media und anderen Kanälen.

Sie leben inzwischen am Chiemsee. Der Auftritt in Schleiz dürfte für Sie als Vogtländerin zum Heimspiel werden. Erwarten Sie Fans aus der alten Heimat, die mit Ihnen groß geworden sind?

Ich hoffe natürlich, dass viele Fans aus der alten Heimat kommen, dass vielleicht auch ein paar Freunde vorbeischauen. Das ist ein Konzert für Jung und Alt, da kann man mit der ganzen Familie kommen. Auch deshalb freue ich mich sehr auf das Konzert in Schleiz.

Eintrittskarten

Die Redaktion verlost bis Samstag um Mitternacht zwei mal zwei Freikarten für das Open-Air-Konzert von Stefanie Hertel und der Dirndlrockband und ihrem Vater Eberhard Hertel am 27. Juni um 20 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr) auf dem Gelände des Event-Autokinos Schleiz. Hier geht es zum Gewinnspiel.

Eintrittskarten gibt es in der Stadtinformation Alte Münze in Schleiz sowie im Internet unter www.autokino-schleiz.de