Mit Ramelow und Gysi einmal Hölle und zurück

Blankenstein  Thüringens Ministerpräsident erinnert an die umweltpolitische Notwendigkeit zum Lückenschluss bei der Höllentalbahn

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (2.v.l.) und Gregor Gysi (3.v.l.) erreichen über die Selbitzbrücke das Thüringer Terrain.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (2.v.l.) und Gregor Gysi (3.v.l.) erreichen über die Selbitzbrücke das Thüringer Terrain.

Foto: Peter Hagen

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Er wolle nicht wie ein Wanderpokal von Info-Stand zu Info-Stand gereicht werden, habe Gregor Gysi in einem Telefonat mit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow geäußert, als es um Absprachen für den Landeswahlkampf der Linken ging. Weil der größte Linkspolitiker mit der kleinsten Körpergröße das Wandern für sich neu entdeckt hat, sei die Idee gekommen, in dieser Woche auf Schusters Rappen den Freistaat zu erkunden.

Der Auftakt war am Montag die Hölle. Was freilich einen Hintergrund hatte. Mit der gemeinsamen Tour in Begleitung von hundert Wanderfreunden aus Thüringen und Oberfranken, unter denen sich viele Mitglieder der Verkehrsinitiative Höllennetz befanden, wurde nachdrücklich auf den notwendigen Lückenschluss in der Bahnverbindung zwischen Thüringen und Bayern hingewiesen.

„Alle reden von Umweltschutz“, sagte Ramelow bei einer Pause am Blankensteiner Wanderstützpunkt. „Hier hat ein Unternehmen zehn Millionen Euro investiert, um Ganzzüge verladen zu können“, veranschaulichte Ramelow mit Blickrichtung auf die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal. Doch erst mit der Wiederherstellung der Höllentalbahn, die als Kriegsfolge seit 1945 unterbrochen ist, könnten täglich 300 Lkw-Fahrten von der Straße genommen werden. Das wäre „ein umweltpolitischer Beitrag, den jeder spüren kann.“ Speziell der Großraum Hof würde von Holztransportern, die zwischen Tschechien und der ZPR unterwegs sind, befreit. Zudem könnten auf der Bahnstrecke moderne Wasserstoffzüge fahren, deren Energieträger in der Region hergestellt wird. Im Übrigen, so betonte Ramelow, müsse keiner der Lkw-Fahrer die Arbeitslosigkeit fürchten. Vielmehr würden dringend Arbeitskräfte im ­Mercer-Sägewerk benötigt.

Die Idee zur Reaktivierung der Höllentalbahn hat Gysi begrüßt. „Das wäre ein weiterer Schritt zur Überwindung der Teilung“, sagte Gysi gegenüber unserer Zeitung, „schon deshalb bin ich dagegen, wenn sich da ­jemand dagegenstellt.“

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