Neuerscheinung vorgestellt

Nachschlagewerk zu Kunst und Kultur an Saale und Orla

Schleiz.  Im Landkreis gibt es so viele kulturelle Angebote, dass ein 216-seitiges Heimatjahrbuch nicht ausreicht. Eine Fortsetzung zum Thema ist geplant.

Jessica Neumann mit ihren 37 und Siegfried Aurich mit 85 Jahren sind die jüngste Autorin und der älteste Autor. Das Heimatjahrbuch 2020 des Saale-Orla-Kreises wurde am Mittwochnachmittag bei einem Treffen der Autoren im Schleizer Gasthaus Eremitage vorgestellt.

Jessica Neumann mit ihren 37 und Siegfried Aurich mit 85 Jahren sind die jüngste Autorin und der älteste Autor. Das Heimatjahrbuch 2020 des Saale-Orla-Kreises wurde am Mittwochnachmittag bei einem Treffen der Autoren im Schleizer Gasthaus Eremitage vorgestellt.

Foto: Peter Cissek

Das Heimatjahrbuch 2020 des Saale-Orla-Kreises widmet sich der Kunst und Kultur in der Region. „In oberflächlichen Diskussionen wird immer wieder mal behauptet, bei uns im Landkreis wäre nichts los. Doch das neue Heimatjahrbuch beweist, dass wir in Sachen Hochkultur durchaus mit Weimar, Erfurt oder Eisenach mithalten können“, sagte Landrat Thomas Fügmann (CDU) bei der Vorstellung des 216-seitigen Buches am Mittwochnachmittag im Schleizer Gasthaus Eremitage. Dabei gingen von den Autoren so viele Beiträge zu interessanten Kleinodien im Saale-Orla-Kreis ein, so dass das Heimatjahrbuch in seiner 28. Ausgabe 16 zusätzliche Seiten bekam. Auch das Heimatjahrbuch 2021, in dem es mit „Kunst und Kultur im Saale-Orla-Kreis Teil 2“ eine Fortsetzung geben wird, sei schon „gut gefüllt“, sagte Michael Siegmund, Leiter des Fachdienstes Wirtschaft, Kultur, Tourismus im Landratsamt.

Für das Heimatjahrbuch 2020 brachte die zwölfköpfige Redaktion 36 Beiträge von 46 Autoren, darunter neun Autorengemeinschaften in Form. „Entstanden ist ein bemerkenswerter Band“, sagte Siegmund, der ähnlich wie Landrat Fügmann hofft, dass der Kreistag bei seinem Sparwillen nicht eines Tages den Rotstift an dieser freiwilligen Aufgabe des Landkreises ansetzt. Das Heimatjahrbuch erscheint in einer Auflage von 1000 Stück und wird zum Preis von 15 Euro im Bürgerbüro des Landratsamtes, in Buchhandlungen, Tourist-Informationsstellen und Kommunen des Saale-Orla-Kreises verkauft.

Welche Autoren widmen sich welchen Themen?

Jan Wißgott schreibt über „Kunst und Kultur in Triptis“, Harald Kießling bewegt sich „Auf den Spuren der klassischen Musik in Hirschberg (1911 bis zur Gegenwart)“, Reinhard Kübrich widmet sich den „Sangesfreudigen Rosenthalern in Blankenstein“. „Die Stelzenfestspiele bei Reuth mit dem Blick eines Akteurs“, daran lässt Heiner Stolle die Leser des Heimatjahrbuches teilhaben. Günther Scheibe widmet sich ebenfalls den Stelzenfestspielen im Zeitraum von 2012 bis 2018.

„Thilo Schoder - ein Architekt der Klassischen Moderne und seine Spuren in Neustadt“, dieses Porträt ist aus der Feder von Daniel Pfletscher zu lesen. Kerstin Oertel porträtierte in ihrem Beitrag „Im Dialog mit Holz“ die Holzgestalterin Ilona Schlupeck. Die Bauherren Karsten und Kerstin Steinbach beschreiben in „Ein altes Haus braucht Zeit“ wie sie den Denkmalhof anno 1611 in Zwackau in den Jahren 2009 bis 2017 wieder aufbauten. Kerstin Büchel schildert in „56 Jahre Neustädter Mal- und Zeichenzirkel“ den Beitrag eines Vereins für das kulturelle Leben der Orlastadt.

„Das Literarische Weinfest Mönchgrün. Kultur aufs Land holen - Interesse auf regionale Produkte wecken - die Kirche sanieren“, damit befasst sich Dirk Klötzing. Katharina Spindler schreibt über „Kunst, Kultur, Natur - der Kulturkonsum in Hütten“, Helmut Wittig über „Johann Friedrich Böttger - Ein berühmter Sohn der Stadt Schleiz“, Siegfried Aurich und Wolfgang Krüger passend dazu über „Weißes Gold - Johann Friedrich Böttger und Meißner Porzellan auf Briefmarken“ sowie Stephan Umbach über „Hugo Michel - Ein früher Begründer der Philatelie“.

„Der Ururenkel“, mit einer Anmerkung zu einem Ereignis in Schleiz beschäftigte sich Georg Bachmann. Gunter und Mona Meinhold schreiben über die „Alte Wassermühle und das Bauerntheater Knau“, Olaf Lämmer über das „Projekt 21 - Die Kulturmacher in Triptis“, Ute Bußjäger und Volkmar Röhler über „So ein Theater“, Julia Dünkel und Andreas Christoph zu „Erlebnis Industriekultur“ in Pößneck, Stefan Heinze zu den Symposien „Kunst trifft Industrie - Spielräume in der Porzellanfabrik Triptis“ und Antonie Lau über „Otto Lindig“, den Bauhaus-Töpfer, der das Licht der Welt in einem der Häuser des Museum 642 in Pößneck erblickte.

Kristin Pätz aus Göttengrün schreibt in „Ballett in der Provinz“, wie ihr Lebenstraum in Erfüllung ging. „Wie lebt, liebt und träumt man woanders“, das verrät Antje Babendererde. Marianne Knüpfer und Brit Heide erinnern, wie ihre „Keramikwerkstatt Triptis“ 1978 gegründet wurde. Hans-Martin Dittrich widmet sich „Apotheken und Apothekern in Neustadt an der Orla (Teil 3)“, Rolf Wachter dem „Pionierlager in Raila“, einem eigenen Ort im Wetteratal, der heute spurlos verschwunden ist. „Reinhold Schucht - ein Pionier seiner Zeit im Oberland“ ist das Thema, mit dem sich Jürgen Knoch auseinandersetzt. Heinz Herold schreibt über „Unsere Orla - Zur Geologie und dem Quellgebiet“, Willy Slansky über „Das Rheingau-Musikfestival“, Ines Spazier und Marco Grosch über „Die Saalburger Vorburg“, Elke Drognitz über „Kospoda in den Jahren 1120 bis 2020“, Jessica Neumann über die „Faszination Eisengießerei. Das Technische Schaudenkmal Gießerei Heinrichshütte in Wurzbach“, einem Treffpunkt für Kunst und Kultur.

Julia Dünkel beschäftigt sich in einem weiteren Beitrag mit „Heinrich Tessenow, einem führenden Architekten des 20. Jahrhunderts und seinem bedeutenden Erbe“. Stefanie Odenthal und Christiane Stahl verfassten einen Beitrag namens „Das Alfred-Ehrhardt-Haus in Triptis. 100 Jahre Bauhaus - Schülerarbeiten aus dem Vorkurs von Alfred Ehrhardt 1930 bis 1933“. Iris Lukes, Doreen Schatz und Nicole Arnold schrieben mit „Sing Saale-Orla“ eine musikalische Liebeserklärung an den Landkreis. Juergen K. Klimpke macht auf das Jubiläum „650 Jahr Gründung der Kospothkapelle Schleiz aufmerksam.

Zu den Kommentaren