Neuer Ausstellungsraum im Mühltroffer Schloss eingerichtet

Simone Zeh
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Uwe Unger im neuen Ausstellungsraum im Schloss, der an die Mühltroffer Geschichte erinnert. Das Ortseingangsschild zeugt davon, dass die Stadt einst zum Kreis Schleiz und Bezirk Gera gehörte.

Uwe Unger im neuen Ausstellungsraum im Schloss, der an die Mühltroffer Geschichte erinnert. Das Ortseingangsschild zeugt davon, dass die Stadt einst zum Kreis Schleiz und Bezirk Gera gehörte.

Foto: Simone Zeh

Mühltroff.  DDR-Museum Mühltroff und der dazugehörige Verein wurden aufgelöst. Im Schloss geht es aber dennoch weiter.

Das DDR-Museum Mühltroff und der dazugehörige Verein sind aufgelöst. „Das Haus am Markt, der ehemalige Kindergarten, in welchem wir das Museum hatten, steht leer. Seit Ende November schon“, sagt Uwe Unger vom einstigen Verein. „Es ist jetzt alles erledigt. Uns gibt es nicht mehr.“

Die Gegenstände aus dem Museum wurden alle ins neue Domizil nahe Schwerin gebracht, wo ein Museum, welches an die DDR erinnert, ausgebaut wird. „Aber damit haben wir nichts zu tun“, so Uwe Unger. „Wir haben uns schriftlich geben lassen, dass nichts verkauft werden darf. Denn es handelt sich um Schenkungen.“ Insgesamt rund 10.000 Dinge wurden abtransportiert. Eine Erinnerung an das einstige DDR-Museum in Mühltroff wird trotzdem in der Wisentastadt bleiben. Exponate aus dem Museum, die mit Mühltroff zu tun haben, werden zukünftig im Schloss Mühltroff zu sehen sein. „Es sind vor allem historische Bilder und Gegenstände, mein Bruder Fredo und ich haben den Raum eingerichtet“, sagt Uwe Unger. Der Raum war bisher ungenutzt und macht das Schloss um eine Attraktion reicher. Eines ist den beiden Mühltroffern indes wichtig: „Es geht bei der neuen Ausstellung um die Historie von Mühltroff und nicht um die DDR.“ Damit habe man abgeschlossen.

Thematisch wird im kleinen Ausstellungsraum insbesondere an Betriebe in Mühltroff erinnert. An die Textilindustrie wie etwa die VEB Wäscheunion und VWG Brokat, die Max Korndörfer KG – ein Betrieb mit staatlicher Beteiligung – oder auch an die Seidenweberei Eschke. „Wir suchen derzeit noch Fotografien von Gastarbeitern aus Vietnam und Kuba“, blickt Uwe Unger voraus, die Sammlung doch noch ein Stück zu erweitern. In der Schau erfährt man, dass in Mühltroff von der Firma Hartenstein Radios hergestellt wurden. Zwei Exemplare der Marke „Dacapo“ sind zu sehen. Gläser und Urkunden erinnern an Jubiläen und Feste in Mühltroff. Und ein großes Ortseingangsschild daran, dass die Stadt einst zum Kreis Schleiz und Bezirk Gera gehörte. Der neue Historien-Raum soll eine Dauerausstellung sein, die immer besichtigt werden kann, wenn auch das Schloss öffnet.