OTZ auf Tour: Das Ritual am frühen Morgen

Flora Hallmann
| Lesedauer: 3 Minuten
Redakteur Peter Cissek im Gespräch mit Leserin Ingeborg Weiß. Promo-Aktion 30 Jahre OTZ.

Redakteur Peter Cissek im Gespräch mit Leserin Ingeborg Weiß. Promo-Aktion 30 Jahre OTZ.

Foto: Flora Hallmann

Schleiz.  Das Promomobil der OTZ hat auf dem Neumarkt in Schleiz Station gemacht. Leserinnen und Leser hatten vor allem eine Kritik: die unzuverlässige Zustellung.

Das Promomobil der OTZ, das in diesem Monat anlässlich des 30-jährigen Jubiläums eine Tour durch Ostthüringen macht, hat am Dienstag auf dem Neumarkt in Schleiz einen Halt eingelegt. Die Passantinnen und Passanten konnten Lob und Kritik an der Redaktion und der Zeitung insgesamt äußern, sich über Angebote informieren, Verbesserungsvorschläge machen und an einem Gewinnspiel teilnehmen.

„Es gehört einfach zum Ritual, morgens früh die Zeitung zu holen und zu lesen“, sagt Rita Müller. Sie sei eine typische Papierleserin – für das E-Paper könne man sie wohl nicht mehr begeistern. Ein häufiges Problem, das gleich von mehreren Leserinnen und Lesern angesprochen wurde, war die Zustellung. Die lasse der Leserschaft zufolge einiges zu Wünschen übrig. Gerade in diesem Jahr, das den Hackerangriff auf die Funke-Mediengruppe, starken Schneefall und Streiks im Erfurter Druckhaus gesehen hat, konnte die Zustellung der Zeitung mehrfach nicht garantiert werden.

Video 30 Jahre OTZ Infomobil Jörg Riebartsch

Über die Zeitung mit den Menschen ins Gespräch kommen

Auch auf einen Anruf beim Leserservice hin sei die Zeitung dann oft nicht nachgeliefert worden, so Leserin Elfriede Oertel. Für die Herausforderungen, die der Verlag in diesem Jahr erlebt hat, habe sie immer Verständnis. An der Zuverlässigkeit müsse trotzdem gearbeitet werden. Das E-Paper, das bei einem Ausfall der gedruckten Zeitung angeboten wird, ist, wie für Rita Müller, keine Option für Oertel. Sie habe weder Internet noch ein Smartphone, „und das möchte ich auch nicht mehr“.

Wolfram Gräßer von der Agrargenossenschaft Dobareuth liest zwar viel online, für ihn sei die Aktualität der Nachrichten aber gar nicht unbedingt ausschlaggebend. „Das kann eine Print-Zeitung ja auch gar nicht. Aber das ist ja das Schöne an der Zeitung, da sind die Nachrichten dann schon zwölf Stunden reflektiert und geprüft.“ Für ihn, der in der Serie „Unternehmen in Thüringen“ porträtiert wurde, sei die Zeitung auch eine Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Kritik an der Berichterstattung

Eine Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, bemängelte eine einseitige Berichterstattung zugunsten der Grünen und der Linken. Die AfD werde ignoriert, obwohl ein Viertel der Thüringer Bevölkerung sie gewählt habe. „Wir lesen seit 30 Jahren, aber eigentlich können wir sie abbestellen.“

Ralf Pelke, Fachdienstleiter für Kommunikation und IT im Landratsamt, liest die Zeitung auch nicht mehr. Grund sei eine fehlerhafte Berichterstattung über einen angeblichen Hackerangriff auf das Landratsamt. Für ihn habe das die Glaubwürdigkeit stark beschädigt.

Insgesamt zeigten sich die Leserinnen und Leser, die am Promomobil Halt gemacht haben, jedoch zufrieden. „Ich lese alles, erst die Todesanzeigen, dann geh ich zum Kreuzworträtsel und dann lese ich von vorne nach hinten, alles, was mich interessiert“, sagt Ingeborg Weiß. Das Promomobil beendet seine Jubiläumstour durch Ostthüringen in der nächsten Woche.