Rettungsfristen lassen sich schon jetzt kaum einhalten

Schleiz.  Der Schleizer Stadtbrandmeister Ronny Schuberth warnt vor dramatischen Folgen einer möglichen Krankenhausschließung.

Der Schleizer Stadtbrandmeister Ronny Schuberth fordert den Erhalt des Krankenhauses in Schleiz.

Der Schleizer Stadtbrandmeister Ronny Schuberth fordert den Erhalt des Krankenhauses in Schleiz.

Foto: Peter Cissek / OTZ

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Eine mögliche Schließung des Krankenhauses in Schleiz wäre aus Sicht der Rettungskräfte von DRK und Feuerwehr eine Abkehr von der Notversorgung der Menschen im Oberland des Saale-Orla-Kreises. Schon jetzt lassen sich Rettungsfristen wegen langer Fahrzeiten der Rettungswagen kaum einhalten, mahnte der Schleizer Stadtbrandmeister Ronny Schuberth.

Er veranschaulicht eine oft dagewesene Szene: „Es kommt zum Unfall auf der A9 oder auf Straßen des Landkreises. Die Rettungswagen - pro Wache nur einer - werden aus Schleiz, Gefell, Bad Lobenstein, Pößneck und Triptis zusammengezogen. Einsatzkräfte der Feuerwehren, Notärzte und Rettungssanitäter retten erfolgreich die Unfallopfer. Nun fahren alle Rettungswagen mit je einem Patienten an Bord nicht das Schleizer Krankenhaus an, sondern weiter in die Kliniken nach Gera, Jena, Greiz, Hof oder Saalfeld. In der Zwischenzeit ist ein ganzer Landkreis ohne Rettungswagen und möglicher Weise auch ohne Notärzte. Jeder weitere Notfallpatient würde lange auf Hilfe warten, weil Rettungskräfte aus Nachbarlandkreisen alarmiert werden müssten“, so Ronny Schuberth.

Nachts sei nur ein Rettungshubschrauber in Thüringen verfügbar. Bei Nebel oder schlechter Sicht durch Schneetreiben oder Starkregen gehe gar nichts über den Luftweg.

Bei der Rettung von Menschen gelte die Regel der „goldenen Stunde“: Der Patient müsse spätestens 60 Minuten nach dem Unfall in der Klinik ankommen, damit die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes möglichst gering bleibe, so Schuberth. Nach 10 bis 15 Minuten treffen die Rettungskräfte an Unfallorten ein. Die technische Rettung kann bei Unfällen mit Pkw bis zu einer halben Stunde dauern. Deshalb bleibe keine Zeit für längere Fahrtstrecken zur Klinik.

„In einem Notfall kommt es nicht nur auf eine schnelle und hochfachliche präklinische Behandlung an, sondern auch auf eine bestmögliche Folgebehandlung im Krankenhaus. Ohne das Krankenhaus Schleiz verlängern sich die Fahrtwege um durchschnittlich 45 Kilometer. Dies ist für Patienten nicht hinnehmbar“, erklärt Ralf Adam, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Saale-Orla, der über die DRK-Rettungsdienst Obere Saale gGmbH die Notfallrettung und Krankentransport betreibt.

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