Runder Geburtstag an der Bergstraße in Schleiz

Schleiz  Kleingartenverein feiert am Sonnabend 80-jähriges Bestehen. Anteil junger Familien mit Interesse für Garten steigt

Auch nach außen hin wird verkündet: Die Kleingartenanlage „Bergstraße“ e.V. ist nun 80 Jahre alt. Und feiert dies am Sonnabend ab 14 Uhr mit einem Gartenfest. Vorsitzender Joachim Gensior lädt alle Interessierten herzlich ein und kündigte an, dass sogar der Spielmannszug der Feuerwehr Tanna ein Geburtstagsständchen bringen wird.

Auch nach außen hin wird verkündet: Die Kleingartenanlage „Bergstraße“ e.V. ist nun 80 Jahre alt. Und feiert dies am Sonnabend ab 14 Uhr mit einem Gartenfest. Vorsitzender Joachim Gensior lädt alle Interessierten herzlich ein und kündigte an, dass sogar der Spielmannszug der Feuerwehr Tanna ein Geburtstagsständchen bringen wird.

Foto: Uwe Lange

„Willst Du einen Tag glücklich sein, so betrinke dich mit Wein. Willst Du ein Jahr glücklich sein, so baue dir ein Haus. Willst Du ein Leben lang glücklich sein, so gestalte dir einen Garten“, dieses chinesische Sprichwort fand seine Verwendung, als sich der Kleingartenverein „Bergstraße“ e.V. Schleiz am 4. August 2012 im Rahmen der Aktion „Verein des Monats“ in der Presse präsentierte. Nun, sieben Jahre später, steht das Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Bergkirche erneut im Fokus der Öffentlichkeit: Am Sonnabend würdigt man im Rahmen eines Gartenfestes samt Feierstunde dessen 80-jähriges Bestehen.

Gut 22.867 Quadratmeter ­bebautes und genutztes Grün gibt es hier – davon gehören 17.437 Quadratmeter der Stadt Schleiz und 5430 Quadratmeter dem Regionalverband der Gartenfreunde „Obere Saale“. Seit mittlerweile 15 Jahren steht ­Joachim Gensior an der Spitze eines fünfköpfigen Vereinsvorstandes, der sich um die Geschicke hier sorgt – vieles organisiert und koordiniert.

Und der Chef konnte gestern bei einem Gespräch im 1974 eingeweihten Spartenheim berichten, dass gegenwärtig alle 52 Gärten der Anlage in Bewirtschaftung, sprich: verpachtet sind. Wie gesagt, gegenwärtig – ist doch das Leben auch Veränderung. Und deshalb, das betonte der Vorsitzende ausdrücklich, lohnt sich eine Nachfrage von an einem Pachtgarten interessierten Zeitgenossen eigentlich immer.

Auf um die 60 Jahre schätzte Joachim Gensior das Durchschnittsalter der Pächter in der „Bergstraße“. Und da kommt es schon immer mal vor, dass jemand aus gesundheitlichen oder Gründen des Alters seine grüne Oase abgeben muss. In solch einem Fall sicher nicht nur mit einer Träne im Knopfloch. „Es kommen aber jetzt jüngere Familien nach, auch mit Kleinkindern. Das ist ja richtig und wichtig, sie sind herzlich willkommen“, freute sich der Schleizer. Schließlich sei solch eine Verjüngung mit ein Garant für das Fortbestehen der Anlage in der Zukunft.

Schlichtweg nichts gab es um das Jahr 1939 auf dem Feld gegenüber der Bergkirche. Zeugnis davon legt eine Aufnahme aus jener Zeit ab, die Juergen K. Klimpke den rührigen Kleingärtnern zum 75. Geburtstag ihrer Anlage überreichte und die seit dem im Spartenheim hängt. Das Areal, wie man es heute kennt, entstand in drei Abschnitten, die mit den Jahreszahlen 1939, 1947 und 1958 in Verbindung zu bringen sind.

Bautechnisch ist man immer am Ball geblieben. So erinnerte Joachim Gensior im Gespräch daran, dass in Eigenleistung eine neue Wasserleitung sowie ein neues Erdkabel für die elektrischen Anschlüsse der einzelnen Gärten verlegt wurden. Erneuert wurde der Außenzaun, gleiches gilt für das Spartenheim mit Toilettenanlage – um nur einige Beispiele für das Wirken in der Gemeinschaft zu nennen.

Zukünftig will man sich der Fassade des Spartenheimes ­widmen – dessen Inventar, also Tische und Stühle, soll im kommenden Jahr auf einen zeitgemäßen Standard gebracht werden. Das Kümmern um die Gemeinschaftsflächen – also den Vorplatz, die Wege oder auch die Wiese fürs Brauchtumfeuer – ist über individuelle Pflegeverträge geregelt.

Seit gut zehn Jahren hat die Kleingartenanlage zudem einen eigenen Parkplatz. Entstanden ist der an der Nordstraße/Ecke Bergstraße. Einst gab es auch hier einen Kleingarten. Wie Joachim Gensior aber einräumte, schwierig zu verpachten, da an zwei Seiten Straßen vorbeiführen. Also löste man das Problem in der Art, dass alle Gartenpächter nun einen Nutzen davon hatten. Sozusagen als Nebeneffekt brachte das eine Entlastung des Parkplatzes an der Bergkirche.

Wenn sich nun in Zukunft der Anteil von jungen Familien in den Reihen der Gartenpächter weiter erhöht, möchte man sich im Vorstand auch mal Gedanken über die Anschaffung eines Spielgerätes machen. Konkret geht es nach Aussage des Vorsitzenden um eine Rutsche oder eine Schaukel, die ihren Platz möglicherweise auf der Wiese nahe dem Bereich fürs Brauchtumsfeuer finden könnte. „Wir müssen ganz einfach die Möglichkeit bieten, dass sich die Kinder auch mal außerhalb des ­familiären Gartens bewegen können.“

Meine Meinung:

Sollte jemand Interesse an einem Garten haben, lohnt sich eine Nachfrage unter der Telefonnummer 03663/40 13 70 immer.

Kurzer Blick ins Programm vom Sonnabend

Los geht es um 13 Uhr mit einer Feierstunde im Beisein von Ehrengästen und den Mitgliedern des Vereins. Eine Festrede, Würdigungen verdienstvoller Kleingärtner und Grußworte der Ehrengäste werden eine Stunde ausfüllen.

Gegen 14 Uhr können sich die Besucher auf einen Auftritt des Spielmannszuges der Feuerwehr Tanna ­freuen.

Am Spartenheim steht auf der Festwiese ein kleines Zelt. Hier wird Alfons Solo aus Nordhausen die Gäste schließlich musikalisch durch den ­Nachmittag ­begleiten.

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