Schleizer Geschichte(n) – auch 2020 spannend aufbereitet

Schleiz.  Wussten Sie, dass an der Wettera bis 1905 etwa Gold gewaschen wurde? Mehr zu diesem und anderen spannenden Themen gibt es beim Geschichtsverein Schleiz.

Juergen Klimpke, Günther Rocktäschel, Heidemarie Walther und Manfred Eckstein (v.l.n.r.) vom Geschichts- und Heimatverein stehen hier an einem bei Schleiz-Besuchern sehr begehrten Fotomotiv: dem Duden-Denkmal vor dem „Rutheneum“. Professor Ulrich Eißner aus Dresden hat dessen Schaffensprozess geleitet. Er wird zum März-Vortrag erwartet und soll zum Thema „Bildende Kunst und Sprache“ referieren.

Juergen Klimpke, Günther Rocktäschel, Heidemarie Walther und Manfred Eckstein (v.l.n.r.) vom Geschichts- und Heimatverein stehen hier an einem bei Schleiz-Besuchern sehr begehrten Fotomotiv: dem Duden-Denkmal vor dem „Rutheneum“. Professor Ulrich Eißner aus Dresden hat dessen Schaffensprozess geleitet. Er wird zum März-Vortrag erwartet und soll zum Thema „Bildende Kunst und Sprache“ referieren.

Foto: Uwe Lange / OTZ

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Einen furiosen Jahresauftakt legte der Geschichts- und Heimatverein vor knapp einer Woche im Café Ried’l mit dem Vortrag von Juergen Klimpke zum 100. Geburtstag von Heinz Tiersch hin. Zwischen 60 und 70 Zuhörer wurden an diesem Abend gezählt. Diese Angabe steht nicht zuletzt für die nach wie vor große Popularität, die der unvergessene Schleizer – Heinz Tiersch starb im November 2011 – bei den Menschen hier genießt. Ganz schön große „Fußstapfen“ für die weiteren Vorträge in diesem Jahr!

Ganz anders das Thema im Februar: Lena Martin und Adrian Bauer vom Dudengymnasium sprechen über die „Untere Wettera bei Niedrigwasser des Bleilochstausees“. Vorgestellt wird der Inhalt einer Seminarfacharbeit, die erst vor wenigen Tagen verteidigt und mit der Note 1 bewertet wurde. Spannung kommt in die ganze Geschichte, wenn man sich in Erinnerung ruft, dass an der Wettera bis ungefähr 1905 Gold gewaschen wurde. Zeugnis dafür ist das Auffinden eines großen Teils der Anlagen – sogar eine Waschschale dieser „Goldgräber“ hat unter einem Baum die Zeit überdauert. „Es gibt zudem aus den 1920er Jahren immer wieder Berichte, die das bestätigen“, ergänzte Juergen Klimpke. Gut zwei Jahre lagen zwischen der Aufgabenstellung an die Gymnasiasten und der Verteidigung ihrer Arbeit. Manfred Eckstein würdigte in diesem Zusammenhang, dass Lena Martin und Adrian Bauer bei ihrem Wirken auch jede Menge Unterstützung von außen erhielten.

Konrad Duden Mitglied einer Studentenverbindung

Immer am ersten Donnerstag im Monat gibt es einen Vortragsabend vom Geschichtsverein. Am 5. März wird Professor Ulrich Eißner von der Hochschule für Bildende Künste Dresden im Café Ried’l erwartet. Er spricht über „Bildende Kunst und Sprache“. An dieser Stelle kommt Konrad Duden ins Gespräch, dessen Denkmal vor dem „Rutheneum“ bei Schleiz-Besuchern ein begehrtes Fotomotiv ist. Die Würdigung von Duden hier ist auch quasi ein Brückenschlag von Dresden in die Kreisstadt: Zeichnete sich doch Professor Eißner für den Schaffensprozess dieses Monumentes verantwortlich. Komplett wird die kurze Vorstellung des Referenten mit der Erwähnung seiner Aktivitäten im Bereich des Kabaretts.

Duden ist es auch, der mit dem April-Thema die „Wingolfer“ in Verbindung gebracht werden kann. Kurz zur Erklärung: Der Wingolfsbund ist der älteste Bund studentischer Verbindungen und zugleich die erste Korporation, die sich gegen Duell und Mensur wandte. 1844 fand das Gründungskonzil in Schleiz, im damaligen Hotel „Goldener Wolf“, statt. Konrad Duden war in seiner Bonner Zeit Mitglied in dieser Verbindung.

Medizin, Sprache und Flure – Jahresprogramm vielfältig

Im Mai nimmt Zahnärztin Ingrid Geisenheiner ihre Zuhörer mit in die Historie der Medizin. Dann geht es um „Das Leben und Schaffen von Dr. med. Joachim Kolbe während der Jahre 1585 bis 1657 in Schleiz“. Dieser soll als Student auf Wanderschaft in Bad Steben zwei Quellen entdeckt haben mit heilendem Wasser. „In Schleiz bot man ihm eine Lebensstellung an. Das waren immerhin 50 Taler und die gesamte Versorgung – einschließlich des Transportes zu Kranken“, machte Manfred Eckstein neugierig. Ingrid Geisenheiner hat sich intensiv mit der Biografie des Mediziners beschäftigt, der die Leichenhalle an der Bergkirche stiftete.

Der 17. Mai steht als Termin für den Internationalen Museumstag fest. Die Vorbereitungen dafür laufen im „Rutheneum“. Notieren kann man sich auch bereits heute den 4. Juni, wenn es nun schon zum neunten Mal heißt: „Willkommen beim Schleizer Flurspaziergang“. Der läuft in Verantwortung von Juergen Klimpke und verfolgt das Ansinnen, die alten Flurbezeichnungen besonders bei der jüngeren Generation in Erinnerung zu halten.

Da die nun noch folgenden Termine nach der Sommerpause kalendarisch doch in einiger Entfernung liegen, gibt es diese nur kurz in einer Zusammenfassung. Erwähnt werden muss dabei der Vortrag von Oberstudienrat Joseph Kraus am 12. September zu „Bildung und Sprache“ am „Tag der deutschen Sprache“. Den gibt es am Nachmittag und abends wird zum 21. Historischen Stadtgang eingeladen.

Noch offenen sind gegenwärtig die Vortragsthemen vom Oktober und November. Sicher ist ist hingegen, dass Juergen Klimpke am 3. Dezember das Jahr 2020 mit dem traditionellen „Geschichtenabend“ beschließen wird.

Weitere Informationen im Internet unter www.rutheneum-schleiz.de

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