Meine Meinung: Schleizer Schlachtvieh

Oliver Nowak über die mögliche Rolle des Schleizer Krankenhauses im Sanierungskonzept der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH.

OTZ-Reporter Oliver Nowak

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Foto: Andreas Wetzel

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Martina Schweinsburg (CDU), die Vorstandsvorsitzende der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH und der Kreiskrankenhaus Schleiz GmbH, hüllt sich gern ins Schweigen, wenn es um die Zukunft der Krankenhäuser geht.

Verständlich, schließlich muss sie ihr Kreiskrankenhaus Greiz retten. Das Schleizer Krankenhaus spielt in diesem Prozess das Schlachtvieh. Eine persönliche Betrachtung:

Das Kreiskrankenhaus Greiz ist wirtschaftlich am Ende, aber für das politische Überleben Schweinburgs relevant. Das Schleizer Krankenhaus nicht. Schafft es Schweinsburg, das Greizer Krankenhaus zu erhalten, ist sie eine Heldin in ihrem Wahlkreis. Eine mögliche Strategie dazu ist teilweise aus der Biologie bekannt.

Das Kreiskrankenhaus Greiz profitiert vom Kreiskrankenhaus Schleiz. Zum einen finanziell, zum anderen personell. Ohne genügend Personal ist keine Krankenversorgung möglich. Die Fixkosten zur Gebäudeunterhaltung, Verwaltung und dergleichen bleiben annähernd gleich. Somit wird das Schleizer Krankenhaus zunehmend unrentabel. Ein Erhalt lohnt sich für einige Zeit noch als Durchgangskrankenhaus. Jene Fälle, die aufgrund von Personalmangel nicht mehr in Schleiz behandelt werden können, könnten nach Greiz weitergeleitet werden.

Das Schleizer Krankenhaus bleibt bei den Verhandlungen mit Geldgebern zudem als Ass im Ärmel. Nach der Wirtschaftsrecherchen-Datenbank Northdata beträgt zum Ende 2017 der Wert von Grundstück sowie Bauten des Schleizer Krankenhauses 14,1 Millionen Euro. Ein Verkauf des Krankenhauses würde demnach beachtliche Summen in die kostspielige Sanierungsoffensive des Greizer Krankenhauses spülen.

Deshalb fordere ich zwei Dinge: Das Schleizer Krankenhaus sollte für einen symbolischen Euro an den Saale-Orla-Kreis zurückgegeben werden, damit es in die Hände von Menschen kommt, deren Wähler es versorgt. Und die Bürger sollten dafür auf die Straße gehen und demonstrieren.

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