Schleizer Tafel erhält kaum noch Obst und Gemüse

Schleiz.  Neben dem Einkaufsverhalten in Zeiten der Corona-Vorsorge gibt es weitere Gründe, weshalb es weniger Lebensmittelspenden in Schleiz gibt.

Nina Wagenleitner und Peter Hilgendorf werden über das Thüringer Landesprogramms „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit“bei der Schleizer Tafel beschäftigt. Obst und Gemüse gibt es derzeit wenig zu verteilen.

Nina Wagenleitner und Peter Hilgendorf werden über das Thüringer Landesprogramms „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit“bei der Schleizer Tafel beschäftigt. Obst und Gemüse gibt es derzeit wenig zu verteilen.

Foto: Peter Cissek

Die Schleizer Tafel erhält seit Jahresbeginn saisonbedingt weniger Obst und Gemüse gespendet, zurzeit kaum noch etwas. Das hat nicht nur etwas mit dem Einkaufsverhalten von Kunden in Zeiten des Coronavirus zu tun, sagte Klaus Weidhase, Mitarbeiter des Diakonievereins Orlatal und Verantwortlicher für die Schleizer Tafel.

Die beiden „Hauptlieferanten“ der Schleizer Tafel, das Warenhaus Kaufland und der Discounter Lidl, haben sich zum Ziel gesetzt, weniger Lebensmittel wegzuwerfen, weiß Weidhase zu berichten. Das hat zur Folge, dass sie versuchen, möglichst viel verderbliche Lebensmittel selbst zu verkaufen und sei es zu reduzierten Preisen. Erst Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten haben, werden der Lebensmittelausgabestelle für Bedürftige als Spende zur Verfügung gestellt. Das betreffe neben Obst und Gemüse beispielsweise auch Joghurt. Aber auch Teigwaren und Konserven finden dieser Tage guten Absatz unter zahlenden Kunden und folglich nicht den Weg zur Schleizer Tafel und ihrer Außenstelle Bad Lobenstein, erklärte Klaus Weidhase. Toilettenpapier, das nun manche Kunden in größeren Mengen kaufen, habe kein Mindesthaltbarkeitsdatum und werde folglich nicht an die Tafel gespendet.

Die Hamsterkäufe der vergangenen Tage haben Auswirkungen auf die Versorgung mit Lebensmitteln bei den Tafeln in Deutschland. Jochen Brühl, Verbandsvorsitzender des Vereins „Tafel Deutschland“, wies gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ darauf hin, dass gerade arme Menschen sich große Vorratskäufe gar nicht leisten könnten und appellierte: „Wer merkt, dass er doch zu viele lang haltbare Vorräte gekauft hat, kann sich gerne an die Tafel in seiner Stadt wenden.“

Die Schleizer Tafel versorgt in Schleiz und Bad Lobenstein gegen einen Obolus etwa 125 Bedarfsgemeinschaften, bestehend aus mehreren Personen mit Lebensmitteln. Neben zwei Mitarbeitern, die über das Landesprogramm „Öffentlich geförderte Beschäftigung und gemeinwohlorientierte Arbeit“ (ÖGB) für drei Jahre bis Juli 2020 angestellt sind, wird die Arbeit bei der Tafel weitestgehend von Ehrenamtlichen sichergestellt.

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