Schleizerin konnte nur halbes Freiwilligenjahr leisten

Schleiz.  Hannah Bauch aus Schleiz kehrte wegen der Corona-Pandemie Monate früher aus Pretoria zurück.

Hannah Bauch (links aus dem Wasser ragend) musste wegen der Folgen der Corona-Pandemie ihren Freiwilligendienst  in Pretoria, zu dem auch Schwimmunterricht für Kinder und Erwachsene aus dem Township „Mamelodi“ gehörte, vorzeitig abbrechen.

Hannah Bauch (links aus dem Wasser ragend) musste wegen der Folgen der Corona-Pandemie ihren Freiwilligendienst  in Pretoria, zu dem auch Schwimmunterricht für Kinder und Erwachsene aus dem Township „Mamelodi“ gehörte, vorzeitig abbrechen.

Foto: Foto: Privat

Hannah Bauch aus Schleiz musste wegen der Folgen der Corona-Pandemie ihren Weltwärts-Freiwilligendienst im südafrikanischen Pretoria vorzeitig abbrechen. Ursprünglich hätte sie nach einem Jahr am 4. September zurück fliegen sollen. Doch die Pandemie machte ihre einen Strich durch die Rechnung. Nun möchte sie Medizin studieren und ihren Freiwilligendienst in einem Krankenhaus in der Heimat fortsetzen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Bereits im März musste sie ihren Freiwilligendienst an der Deutschen Internationalen Schule Pretoria beenden. „Da mein Dienst ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war, sind die Entsendeorganisationen auch an die Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes gebunden. Am 17. März erfuhr ich, dass meiner Organisation die Verantwortung auferlegt wurde, ihre Volunteers schnellstmöglich zurück nach Deutschland zu holen. Leider konnte ich deshalb meine Projekte nicht beenden“, berichtet Hannah Bauch.

Zwar habe es während ihres Aufenthaltes keine bestätigten Corona-Infektionen in der Region Pretoria gegeben. Doch am Sonntag vor ihrem Heimflug mit einer regulären Linienmaschine hat auch die südafrikanische Regierung alle Schulen und Hilfsprojekte geschlossen.

Schwimmunterricht für Township-Bewohner

Bei ihren Projekten handelte es sich um wichtige Angebote für Kinder und Erwachsene aus dem Township Mamelodi, die an Partnerschulen der Deutschen Internationalen Schule lernen und lehren. „Einmal pro Woche kamen sie zum Schwimmunterricht zu mir aufs Schulgelände. Sowohl bei den Lehrern als auch bei den Schülern musste man ganz von vorn anfangen. Es galt, gegenseitig Vertrauen zu fassen und sich ans Wasser zu gewöhnen. In Südafrika zählt ein ziemlich großer Teil der Bevölkerung zu den Nichtschwimmern. Sehr oft ertrinken Menschen“, erklärt Hannah Bauch. Deshalb sollten diese Projekte fortgeführt werden, meint sie und bittet um Spenden.

Hannah Bauch lebte in einer Unterkunft auf dem Schulgelände und konnte so die Freizeitmöglichkeiten, die der Campus bietet, nutzen. „Meine Aufgaben an der Schule waren vielseitig. Zwei Tage der Woche widmete ich mich Julian, einem Jungen mit Down Syndrom. Dabei lernten oder arbeiteten wir zusammen im Tuckshop, dem Schulkiosk. Julian sollte so auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden. An mehreren Tagen unterstützte ich nachmittags die Erzieherinnen im Schulhort, dem so genannten Tagesheim, bei der Hausaufgabenbetreuung. So ist gewährleistet, dass auf jedes Kind wenigstens bei der Erledigung der Hausaufgaben individuell eingegangen wird“ , so die Schleizer Abiturientin.

Freiwillige verändern sich durch ihren Dienst dauerhaft

Gemessen an den Entsendezahlen ist „Weltwärts“ nach eigenen Angaben der größte internationale Freiwilligendienst für junge Menschen in Deutschland und einer der größten entwicklungspolitischen Jugendfreiwilligendienste weltweit. Rund 35.000 junge Menschen haben bislang mit „Weltwärts“ einen Freiwilligendienst in Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa oder Ozeanien gemacht. Dabei sollen sie andere Kulturen und Sichtweisen kennenlernen, ihre eigenen Denkmuster und Handlungsweisen hinterfragen und zu einem global solidarischen Handeln befähigt werden.

Wie es auf der Weltwärts-Internetseite heißt, verändern sich Freiwillige durch ihren Dienst dauerhaft. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die vom Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit im März veröffentlicht wurde. Die Freiwilligen erlangen demnach Wissen über ihr Einsatzland, erwerben dessen Sprache, entwickeln ihre Fähigkeit weiter, sich in die Perspektive von Menschen aus ihrem Einsatzland zu versetzen, und gewinnen ihnen gegenüber an Empathie. Sie engagieren sich nach ihrer Rückkehr stärker für entwicklungspolitische Themen.

Wer den Freiwilligendienst unterstützen möchten, kann eine Spende überweisen auf das Konto bei der Sparkasse Köln-Bonn, IBAN: DE90 3705 0198 0007 5254 13, Verwendungszweck: Hannah Bauch.