Schulbank drücken am Schleizer Dreieck

Schleiz.  Bevor die Startampel an der Querspange erstmals in der neuen Saison auf „Grün“ schaltet, müssen die Sportwarte am 14. März ihr Wissen auffrischen.

Matthias Soboth hat Ende der 1970-er Jahre selbst als Sportwart am damals noch „alten“ Schleizer Dreieck angefangen. Der Posten am Oberböhmsdorfer Teich war über Jahre sein Stamm-Einsatzort zum Rennen. Nach einer entsprechenden Qualifizierung, arbeitet er nun schon seit mehreren Jahren als Leiter Streckensicherung.

Matthias Soboth hat Ende der 1970-er Jahre selbst als Sportwart am damals noch „alten“ Schleizer Dreieck angefangen. Der Posten am Oberböhmsdorfer Teich war über Jahre sein Stamm-Einsatzort zum Rennen. Nach einer entsprechenden Qualifizierung, arbeitet er nun schon seit mehreren Jahren als Leiter Streckensicherung.

Foto: Uwe Lange / OTZ

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Ziemlich rau waren Wind und Temperaturen am Donnerstag beim Treffen mit Matthias Soboth, dem Leiter Streckensicherung vom Schleizer Dreieck, am Buchhübel. Zwei Flaggen hatte er symbolisch in der U-Schale – dem Posten-Stand der Sportwarte – dabei, die eigentlich „Handwerkszeug“ der Sportwarte sind, die auch vor dem Start in die Rennsport-Saison 2020 wieder ihr Wissen auffrischen müssen.

Genau das passiert am 14. März, also in fast genau vier Wochen, zwischen 9 und 16 Uhr in der Vereinsgaststätte „Seng“. Soboth betonte, dass dort eine offiziell beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) gemeldete und damit lizenzierte Schulung über die Bühne geht, die schwerpunktmäßig Mathias Daßler durchführt. Dieser Status hat zur Folge, dass ab und zu auch Sportfreunde von weiter her ans Schleizer Dreieck kommen, die hier ihre Lizenz als Sportwart erwerben wollen.

Bekannter Sport-Kommentator wurde in Schleiz geschult

Dazu eine kurze Episode: „Bei uns in der Schulung saß zum Beispiel schon mal Lenz Leberkern, der fürs Sportfernsehen die Superbike-WM kommentiert. Das hatte er an jenem Tag morgens in München noch getan, mittags ging die Tür auf und er kam rein. Das war schon eine Überraschung. Wir haben uns hinterher auch noch nett unterhalten. Er hat hier bei uns seine Lizenz gemacht, weil er als Sportwart auf der Isle of Man mitmachen wollte“, erinnerte sich Matthias Soboth.

Immer willkommen zu dieser Veranstaltung sind interessierte Neueinsteiger, denn „Sportwarte kann man eigentlich nie genügend haben“. Letztere Feststellung von Matthias Soboth bekommt gleich noch einen anderen Stellenwert wenn man weiß, dass er zur Absicherung zum Beispiel des alljährlichen Internationalen Schleizer Dreieckrennens mit einem personellen Pool von hundert Sportwarten plant und arbeitet.

Nachwuchs-Sportwarte gesucht

Zu besetzen sind rings um das Dreieck, das in drei Jahren seinen 100. Geburtstag feiern wird, bei einer solchen hochkarätigen Veranstaltung 24 Postenbereiche.

Zudem müsse man immer auf dem Zettel haben, dass langjährige Sportwarte altersbedingt möglicherweise ihre Tätigkeit an der Strecke aufgeben oder bei der Fülle von Veranstaltungen anderswo im Einsatz sind. Schließlich werden die Marshals, wie Sportwarte noch bezeichnet werden, auch beim Moto-Cross, bei Rallye’s, beim Super-Moto, bei Kart-Veranstaltungen, ja selbst beim Hovercraft-Rennen Mitte Mai auf dem Bleilochstausee, benötigt.

Am Dreieck selbst sind sie erstmals beim 2. Thüringer Motorsportmeeting am Wochenende des 13. und 14. Juni gefordert. Diese beiden Tage werden mit Sicherheit auch wieder einige Piloten aus der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) für Trainingsfahrten nutzen. Schließlich geht es ja zwischen dem 24. und 26. Juli an gleicher Stelle ganz konkret dann um Meisterschaftspunkte.

Mindestens 18 Jahre alt muss so ein ambitionierter Neueinsteiger schon sein. Neben Freude am Motorsport, sollte der „Eleve“ auch eine gewisse Grundkondition mitbringen. Schließlich muss während der Veranstaltung draußen in der U-Schale ausgeharrt werden, egal ob die Sonne vom Himmel brennt oder es in Strömen regnet.

Flaggenkunde, Erste Hilfe und Sturzszenarien Inhalte der Schulung

Was den Inhalt besagter Schulung Mitte März angeht, ist die sogenannte „Flaggenkunde“ nur eine beispielhafte Säule des vermittelten Wissens. Durchgesprochen wird zudem das Verhalten bei verschiedensten Sturzszenarien draußen auf der Strecke. So ein Sportwart muss aber zum Beispiel am Buchhübel auch die Zuschauer auf den großen Tribünen im Auge haben. Sollte sich jemand von denen jenseits der Absperrungen bewegen, gilt es natürlich im Interesse der Sicherheit aller sofort einzuschreiten. Gleiches gilt für Medienvertreter, die möglicherweise an falscher Stelle nach einem tollen Foto streben.

Hartmut Jacobi vom DRK-Schleiz macht die Referenten-Gruppe bei dieser Schulung komplett. Er wird zum Thema „Ersthilfemaßnahmen bei Motorsportunfällen“ sprechen. Dieser Teil wechselt jährlich. Vor der Saison 2021 steht dann wieder eine Unterweisung für den Umgang mit Feuerlöschern auf dem Plan.

Schulung Sportwarte Schleizer Dreieck, 14. März, 9 Uhr, Vereinsgaststätte „Seng“

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