Sieben Corona-Neuinfektionen im Saale-Orla-Kreis

Schleiz.  Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen nimmt inzwischen extreme Umfänge an, erklärt Saale-Orla-Amtsarzt Torsten Bossert.

Torsten Bossert, Amtsarzt im Saale-Orla-Kreis.

Torsten Bossert, Amtsarzt im Saale-Orla-Kreis.

Foto: Peter Cissek

Nachdem sich die Corona-Situation im Saale-Orla-Kreis zuletzt etwas entspannte, musste der Fachdienst Gesundheit des Landratsamtes zum Freitag wieder verhältnismäßig viele Neuinfektionen registrieren. Gleich sieben Personen wurden positiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestet.

Im Einzugsgebiet der Städte Gefell, Neustadt und Schleiz

Drei dieser Fälle haben ihren Ursprung bei einer privaten Feierlichkeit im Saale-Holzland-Kreis. Es handelt sich um Personen, die mit einer bereits getesteten Frau in einem Haushalt leben und sich bereits in Quarantäne befanden, so das Landratsamt in einer Mitteilung. Die übrigen vier Neuinfektionen haben keinen direkten Zusammenhang und verteilen sich auf das Einzugsgebiet der Städte Gefell, Neustadt und Schleiz, wobei sich bislang nur in einem Fall die Infektionsquelle – der Arbeitsplatz außerhalb des Saale-Orla-Kreises – klar bestimmen lässt. Ansonsten läuft die Ermittlung der Infektionsketten noch.

„Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen nimmt inzwischen extreme Umfänge an. Unsere Mitarbeiter stoßen allmählich an die Belastungsgrenze“, erklärt Amtsarzt Torsten Bossert. Die damit verbundene Gefahr benennt Landrat Thomas Fügmann (CDU): „Solange wir die Infektionsketten nachvollziehen und Kontaktpersonen rechtzeitig quarantänisieren können, bleibt das Geschehen einigermaßen unter Kontrolle. Wenn wir aber den Punkt erreichen, dass wir Infizierte und deren Kontaktpersonen nicht mehr rechtzeitig isolieren können, droht uns das Infektionsgeschehen zu entgleiten und damit eine unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Virus.“

Noch sei die Situation im Saale-Orla-Kreis nicht so dramatisch, aber der Blick auf die deutschlandweite Pandemie-Entwicklung zeige, wie schnell der kritische Punkt erreicht werden könne. Und auch eine positive Nachricht gibt es kurz vor dem Wochenende: Die Situation im Hotspot Michaelisheim in Schleiz scheint sich beruhigt zu haben. „Das infektiöse Geschehen ist dort im Griff. Alle dort am Mittwoch durchgeführten Tests sind negativ“, informiert Torsten Bossert. Durch die Feinheiten der statistischen Datenermittlung gelten in der Wohnstätte der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein nur noch zwei Bewohner und zwei Beschäftigte als sogenannte aktive Fälle.