Staatsanwaltschaft entlastet ehemaligen Vorsitzenden des AMC Schleizer Dreieck

Schleiz  Ermittlungen gegen Manuel Metzner wegen Ungereimtheiten beim Kartenverkauf eingestellt.

Ein Strafanzeige in Sachen Eintrittskarten für Rennen auf dem Schleizer Dreieck beschäftigte die Staatsanwaltschaft.

Ein Strafanzeige in Sachen Eintrittskarten für Rennen auf dem Schleizer Dreieck beschäftigte die Staatsanwaltschaft.

Foto: Sascha Fromm

Die Staatsanwaltschaft Gera hat das Ermittlungsverfahren gegen den einstigen Vorsitzenden und Kassierer des AMC Schleizer Dreieck eingestellt. Dabei ging es unter anderem um seinerzeit nicht geklärte Differenzen in Höhe von über 80.000 Euro bei der Ticketabrechnung für die Motorradrennveranstaltung ­Superbike IDM 2015 auf dem Schleizer Dreieck. „Mit den zur Verfügung stehenden Ermittlungsmöglichkeiten können wir den Vorwurf nicht nachweisen, dass die Beschuldigten weitere Eintrittskarten verkauft und das Geld veruntreut hätten“, teilte Sven Schroth, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft ­Gera, auf Anfrage mit.

Manuel Metzner, damaliger AMC-Vorsitzender, wertete die Verfahrenseinstellung nach Paragraf 170 Absatz 2.1 als Freispruch für seine Person und den Kassierer. „Es handelte sich um eine Unterstellung, mit der mich Konkurrenten ausschalten wollten. Ich finde es abartig, dass der Verein dabei so runtergezogen wurde“, sagte er.

Insolvenz ohne Auswirkung auf Rennen

Nach den durchgeführten Ermittlungen werde es keine Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft geben. Ausgangspunkt der Strafanzeige war, dass durch die ME GmbH dem AMC Eintrittskarten zu einem Verkaufspreis in Höhe von 188.120 Euro übergeben worden sein sollen. „Tatsächlich ergaben sich aus den der Staatsanwaltschaft vorgelegten Empfangsquittungen nur Eintrittskarten zu einem Verkaufspreis in Höhe von 184.620 Euro“, heißt es in einem OTZ vorliegenden Schreiben der Staatsanwaltschaft vom 30. September 2019 an Vereinsmitglied Konrad Walther, der im Jahr 2017 Strafanzeige gestellt hatte. Gegenüber der ME GmbH, die die Eintrittskarten gedruckt hatte, hätten die Beschuldigten für den AMC angegeben, nur Ticketeinnahmen in Höhe von 102.024 Euro gehabt zu haben, ohne dass der ME GmbH die übrig gebliebenen Tickets mit einem Verkaufswert von 82.596 Euro zurückgegeben worden seien. Daraus habe sich der Anfangsverdacht ergeben, dass mögliche Einnahmen privat vereinnahmt worden wären. „Tatsächlich liegt ein Zählprotokoll des Vorstands des AMC vor, nachdem noch Eintrittskarten mit einem Verkaufswert von 79.466 Euro vorhanden waren. Der Staatsanwaltschaft liegen nicht verkaufte Eintrittskarten mit einem Verkaufswert in Höhe von 71.696 Euro vor“, heißt es in dem Schreiben der Staatsanwaltschaft. Die weitere Auswertung der Unterlagen habe ergeben, dass die Abrechnung des AMC gegenüber der ME GmbH zwar tatsächlich unvollständig war, weil die Einnahmen aus dem Vorverkauf der Sparkasse nicht mit angegeben worden waren. Es lägen keine belastbaren Anhaltspunkte dafür vor, dass dem AMC oder der ME GmbH durch die Ausgabe von Freikarten für Helfer der Veranstaltung oder für die Pressearbeit ein Schaden entstanden ist.

Etwaige zivilrechtliche Ansprüche werden von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft nicht berührt.

„Für uns bleiben zwar noch Fragen offen, aber der Fall ist abgeschlossen. Ich weiß nicht, ob der Insolvenzverwalter des Vereins die Angelegenheit weiter verfolgen wird“, sagte Wolfgang Grimm, der gemeinsam mit den weiteren AMC-Mitgliedern Konrad Walther und Roland Wetzel im Jahr 2017 eine Zählung der übrigen Tickets gefordert hatte, später auch juristisch.

Am 19. Mai 2017 stellte Vereinsmitglied Konrad Walther Strafanzeige. Im Jahr 2018 wollte der Vorsitzende den Verein auflösen, bekam dafür aber nicht die notwendige Mehrheit. Das Amtsgericht habe am 25. Oktober 2018 den Vorstand inklusive Vorsitzenden abgesetzt und Konrad Walther als Beauftragten bis zur Neuwahl eingesetzt. Am 11. Januar 2019 wurde dann der neue Vorstand mit dem Vorsitzenden Roland Wetzel gewählt. Gleichzeitig entschloss sich der Vorstand, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Auf die Rennen auf dem Schleizer Dreieck hatten die Ermittlungen keine Auswirkungen, weil diese vom MSC Schleizer Dreieck und anderen Veranstaltern organisiert wurden.

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