Stadt Schleiz kämpft um Erhalt des Kreiskrankenhauses

Schleiz.  Bürgermeister Marko Bias und der Stadtrat Schleiz senden einen Offenen Brief an die Entscheidungsträger im Landkreis Greiz.

Bürgermeister Marko Bias (Mitte) verliest am Dienstagabend im Stadtrat im Beisein seiner Beigeordneten Steffen Elschner und Corina Fügmann den Offenen Brief zum Erhalt des Kreiskrankenhauses Schleiz.

Bürgermeister Marko Bias (Mitte) verliest am Dienstagabend im Stadtrat im Beisein seiner Beigeordneten Steffen Elschner und Corina Fügmann den Offenen Brief zum Erhalt des Kreiskrankenhauses Schleiz.

Foto: Peter Cissek

Mit einem Protestbanner am Rathaus und einem Offenen Brief an die Entscheidungsträger kämpft die Stadt Schleiz um den Erhalt des örtlichen Kreiskrankenhauses. Bürgermeister Marko Bias (CDU) hofft, dass sich die Stadt ähnlich wie bei der letztlich gescheiterten Kreisgebietsreform Gehör verschaffen kann und Entscheidungen zu Ungunsten der Region revidiert werden, sagte er zur Stadtratssitzung am Dienstagabend.

Der Offene Brief ist an die Greizer Landrätin, Präsidentin der Planungsgemeinschaft Ostthüringen und Aufsichtsratsvorsitzende der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH und Kreiskrankenhaus Schleiz GmbH, Martina Schweinsburg (CDU), gerichtet. Weitere Adressaten sind die Mitglieder des Krankenhaus-Aufsichtsrates und Kreistages Greiz.

Einziges Krankenhaus in Region Schleiz und Bad Lobenstein

„Jeder Mensch hat ein Recht, bei einem medizinischen Notfall schnellstmöglich versorgt zu werden. Geht es etwa um schwere innere Verletzungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte können Minuten über die Rettung und Heilungschancen entscheiden. Die Bürger aus Schleiz, Bad Lobenstein, Zeulenroda und großen Teilen des Saale-Orla-Kreises sind deshalb froh, dass es mit dem Krankenhaus Schleiz ein bislang sehr gutes Angebot zur Rettung und Versorgung gibt. Doch was ist, wenn das Kreiskrankenhaus Schleiz nicht mehr das Versorgungsangebot wie im bisherigen Umfang bereithält? Einziger Leitgedanke der Gesundheitsversorgung sollte es sein, dass die Patientinnen und Patienten für ihre Erkrankung eine schnelle Behandlung erhalten“, zitierte Bias aus dem Offenen Brief, den er am Vortag mit den Vorsitzenden aller Stadtratsfraktionen verfasst hat.

Derzeit seien sie allesamt in Sorge, dass ausschließlich wirtschaftliche Aspekte die Diskussion beherrschen. Das Kreiskrankenhaus Schleiz erfülle laut dem Beteiligungsbericht des Landkreises Greiz die Aufgaben des geltenden Thüringer Krankenhausplans, geben sie zu bedenken. Die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen hat im Regionalplan G 3-47 den Erhalt des Standortes Schleiz für die regionale Versorgung mit Krankenhäusern festgeschrieben. „Im ländlichen Raum muss die erforderliche Grund-, Regel- und Notfallversorgung mit einem funktionierenden System von ausgewählten Klinik-Standorten, einem gut organisierten Zubringer- und Rettungsdienst sowie rund um die Uhr vorhandenen ambulanten und stationären Angeboten in regionalen Versorgungsverbünden sichergestellt werden. All das ist am Krankenhausstandort Schleiz gegeben. Planbare Eingriffe können natürlich in spezialisierte Zentren verlagert werden. Es besteht aus unserer Sicht erheblicher Grund zur Sorge, dass der Krankenhausstandort Schleiz zugunsten des Stammhauses Greiz aufgegeben werden soll“, erklärte Bias.

Klinik auch bei Unfällen auf der A9 wichtig

Er erinnert, dass das Krankenhaus Schleiz Anfang der 2000er für viel Geld erneuert und modernisiert wurde sowie im Sommer 2019 mit einem hohen Landeszuschuss als wichtiges Krankenhaus im ländlichen Raum bedacht wurde. „Es ist ein öffentliches Haus mit Daseinsfürsorge für die Bürger von Schleiz und des Saale-Orla-Kreises sowie für die Verunfallten auf der Autobahn 9“, erklärte der Bürgermeister. Er verwies auch auf die Rennveranstaltungen am Schleizer Dreieck oder das Musikfestival Sonne-Mond-Sterne. Zudem hat das Schleizer Krankenhaus die einzige Geburtsstation im Saale-Orla-Kreis. Für die Ausweisung von Schleiz als Mittelzentrum sei ein Krankenhaus zwingender Bestandteil des Anforderungskatalogs. Eine Gefährdung des Standortes habe deshalb darüber hinausgehende Auswirkungen. Am Ende des Offenen Briefes, der von den Stadtratsmitgliedern unterzeichnet wurde, werden Fragen an die Entscheidungsträger in Greiz gerichtet: „Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um den Krankenhausstandort Schleiz zu erhalten und somit die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten? Bleiben die Fachabteilungen - Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Intensivtherapie bestehen? Welche Perspektiven geben Sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für den Krankenhausstandort Schleiz? Wie gedenken Sie, die Festlegungen des Regionalplanes Ostthüringen und des Thüringer Krankenhausplanes zum Standort Schleiz weiterhin zu gewährleisten?“