Straße bei Pahnstangen wieder frei, aber nicht für alle

Pahnstangen.  Die Instandsetzung des ländlichen Weges nach Pörmitz wurde gefördert, weshalb ihn nur noch Land- und Forstwirtschaft nutzen dürfen.

Andreas Oertel, Lutz Heidrich, Mario Streit und Frank Brendel (von links) bei der Bauabnahme des ländlichen Weges in Pahnstangen, der nach Pörmitz führt.

Andreas Oertel, Lutz Heidrich, Mario Streit und Frank Brendel (von links) bei der Bauabnahme des ländlichen Weges in Pahnstangen, der nach Pörmitz führt.

Foto: Peter Cissek

Die Straße von Pahnstangen nach Pörmitz ist nach der Bauabnahme am Dienstagnachmittag wieder für den Verkehr freigegeben worden. Doch nicht für alle Kraftfahrzeuge. Lediglich landwirtschaftliche und Forstfahrzeuge sowie Fahrräder werden den Weg in den nächsten zwölf Jahren nutzen dürfen. Denn die Verbindung wurde mit Fördergeldern instandgesetzt.

„Wenn sich jemand findet, der 54.000 Euro spendet, sodass wir auf die Fördermittel verzichten können, machen wir die Verbindung wieder auf“, sagte Lutz Heidrich (UBV), Bürgermeister von Neundorf bei Schleiz. Zur Gemeinde gehört auch Pahnspangen. Etwa die Hälfte der rund 100 Einwohner des Ortsteils nutzte regelmäßig die Straße, die über Pörmitz zur Landesstraße von Neustadt via Dittersdorf nach Schleiz führt beziehungsweise nach Tegau abzweigt. Nun müssen sie Umwege über Neundorf, Görkwitz und Schleiz oder über Plothen fahren, meinte Gemeinderatsmitglied Andreas Oertel (parteilos). „In Zeiten, in denen von Umweltschutz und CO2-Einsparung gesprochen wird, ist so eine Sperrung für mich nicht nachvollziehbar. Es hätte genügt, wenn man die Verbindung für Fahrzeuge ab drei Tonnen gesperrt hätte. Denn Pkw fahren die Straße nicht kaputt, sondern den ländlichen Weg nur sauber“, sagte Andreas Oertel.

Abschnitt von 1,1 Kilometern bei Pahnstangen instandgesetzt

Aber er kann auch Bürgermeister Heidrich verstehen. Denn vom rund 680.000 Euro hohen Verwaltungshaushalt der Gemeinde fließt fast alles Geld in den örtlichen Kindergarten, die Kreis- und die VG-Umlage. Dabei ist er froh, dass das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und ländlichen Raum die Baukosten von 82.000 Euro zu 65 Prozent förderte.

„Bei uns in der Gegend ist es das erste Mal, dass eine Instandsetzung eines ländlichen Weges gefördert wurde“, sagte Mario Streit, Leiter der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte. Das hat zur Folge, das Kraftfahrzeuge bis auf land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge den Weg nicht mehr legal benutzen dürfen. Die 1994 erstmals bituminös als ländlicher Weg ausgebaute Straße wurde über die Jahre hinweg stark beansprucht, vor sieben Jahren insbesondere durch Baufahrzeuge beim Autobahnausbau. Die Fahrbahn war teils deformiert und von Rissen überzogen. Im Auftrag der Gemeinde Neundorf wurde der Weg von Ortslage Pahnstangen bis zur A9-Unterführung auf 1,1 Kilometern punktuell abgetragen. Über die gesamte Länge wurde eine acht Zentimeter dicke bituminöse Tragdeckschicht aufgebracht. Die Planung des von Schwall + Mayer Hoch- und Tiefbau GmbH aus Neustadt ausgeführten Auftrages sei von der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft ausgeführt worden, sodass für die Gemeinde keine weiteren Kosten anfielen, sagte Mario Streit.