Trotz Schnee wenig Umsatz in den Sportläden im Orlatal

Pößneck/Seisla  Die geschlossenen Sportgeschäfte im Orlatal hoffen auf ein Lockdown-Ende noch vor dem Finale der Wintersaison.

Marius Matejka (rechts) bringt seine geliehenen Skier zu Uwe Lindig, Inhaber des Sportgeschäfts im Gewerbegebiet Pößneck-Ost, zurück.

Marius Matejka (rechts) bringt seine geliehenen Skier zu Uwe Lindig, Inhaber des Sportgeschäfts im Gewerbegebiet Pößneck-Ost, zurück.

Foto: Marcus Cislak

„Endlich gibt’s mal wieder gute Wintersportbedingungen“, sagt Uwe Lindig, Inhaber des Sportgeschäfts im Gewerbegebiet Pößneck-Ost, „aber der Lockdown macht uns einen Strich durch die Rechnung". Aber Thomas Traeger, Chef des Seislaer Sportladens, schöpft etwas Hoffnung, dass er die schlechte Wintersaison durch die entstandene Nachfrage nach Skier, Schlitten und Kleidung abmildern kann. Denn die beiden vorangegangen Winter waren eher mild. Jetzt ist der Schnee vor der Haustür zwar da, aber der Wintersport coronabedingt nur sehr eingeschränkt möglich.

Marius Matejka aus Oppurg nutzte die Gelegenheit am vergangenen Wochenende und lieh sich erstmals Langlauf-Skier in Uwes Sportshop aus. Zufrieden brachte er sie am Montagmorgen zurück. Der 21-Jährige erzählt: „Es war ziemlich viel los am Wetzstein bei Lehesten. Aber Abstände haben die Leute gewahrt.“

Gewöhnlich würde er das alpine Skivergnügen in Österreich bevorzugen – denn da sind die Berge höher – , sieht es aber zumindest unter den gegebenen Umständen als gute Alternative, um Wintersport unter freiem Himmel zu treiben.

Seit einer Woche verleiht Uwe Lindig Langlauf-Skier. Man müsste nur anrufen und könne sie dann bei ihm abholen. Genau wie in Seisla. Das funktioniere relativ kontaktarm und bargeldfrei. „Ich vergebe Termine, zu denen Skier abgeholt und gebracht werden können“, so Traeger.

In den Werkstätten der beiden Geschäfte in Pößneck und Seisla könne man seine Bretter zum Beispiel auch wachsen und die Bindung einstellen lassen. Ein sehr eingeschränkter Verkauf sei ab 11. Januar auch wieder möglich. Zum Glück, denn seit vergangener Woche, als der erste Schnee im Orlatal fiel, beobachtet Traeger wieder etwas mehr Nachfrage nach Wintersport-Artikeln.

Tropfen auf heißem Stein

Allerdings sei das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Geschäfte sind faktisch zu, keiner dürfe die Räumlichkeiten betreten. Denn da warten nicht nur Geräte sondern auch jede Menge Jacken, Hosen und Schuhe für die Wintersportbegeisterten. Die Sachen können Kunden freilich nicht vor Ort anprobieren. „Das ist echt schwierig“, sagt Lindig. Zumindest könne man die Kleidung im Laden bestellen, abholen und zuhause anprobieren. Doch der größte Pluspunkt – der Vor-Ort-Service – bleibe so völlig auf der Strecke, was die stationären Händler von den Online-Geschäften sonst unterschied.

Überhaupt habe man mit dem Geschäft schon während des „Lockdown light“ im Dezember ein Problem gehabt. „Die Leute können nicht in den Winterurlaub fahren, weil die Skigebiete in den Alpen zu sind“, weiß Lindig, dementsprechend katastrophal verläuft auch der Handel. Das bestätigt auch Steffen Traeger und ergänzt: „Im März zum ersten Lockdown fehlte schon das Nach-Saison-Geschäft und seit November das der Vorsaison.“ Nun hofft man, dass der Lockdown noch vor Saison-Ende gelockert wird.