Biber sorgt für Stromausfall im Raum Wurzbach

Wurzbach  Auf der Suche nach dem Grund eines Kurzschlusses in der Freileitung machten Mitarbeiter der Energieversorgung eine interessante Entdeckung: Ein Biber war am Werk.

Kreuz und quer liegen vom Biber gefällte Bäume entlang eines Wasserlaufes. Jetzt wurde zwei Mal eine Freileitung der Energieversorgung getroffen.

Kreuz und quer liegen vom Biber gefällte Bäume entlang eines Wasserlaufes. Jetzt wurde zwei Mal eine Freileitung der Energieversorgung getroffen.

Foto: TEN/Holger Leube

Zu einem kurzzeitigen Stromausfall kam es am Dienstagnachmittag im Raum Wurzbach, Neundorf, Schlegel und Seibis, von dem eine geringe Kundenzahl betroffen gewesen ist. Die Ursache für die Unterbrechung der Energieversorgung trägt ein Fell, wie Mitarbeiter der Thüringer Energienetze (TEN) feststellen mussten.

Es war ein Kurzschluss in der Freileitung gewesen, der zum Stromausfall geführt hatte. Ein Baum war umgekippt und hatte die Leitung getroffen. Als TEN-Mitarbeiter zur Fehlersuche ausgerückt waren und den umgestürzten Baum entdeckten, machten sie eine interessante Beobachtung. Keine Windböe war die Ursache, auch hatte niemand die Kettensäge falsch angesetzt. „Da hatte ein Biber ganze Arbeit geleistet“, so die Feststellung von Teamleiter Holger Leube. Deutlich sichtbar waren die Nagespuren am unteren Stamm.

Dass Biber die Stromversorgung lahmlegen, gehört nicht gerade zum Alltag. Doch jetzt war es gleich der zweite Fall dieser Art binnen weniger Tage gewesen. „Erst vorige Woche hatten wir einen Stromausfall bei Plothen“, berichtet Holger Leube, „auch dort hatte der Biber dafür gesorgt, dass ein Baum umkippte und die Freileitung traf.“ Weil in diesem Bereich gleich mehrere Bäume festgestellt werden mussten, an denen der Biber schon deutlich seine Spuren hinterlassen hatte, ist am Dienstag vorsorglich zur Säge gegriffen worden. „Sicherheitshalber haben wir die betreffenden Bäume umgelegt“, ist von Holger Leube zu erfahren. Alles natürlich mit den entsprechenden behördlichen Genehmigungen in diesem Naturschutzgebiet.

Eigentlich ist es äußerst selten, dass sich der Biber mit den Energieversorgern anlegt. „Ich bin seit 1979 dabei und hatte das bisher noch gar nicht erlebt“, blickt Holger Leube zurück, „jetzt gab es gleich diese zwei Stromausfälle.“ Trotzdem verspürt er keinen Groll auf dieses größte Nagetier Europas: „Ich finde es gut, dass es den Biber bei uns gibt.“ Die Stromversorgung war übrigens in allen Fällen schnell wiederhergestellt.

Zu den Kommentaren