Viel Frischluft für Kindergartenkinder

Schleiz/Tanna.  Kindergartenkinder im Saale-Orla-Kreis spielen vermehrt im Freien. Arbeitsbelastung für Erzieherinnen ist durch Corona gestiegen.

So wie diese zwei spielen jetzt auch die Kinder in den Schleizer Kindergärten vermehrt draußen, um die Infektionsgefahr mit Corona zu senken.

So wie diese zwei spielen jetzt auch die Kinder in den Schleizer Kindergärten vermehrt draußen, um die Infektionsgefahr mit Corona zu senken.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Ob die Corona-Ampel für die Kindergärten in Schleiz, Oberböhmsdorf und Tanna nun auf grün oder gelb steht: Die Erzieher müssen täglich das vorgeschriebene Hygienekonzept umsetzen. Und das bedeutet erheblichen Mehraufwand.

„Dazu kommt noch die psychische Anspannung. Denn die Erzieher arbeiten im wörtlichen Sinne ganz eng mit den Kindern zusammen. Damit setzen sie sich einem gewissen Risiko aus, sich mit Corona anzustecken“, sagt Ralf Adam, Geschäftsführer vom Kreisverband Saale-Orla des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Das DRK ist freier Träger der Kindergärten in Tanna und Oberböhmsdorf.

Gelb heißt eingeschränkter Betrieb

Gerade die letzten zwei Wochen im Kindergarten Zwergenland in Tanna seien nervenaufreibend gewesen. Eine Erzieherin hatte sich mit Corona infiziert. Ihre und die räumlich benachbarte Gruppe wurden nebst Erzieherinnen in häusliche Quarantäne geschickt. Die Corona-Ampel für den Kindergarten steht noch auf gelb. Diese Einstufung bedeutet einen eingeschränkten Betrieb mit erhöhtem Infektionsschutz. Deshalb hat das Zwergenland in Tanna derzeit nur von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Die zwei Gruppen und neun Erzieherinnen, die vorsorglich in Quarantäne geschickt wurden, können seit Dienstag die Einrichtung wieder besuchen. Derzeit stehen noch die Tests zweier Krippenerzieherinnen aus. Die Krippengruppe ist derzeit geschlossen. „Auf die Ergebnisse warte ich sehnlichst“, sagt der Geschäftsführer. Er sei sich wohl bewusst, was diese Situation für die Eltern bedeutet. „Die Eltern haben alle Maßnahmen mitgetragen, dafür bin ich sehr dankbar.“ Dass das Hygienekonzept greift, sehe man an der Situation in Tanna. „Gerade weil wir es geschafft haben, eine Gruppendurchmischung zu vermeiden, zumindest dort, wo es die Räumlichkeiten hergeben, musste eben nicht der gesamte Kindergarten geschlossen werden“, so Ralf Adam.

Im Kindergarten Pfiffikus in Oberböhmsdorf sei das etwas schwieriger, weil sich die Gruppen einen gemeinsamen Waschraum teilen. „Deshalb können die Kinder diesen nur gestaffelt aufsuchen“, erläutert Ralf Adam. Das koste Zeit und Nerven. Auch alle anderen Maßnahmen würden zum Schutze der Kinder und Erzieher gleichermaßen umgesetzt werden. „Stoßlüften ist zum Beispiel ein großes Thema. In der kalten Jahreszeit lüften die Erzieher die Räume dann, wenn sich die Kinder gerade mal nicht darin aufhalten“, so der Geschäftsführer. Zudem würden die Kinder so viel wie möglich draußen spielen.

Erzieherin nimmt Kinder am Eingang in Empfang

Trotz Corona-Gefahr habe sich keine der Erzieherinnen, die zu Risikogruppen gehören, von der Arbeit freistellen lassen. „Alle wollten für die Kinder da sein.“ Jedoch habe er durchsetzen müssen, dass Erzieherinnen auch mit leichten Erkältungssymptomen zu Hause bleiben. Zudem dürfen keine kranken Kinder mit Erkältungen in den DRK-Kindergärten im Landkreis betreut werden. „Die müssen die Erzieherinnen notfalls wieder wegschicken“, sagt Ralf Adam. Für das Engagement seiner Mitarbeiter will sich der Vorstand im Dezember mit einer kleinen Aufmerksamkeit bedanken.

Während die Kinder in Oberböhmsdorf und in Tanna noch von den Eltern direkt in die Einrichtungen gebracht werden, müssen Kinder, die den Parkkindergarten in Schleiz besuchen wollen, an der Tür abgegeben werden. Eine Erzieherin nimmt die Kleinen in Empfang. „Wir wollen, dass fremde Personen so wenig wie möglich den Kindergarten betreten“, sagt Katrin Grimm, Geschäftsführerin der Schleizer Lebenshilfe, zu der der Kindergarten gehört. Mit dieser vorbeugenden Maßnahme wolle man das Infektionsrisiko so weit wie möglich minimieren. Stoßlüften, ständiges Desinfizieren von Türklinken und Flächen gehöre zum Hygienekonzept und werde selbstverständlich umgesetzt.

Stimmung im Team sei entspannt

„Anders als sonst im nasskalten November spielen unsere Kinder so viel wie möglich im Freien“, sagt die stellvertretende Kita-Leiterin Juliane Wagner. Für den Parkkindergarten steht die Corona-Ampel derzeit auf grün. Die Öffnungszeit ist um eine Stunde gekürzt, um den Türdienst abdecken zu können. „Wir sind gut eingespielt und mit dem Hygienekonzept bestens vertraut. Die Unsicherheit im Umgang mit den sich ständig ändernden Corona-Maßnahmen vom Frühjahr haben wir jetzt nicht mehr“, sagt Juliane Wagner. Daher sei die Stimmung im Team relativ entspannt. Aber mehr zu tun hätten die Erzieherinnen unterm Strich schon.