Wandern war ab Hirschberg plötzlich grenzenlos möglich

Hirschberg.  Die Ortsgruppe Hirschberg des Frankenwaldvereins feiert im Frühjahr ihren 30. Geburtstag. Rainer Lanzer ist seit 2005 ihr Obmann.

Seit 2005 ist Rainer Lanzer Obmann der Ortsgruppe Hirschberg des Frankenwaldvereins. Diese wurde am 2. März 1990 gegründet und kann demnach in diesem Jahr 30. Geburtstag feiern. 135 Heimat- und Wanderfreunde traten damals bei – heute zählt die Ortsgruppe 96 Mitglieder. 

Seit 2005 ist Rainer Lanzer Obmann der Ortsgruppe Hirschberg des Frankenwaldvereins. Diese wurde am 2. März 1990 gegründet und kann demnach in diesem Jahr 30. Geburtstag feiern. 135 Heimat- und Wanderfreunde traten damals bei – heute zählt die Ortsgruppe 96 Mitglieder. 

Foto: Uwe Lange / OTZ

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Am 1. Januar 1876 wurde die „Sektion Frankenwald des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ in Nordhalben gegründet. Sieben Jahre später verlegte man den Vereinssitz nach Naila und Ende Oktober 1898 wurde aus der Sektion der heute noch existente Frankenwaldverein. Springt man in der Zeit jetzt 92 Jahre nach vorn, stößt man auf die Gründung der Ortsgruppe Hirschberg des Frankenwaldvereins am 2. März 1990 im Kulturhaus.

Im Herbst davor war durch den Fall der Mauer Wandern plötzlich grenzenlos möglich geworden. Robert Strobel, damals Hauptvorsitzender des Vereins, erkannte die Zeichen der Zeit richtig und klapperte mit seinen Stellvertretern die thüringischen Grenzorte ab, um die Werbetrommel für den Frankenwaldverein zu rühren. Auf fruchtbaren Boden stießen deren Mühen nicht nur in Hirschberg, wo schließlich 135 Heimat- und Wanderfreunde quasi „Geburtshelfer“ des Frankenwaldvereins diesseits der Saale waren.

Auch zehn Kinder sind Mitglied im Verein

Lothar Acksteiner wurde zum ersten Obmann gewählt, ihm folgten Johannes Müller und Rainer Lanzer – der seit 2005 diese verantwortungsvolle Funktion inne hat. „Bei uns gab es ja solche Wandervereine gar nicht. Vor dieser Zeit wurden aber in Hirschberg bereits durch die Mitglieder des ‘Winkelklubs’ Wanderungen organisiert, die sich großer Beliebtheit erfreuten“, erinnerte er sich bei einem Gespräch mit unserer Zeitung.

30 Jahre ist das jetzt alles her. Und wie Obmann Lanzer ankündigte, soll dieses Jubiläum im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Ortsgruppe am 7. März im Saal des Hirschberger Rathauses entsprechend gewürdigt werden. Gegenwärtig zählt die „OG“ 96 Mitglieder, darunter sind einige Familien und insgesamt zehn Kinder. „Tendenz steigend“, wie Rainer Lanzer unterstrich. Er selbst kam einst über die „Hag-Initiative“ zum Frankenwaldverein.

Schon vor nunmehr drei Jahrzehnten schrieb man sich auf die Fahnen, die Liebe zur Heimat zu wecken und zu festigen sowie sich für die Erhaltung von Natur und Kultur einzusetzen. Und das wird bis in die Gegenwart hinein praktiziert. Auch reißt der Kontakt zum Frankenwaldverein nicht ab, wenn jemand nicht mehr so gut zu Fuß ist und ihm deshalb die Freuden einer solchen Tour versagt bleiben. Es sei dem Vorstand ein Herzensbedürfnis, ältere Wanderfreunde weiter zu betreuen – also zum Beispiel bei einem „runden Geburtstag“ mal vorbeizuschauen und zu gratulieren.

Verein sind hält rund 100 Kilometer Wegenetz Instand

Nun wird mancher sicher feststellen: Um wandern zu gehen, muss ich nicht unbedingt in einen Verein eintreten! Entgegnet sei, dass ihm so aber viele Erlebnisse in der Gemeinschaft verloren gehen. Sei es wie gesagt beim Wandern, bei Abendveranstaltungen, aber zum Beispiel auch bei der Pflege und Instandhaltung des Wegenetzes rund um Hirschberg. In Verantwortung der Ortsgruppe liegen drei Rundwanderwege, dazu kommt mit dem Blauen Kammweg eine zertifizierte Trasse. „Alles in allem rund 100 Kilometer“, merkte der Obmann an. Der obligatorische Arbeitseinsatz in diesem Frühjahr findet am 4. April statt.

Lässt man mal Ziele Ziele sein, werden über die Ortsgruppe pro Jahr so um die 45 Halbtags- und Seniorenwanderungen organisiert. Dazu kommen zehn Tages- und ein bis zwei Mehrtageswanderungen. Nicht zu vergessen die drei Familienwanderungen. Angeboten wird den Sommer über zudem Nordic Walking – hierbei geht Carmen Seifferth immer von Mai bis Oktober jeden Dienstag mit Interessierten auf Tour.

Hirschberger sind beim Deutschen Wandertag im Sauerland dabei

Fragt man Rainer Lanzer nach seinem, ganz persönlichen Höhepunkt im Wanderjahr, nennt er ohne lange zu überlegen die Teilnahme am Deutschen Wandertag, der am 5. Juli in Bad Wildungen im Sauerland stattfindet. Als Mehrtagesveranstaltung für 2020 steht für die Zeit zwischen dem 18. und 25. Juli „Wandern in den Bergen – Vorarlberg“ im Programm.

Die Mitglieder des Frankenwaldvereins sind aber nicht nur außerhalb – sozusagen als „Botschafter“ ihrer Heimat – unterwegs. Sie engagieren sich auch in Hirschberg selbst, hinterlassen hier Spuren. Ein Zeugnis davon ist die „Hag-Linde“ nahe dem Saaleufer am Museum. Nennen kann man zudem die Tombola zum Weihnachtsmarkt, deren Erlös für einen gemeinnützigen Zweck gespendet wird.

Und auch 2021 gibt es wieder ein Jubiläum: 30 Jahre haben die Saalestädter dann Kontakt zum Schwarzwaldverein Öhningen-Höri.

Offen sind die Veranstaltungen für alle. Details kann man im Schaukasten des Ortes lesen oder bei Rainer Lanzer unter 036644/22322 erfahren.

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