Wohnhausbrand in Chursdorf: So lief der Rettungseinsatz ab

Chursdorf.  Bei dem Brand eines Wohnhauses in Chursdorf ist ein Schaden von bis zu 200.000 Euro entstanden.

Beim Eintreffen der Schleizer Feuerwehr steht der Dachstuhl des Wohnhauses bereits in Vollbrand. Die Ortswehr bekämpft bereits das Feuer.

Beim Eintreffen der Schleizer Feuerwehr steht der Dachstuhl des Wohnhauses bereits in Vollbrand. Die Ortswehr bekämpft bereits das Feuer.

Foto: FFW Schleiz/Ronny Schuberth

Der Brand eines Wohnhauses in Chursdorf (Saale-Orla-Kreis) hat am Dienstagabend einen Schaden von rund 200.000 Euro verursacht.

Es war gegen 18.25 Uhr, als die Leitstelle Saalfeld gleich mehrere Feuerwehren aus dem Saale-Orla-Kreis zu einem Hausbrand noch ungeklärten Ausmaßes nach Chursdorf bei Tegau alarmierte. Als die zuerst eintreffende Freiwillige Feuerwehr von Chursdorf am Einsatzort ankam, stellte sich die Lage augenblicklich als Großbrand da. Aus dem Dachstuhl des im Osten des Dorfes gelegenen Hauses schlugen bereits meterhohe Flammen.

Bewohner können sich selbstständig retten

Die Einsatzkräfte der Stützpunktfeuerwehr Schleiz, die gerade zu ihrem regulären Ausbildungsdienst im Schleizer Feuerwehrgerätehaus zusammengetroffen war, rückte augenblicklich mit sechs Fahrzeugen aus. Dabei wurde das erst vergangenen Woche offiziell an die Feuerwehr übergeben Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz (LF-KatS) als Erstangriffsfahrzeug vor das brennende Wohnhaus gefahren.

Die Bewohner des Hauses, eine 62-jährige Frau und ein 59-jähriger Mann, hatten sich zu dieser Zeit schon zusammen mit ihrem Enkelkind in Sicherheit bringen können. Aufgrund der ungünstigen Lage des Hauses wurde vom Einsatz der Schleizer Drehleiter vor Ort schnell abgesehen und eine Wenderohr aufgebaut. Mit einem solchen stationierbaren Strahlrohr kann Löschwasser permanent auf einen definierten Bereich abgegeben werden.

Brandbekämpfung von außen und innen

Gemeinsam mit den Wehren der umliegenden Orte und der Schleizer Feuerwehr wurden die Flammen zudem mit C-Strahlrohren von außen bekämpft. Bei einem ersten Innenangriff der Schleizer Feuerwehr unter schwerem Atemschutz stellten sich die baulichen Gegebenheiten des Hauses als trügerisch dar. Vom zur Straße gerichteten Altbau des Hauses gab es keinen Zugang zu dem Brand im Dachstuhl.

Über ein Fenster im Neubau konnten sich die Einsatzkräfte dann Zutritt zu den Brandbereichen verschaffen. Das Feuer hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon im Bereich des Dachfirst etwa zwei Meter in den Neubau hineingefressen. Eine massive Holztür zwischen dem brennenden Dachstuhl und dem Neubau hatte ein massives Übergreifen der Flammen auf den Neubau bis dahin großteils verhindert, hing aber völlig verkohlt in den Angeln.

Um Schäden durch Löschwasser im Bereich des Neubaus so gering wie möglich zu halten, entschied sich die Schleizer Feuerwehr die Brandstellen mit Haftschaum zu ersticken. Parallel dazu wurde der Dachstuhlbrand beim Innenangriff gelöscht, wobei zu dieser Zeit schon ein Großteil der Dachziegel heruntergefallen war. Mit Saugern wurden zudem Teile des herabgeflossenen Löschwassers aus den unteren Gebäudeteile entfernt.

Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Löschwasser übernahmen mehrere Ortswehren sowie das Schleizer Tanklöschfahrzeug (TLF). Neben der Schleizer Stützpunktfeuerwehr waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Chursdorf, Dittersdorf, Tegau, Moßbach und Dreba im Einsatz. Auch die Freiwillige Feuerwehr Gefell rückte mit ihrem Führungskraftwagen des Saale-Orla Kreises nach. Eine Rettungswagenbesatzung des Deutschen

Roten Kreuzes (DRK) aus Schleiz sicherte die Einsatzstelle ab, ebenfalls zum Einsatzort kam der Sanitäts- und Betreuungszug der Johanniter-Unfallhilfe, die Polizei und der Kreisbrandmeister der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte und der Kreisbrandinspektor Uwe Tiersch. Insgesamt waren nach ersten Angaben bis zu 80 Einsatzkräfte vor Ort. Mit Speisen und Getränken wurden diese unter anderem von der Chursdorfer Feuerwehr versorgt.

Holzofen könnte Brandursache sein

Gegen 20 Uhr war der Brand im Dachstuhl des Wohnhauses größtenteils gelöscht, die Rückbauarbeiten der ersten Feuerwehren begannen. Die Schleizer Stützpunktfeuerwehr suchte das Brandhaus noch mittel einer Thermalscankamera nach verborgenen Glutnestern ab. Die offizielle Brandursache wird zurzeit noch von der Kriminalpolizei ermittelt. Möglicherweise entstand das Feuer durch einen Holzofen, der außerhalb des Hauses und unmittelbar vor der Hauswand betrieben wurde.

Dabei könnte sich die oberhalb des Holzofens befindliche Holzfassade des Hauses im ersten Obergeschoss entzündet haben, sodass der darüber liegende Dachstuhl in Flammen aufging. Wie die Pressestelle der Polizeiinspektion Saalfeld mitteilte, wird ein Ergebnis der Brandursachenermittlung in den kommenden Tagen erwartet. Es wird unter anderem der Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung geprüft. Die nordwestliche Ortsstraße von Chursdorf war aufgrund des Einsatzes bis etwa 23 Uhr voll gesperrt. Die Einsatzbereitschaft der Schleizer Stützpunktfeuerwehr war gegen 1 Uhr des Folgetages wiederhergestellt.

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