Wort zum Sonntag: Auftanken im Geben

Anne Boelter, Pastorin in Saalburg-Ebersdorf, schreibt über das Sternsingen und was es bewirkt.

Sternsinger in der Thüringer Staatskanzlei.

Sternsinger in der Thüringer Staatskanzlei.

Foto: Marco Kneise

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Als er sich an diesem Morgen auf den Weg in die Kirche macht ist jeder Schritt schwer. Die Woche hängt ihm nach. All die Sorgen, die Probleme, das hektische Hin- und Hergerissensein zwischen Familie, kranken Eltern und der Arbeit, die ihn manchmal fast auffrisst. Und jetzt auch noch ein Termin am Sonntag… Und doch rufen die Glocken, tragen seine Füße ihn fast wie von selbst. Als er eintritt, begrüßen ihn die anderen herzlich.

Nach einem Gebet und ein paar Worten ziehen die Gruppen los. In seiner Gruppe sind sie zu sechst, drei Kinder und drei Erwachsene. Als sie beim ersten Haus klingeln, ist alles noch fremd: Text, Lied. Etwas befangen macht er mit. Doch dann löst sich die Spannung der ganzen letzten Zeit und Freude breitet sich aus. Da sind so viele Menschen, die darauf warten, dass eine Sternsinger-Gruppe zu ihnen kommt und bei ihnen singt, den Segen über der Tür befestigt und noch ein paar Worte mit ihnen wechselt. Manche hat er das ganze Jahr nicht gesehen und doch ist da sofort wieder eine Verbindung.

Drei Stunden später geht er mit leichtem Schritt zurück in seinen Alltag. Hinter ihm liegen drei Stunden Sternsingen, viele Gespräche und viel Lachen mit seiner Gruppe. Immer mal wieder sind die Sorgen Thema im Gespräch und doch spürt er die Kraft, die er mitnimmt in seinem Alltag und die ihn ahnen lässt: Er kann all die Probleme und die Zerrissenheit aushalten, Gott gibt die Kraft, die er braucht. Denn: „Von Gottes Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“ (Johannes 1,16)

Auch in dieser schweren Zeit. Es gibt sie, diese Momente, in denen wir Gott begegnen. Wir brechen aus dem Sorgenkarussell aus und werden gefüllt. Das ist Auftanken im Geben.

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