Umwelt

100 junge Roteichen für den Klimaschutz

Nöbdenitz.  Für den Klimaschutz wurden 100 junge Roteichen auf einer Fläche in Nöbdenitz gepflanzt. Sturm und Borkenkäfer hatten den Fichten übel mitgespielt

Der hundertste und letzte Baum ist geschafft, Dieter Ofiera (links) und Pardeep Kahlon freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Aktion.

Der hundertste und letzte Baum ist geschafft, Dieter Ofiera (links) und Pardeep Kahlon freuen sich über den erfolgreichen Abschluss der Aktion.

Foto: Andreas Bayer

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Das Neue Forum rief, 14 Freiwillige kamen und griffen beherzt zum Spaten. So konnte nach rund 45 Minuten schon das Ende der Waldpflanzaktion vermeldet werden. Insgesamt 100 junge Roteichen wurden am Wochenende im Flurstück „An der Vogelfichte“ oberhalb von Nöbdenitz gepflanzt. Der Privatwald gehört einer Familie aus dem Ort, die sich riesig über diese Unterstützung freut: „Damit hätten wir nicht gerechnet“, sagt Romi Reichardt, die den fleißigen Helfern Kaffee ausschenkt.

„Innerhalb von einem Jahr haben hier erst die Borkenkäfer gewütet, dann der Sturm in diesem Frühjahr, diesen Sommer wieder die Käfer“, so Reichardt weiter. Mit dem Ergebnis, dass auf etwa einem Hektar Fläche alle Fichten gerodet werden mussten. In der Vorwoche hat die Familie einen Schutzzaun errichtet, der die 100 kleinen Setzlinge vor Verbiss durch Rehe schützen soll. Die Empfehlung für diese Fläche hatte Revierförster Hans-Peter Schenk gegeben: „Eigentlich wollte man eine kommunale Fläche bepflanzen, dort sind aber die Schäden nicht so groß gewesen, weil die gut durchmischt sind mit Laubbäumen. Darum habe ich die mit Abstand am schlimmsten betroffene Fläche in meinem Revier vorgeschlagen.“

Ausgangspunkt war die Klimadiskussion

Dass es mit Nöbdenitz also einen der neuen Ortsteile getroffen hat, ist rein dem Zufall zu verdanken. Schenk hat die Helfer fachlich beraten, was die Auswahl, das Pflanzverfahren und den günstigsten Abstand der Bäume untereinander angeht. „Es sollte im Ergebnis eine bunte Mischung sein, damit man nicht wieder einen Totalausfall hat, wenn eine Baumart betroffen ist“, sagt Schenk. Fünf bis sechs weitere Baumarten wären auf der Fläche ideal, damit es einen gesunden Laubmischwald ergebe. Auch Stieleichen, Rotbuchen oder Weißtanne sollten dort Platz finden. Der Vorteil der Roteiche sei, dass diese etwas schneller wachse als die europäischen Arten. Noch stehen die Setzlinge dicht an dicht, damit sie nicht in die Breite wachsen und sich gegenseitig in die Höhe ziehen. „Aber ungefähr alle fünf Jahre muss man da rein und ausdünnen“, empfiehlt der Förster.

Der Anfang ist gemacht. Organisator Jens Göbel ist entschlossen, im Januar weiter zu machen, falls es das Wetter zulässt. Der Stadtrat des Neuen Forums erklärt den Gedanken dahinter so: „Die Klimadiskussion ist der Ausgangspunkt gewesen. Wir haben uns überlegt, wie man eine Aktion dafür starten kann.“ Nach ersten Gesprächen mit dem Förster habe man entschieden, einen Aufruf zur Mitbeteiligung zu starten, damit es nicht wie eine PR-Aktion des Neuen Forums wirke. Auch an den Spenden für die Setzlinge hätten sich Leute von außerhalb beteiligt. „Am Ende profitiert die ganze Stadt davon“, ist Göbel überzeugt. Am Ende verteilte er noch Teilnehmer-Urkunden für alle freiwilligen Helfer.

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