Kirche

2020 soll die Uhr der Kirche Selka wieder schlagen

Selka.  Weil die Fördermittel fehlten, wurde die Sanierung der Kirchenuhr Selka um ein Jahr verschoben. 2020 soll es gelingen.

Benjamin Dittrich neben dem Uhrwerk, das im kommenden Jahr saniert werden soll.

Benjamin Dittrich neben dem Uhrwerk, das im kommenden Jahr saniert werden soll.

Foto: Andreas Bayer

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Benjamin Dittrich steigt die steilen Stufen im Dach der Kirche Selka hinauf. Hier steht, unter einer dicken Staubschicht verborgen, ein altes mechanisches Uhrwerk aus Eisen. Darunter lagern die massiven Gewichte, die es in Gang halten sollen. Außerdem eine kleine Glocke in Form und Größe einer Rührschüssel, die ebenfalls schon lange ein Schattendasein fristet. „Es gibt ganz alte Fotos, da war das Glockenspiel noch auf dem Uhrwerk oben drauf, daran werden sich die Wenigsten erinnern“, sagt Dittrich.

Der Zimmermann mit Schmöllner Wurzeln war die vergangenen sechs Jahre Kirchenältester in der Kirchgemeinde Weißbach, die auch die Kirchen in Sommeritz und Selka umfasst. Er kennt sich aus mit dem Erhalt alter Substanz, auch wenn er die letzte große Sanierung der Mauerkrone sowie die Erneuerung des Daches 2007 nicht miterlebt hat. Bald soll nach dem Willen der Kirchgemeinde auch die Turmuhr wieder funktionieren, die Glocke regelmäßig schlagen. „2008 zog ich hierher, da ging die Uhr schon nicht“, erinnert sich Dittrich.

Momentan schweigtdie Glocke komplett

Das alte Zifferblatt, das 2007 ebenfalls ausgetauscht wurde, lagert noch im Dach der Kirche. Einst gab es auch ein zweites, das in Richtung des Schlosses angebracht war, welches 1948 gesprengt wurde. Bei der Sanierung des Dachstuhls hat man bereits ein automatisches Schlagwerk eingebaut, so dass kurz darauf wieder ein Abendläuten um 17 Uhr eingeführt werden konnte. Das ist momentan allerdings defekt. Im Zuge der Aufbereitung des Uhrwerks, das auf das Baujahr 1910 geschätzt wurde, soll auch das erledigt werden.

Gerne würde die Kirchgemeinde das Uhrwerk sowie den Mechanismus zum Bewegen der Zeiger vollelektronisch einrichten, weil dies viel Geld sparen würde. „Die Denkmalpfleger sagen aber, das alte Uhrwerk muss wieder hergerichtet werden.“ Immerhin darf die Mechanik für das Aufziehen elektrisch gesteuert werden. Die Gewichte müssten also nicht täglich manuell hochgezogen werden, könnten ganz wegfallen. Die rund fünf Meter lange Metallstange, welche die Entfernung vom Uhrwerk bis zum Zifferblatt überbrückt, wird aber bleiben. Auch die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit wäre dann auf Knopfdruck möglich. „Wir werden auch eine Fernbedienung bekommen, mit der wir die Glocke von außen bedienen können“, sagt Dittrich. Bei Beerdigungen etwa dürfte sich dies als sinnvoll erweisen.

Nach erfolgter Sanierung könnte die Glocke wieder alle 15 Minuten ertönen. „Aber nicht nachts, weil das die Anwohner stören könnte. Nur etwa von 7 bis 19 Uhr“, sagt Pfarrer Dietmar Wiegand. Er erklärt auch, warum man nach dem Dach nicht gleich die Uhr in Angriff genommen hat: „2008/09 wurde die Prioritätenliste verändert, der Erhalt der Orgel hatte Vorrang.“ In drei Bauabschnitten erfolgte dieser bis Mai 2016. Zudem habe die relativ kleine Kirchgemeinde drei Kirchen, um deren Erhalt sie sich kümmern müsse. Für die Maßnahmen an der Turmuhr kalkuliert man mit Kosten um die 10.000 Euro.

Kosten von 10.000 Eurowerden erwartet

„Wir sind froh, dass uns die Stadt Schmölln unterstützt. Unser Eigenanteil als Kirchgemeinde beträgt 3000 Euro, den Rest wollen wir über Lottomittel finanzieren“, sagt Benjamin Dittrich Leider habe man in diesem Jahr nicht wie erhofft den Zuschlag für die Lotterie-Förderung bekommen, daher wurde die Sanierung auf nächstes Jahr verschoben. Falls die beantragten 3000 Euro vom Ministerium wieder nicht oder nur teilweise gewährt werden, will man an die Einwohner herantreten und um weitere Spenden bitten. Drei interessierte Turm-Uhrmacher stehen schon bereit, ausgeschrieben wird aber erst, wenn die Finanzierung gesichert ist. Gelingt die Sanierung im kommenden Jahr, steht die Außenfassade als nächstes auf der Agenda. „Mit so einem alten Bauwerk hat man immer was zu tun“, weiß Benjamin Dittrich.

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