Altenburg: Die besten Karten für die Ausbildung

Katja Grieser
| Lesedauer: 3 Minuten
Tina Troppmann vom Spielkartenhersteller ASS Altenburger – hier bei der Spielwarenmesse 2020 in Nürnberg – studiert jetzt.

Tina Troppmann vom Spielkartenhersteller ASS Altenburger – hier bei der Spielwarenmesse 2020 in Nürnberg – studiert jetzt.

Foto: Norbert Block

Altenburg.  Die Spielkartenfabrik ist das Top-Ausbildungsunternehmen 2021 im Altenburger Land.

Die Altenburger Spielkartenfabrik darf sich als Top-Ausbildungsunternehmen 2021 des Altenburger Landes bezeichnen.

Damit würdigt die Industrie- und Handelskammer Ostthüringen die „herausragende Nachwuchsarbeit dieser 100-prozentigen Tochtergesellschaft der internationalen Cartamundi-Gruppe“, heißt es.

Aktuell zehn Lehrlinge

„Wir haben uns sehr über die Auszeichnung gefreut. Es kam für uns völlig unerwartet. Im Januar erhielten wir die Nachricht, dass wir vorgeschlagen wurden und im März wurden wir informiert, dass wir gewonnen haben“, sagt Christina Kertscher. Sie ist Ausbildungsbeauftragte des Unternehmens, in dem derzeit zehn junge Leute lernen. In neun Berufen bildet die Spielkartenfabrik aus.

Wichtig sei es, die Lehrlinge zu unterstützen. So übernehme man beispielsweise Fahrt- oder Internatskosten, wenn die Azubis einen weiten Weg zur Berufsschule beziehungsweise zu Ergänzungslehrgängen haben.

Nachwuchs schwer zu finden

Unter anderem werden in Altenburg Industriekaufleute, Mediengestalter, Maschinen- und Anlagenführer sowie Mechatroniker und Kaufleute im E-Commerce ausgebildet. Die Voraussetzungen, die Jugendliche mitbringen müssen, sind demnach sehr unterschiedlich.

In den vergangenen Jahren sei es zunehmend schwieriger geworden, geeigneten Nachwuchs zu finden, so Christina Kertscher. Aus den meisten Firmen der Region wird Ähnliches berichtet.

Tina Troppmann hat im August 2017 ihre Lehre begonnen. In der Familie der Crimmitschauerin ist die Spielkartenfabrik ein Begriff, deshalb hatte sie sich das einmal angeschaut. „Ich fand es cool und hab es probiert. Und ich hab mich sehr gefreut, dass es mit der Lehrstelle geklappt hat“, erzählt die 24-Jährige, die sich zur Industriekauffrau ausbilden lassen ließ. Die junge Frau hat ihre Lehre sogar um ein Jahr verkürzt, weil es die Noten und die Leistungen im Betrieb hergegeben haben.

Als sie fertig war, gab es gerade keine freie Stelle, „aber die Firma wollte mich wohl nicht so richtig gehen lassen“, sagt sie schmunzelnd. Also hat man ihr ein Angebot gemacht, bei dem sie sofort zugegriffen hat: Derzeit absolviert sie ein duales Studium an der Internationalen Berufsakademie Leipzig, Betriebswirtschaftslehre mit den Fachgebieten Marketing und digitale Medien.

Das bedeutet, dass sie nicht nur die Schulbank drückt, sondern eben auch weiter im Unternehmen arbeiten kann. „Ich bin fest im Marketing eingesetzt“, freut sie sich.

Alle Abteilungen durchlaufen

Tina Troppmann wäre begeistert, wenn sie nach Abschluss ihres Studiums weiter in der Spielkartenfabrik arbeiten könnte. Schon während ihrer Ausbildung hat sie sich dort wohlgefühlt. „Schön fand ich, dass ich alle Abteilungen durchlaufen konnte. Ich habe beispielsweise auch in der Produktion ausgeholfen. Ich fand es klasse, auch mal die Seite zu sehen, die nichts mit dem Kaufmännischen zu tun hat“, erinnert sie sich gern an ihre Lehre.

Angenehm sei es zudem gewesen, immer einen Ansprechpartner gehabt zu haben. Und dass sie sich mit den Azubis, die schon länger im Unternehmen waren, austauschen konnte, habe sie prima gefunden.

Die Spielkartenfabrik setzt darauf, über Schulen Kontakte zu potenziellen Auszubildenden zu knüpfen. Ziel sei es, alle Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss langfristig ins Unternehmen einzubinden und ihnen Weiterbildungsangebote zu unterbreiten.

Seit 2019 zeichnet die IHK jährlich in allen Ostthüringer Landkreisen sowie kreisfreien Städten jeweils ein Unternehmen als Top-Ausbildungsunternehmen aus. Im vorigen Jahr war es im Altenburger Land die Druckerei zu Altenburg GmbH.