Altenburger Land: An Heiligabend gibt es Besinnung nur im Vorbeigehen

Schmölln/Gößnitz.  Kaum Christvespern und Gottesdienste gibt es im Altenburger Land, dafür Friedenslichter an Spaziergänger abzugeben.

Das pantomimische Krippenspiel im Pfarrhof in Nöbdenitz muss wohl ausfallen. Die Gemeindekirchenräte Birgit Tscheuschner und Wolfgang Göthe hoffen dennoch auf Gäste.

Das pantomimische Krippenspiel im Pfarrhof in Nöbdenitz muss wohl ausfallen. Die Gemeindekirchenräte Birgit Tscheuschner und Wolfgang Göthe hoffen dennoch auf Gäste.

Foto: Andreas Bayer

Mit viel Hingabe wurden in den vergangenen Tagen die Kirchen in den Städten und Dörfern liebevoll geschmückt. Aus Rücksicht auf die hohen Corona-Infektionszahlen wurden inzwischen jedoch sämtliche Gottesdienste und Christvespern gestrichen. „Wir halten unsere Gottesdienste seit dem Martinstag wieder im Freien ab. Zu Heiligabend werden wir aber nicht zu festen Zeiten einladen, sondern die Kirchen und Pfarrhöfe offen lassen, damit die Besucher sich das Friedenslicht abholen können“, so Pfarrer Dietmar Wiegand.

Die Leitung des Kirchenkreises hat die Empfehlung ausgegeben, alle größeren Menschenansammlungen zu vermeiden. Die endgültige Entscheidung, was und wie stattfindet, wurde aber den einzelnen Gemeinden überlassen. So entschied sich das Kirchspiel Gößnitz bereits am Mittwoch, alle Gottesdienste am Heiligen Abend abzusagen. Davon betroffen sind Gößnitz, Ponitz, Bornshain, Naundorf und Podelwitz.

„Wer sich einen weihnachtlichen Gruß mit nach Hause nehmen möchte, kann am 23. Dezember um 15.40 Uhr an die Bushaltestelle auf dem Gößnitzer Markt kommen, um sich das Friedenslicht aus Bethlehem abzuholen“, so Pfarrer Peter Klukas. Auch am Heiligen Abend ist die Kirche in Gößnitz von 16 bis 18 Uhr sowie von 23 bis 24 Uhr geöffnet.

Einbahnstraßen und offene Höfe

Die Kirchgemeinden Schmölln, Altkirchen und Hartroda-Wildenbörten unter Leitung von Thomas Eisner entschieden sich vor wenigen Tagen, alle Christvespern sowie Festgottesdienste bis zum 10. Januar abzusagen. Am vierten Advent enthüllte nun auch Pfarrer Dietmar Wiegand den neuen Plan seiner Gemeinden. So wird es in Beerwalde, Großstöbnitz, Nöbdenitz, Zschernitzsch, Weißbach und Großstechau nicht überall möglich sein, die Kirche zu betreten.

In Beerwalde etwa sei die Kirche zu klein und verfüge über nur einen Eingang. Darum sei eine Einbahnstraßen-Regelung nicht umsetzbar, so Wiegand. Der Kirchhof werde aber von 15 bis 16 Uhr offen stehen. Der in Weißbach soll sogar von 14 bis 22.30 Uhr offen gehalten werden.

Das Gotteshaus in Nöbdenitz wäre eigentlich groß genug. „Wir machen aber die Kirche nicht auf. Denn wenn nur ein paar sich nicht an die Regeln halten, haben wir eine Woche später hier einen Hotspot“, sagt der Kirchenälteste Wolfgang Göthe. Man sei aber von 15 bis 19.30 Uhr im Kirchhof, wo stündlich die Weihnachtsgeschichte gelesen wird. Mit den Ronneburger Turmbläsern werde noch verhandelt, notfalls werde die festliche Musik vom Band gespielt. Am Plan, die Festtagsbraten im Lehmbackofen zuzubereiten, hält man bislang noch fest.

Krippenspiel gibt es nur über das Internet

Das geplante pantomimische Krippenspiel scheint ebenfalls gescheitert. Man habe nicht proben können, so Gemeindekirchenrätin Birgit Tscheuschner. Zudem hätten drei der beteiligten Familien ihre Kinder aus Furcht vor Ansteckung abgemeldet. Darum wird nun das Friedenslicht im von der Lebenshilfe Altenburg

liebevoll gestalten Rahmen erstrahlen. „Wir haben uns die Entscheidung sehr schwer gemacht und lange an unseren Plänen festgehalten“, sagt Karla Göthe vom Gemeindekirchenrat. Man hofft auf viele Gesprächspartner zu Heiligabend, allerdings entzerrt über die lange Zeitspanne.

Als Seelsorger werden Dietmar Wiegand, Vikarin Marie Dworschak und Superintendentin Kristin Jahn am Nachmittag des Heiligen Abends im gesamten Kirchspiel unterwegs sein. „Wir werden die offenen Kirchen, Kirch- und Pfarrhöfe besuchen und für die, die gerade da auf ihrem Weihnachtsspaziergang sind, ein Gebet sprechen und den Segen spenden“, kündigt Wiegand an.

Für jene, die sich nicht nach draußen wagen oder es aus verschiedenen Gründen nicht können oder dürfen, gibt es ebenfalls Angebote: So wird zu Heiligabend eine ökumenische Videoandacht mit Bildern aus der Katholischen Kirche und der Stadtkirche St. Nicolai in Schmölln veröffentlicht. In dieser werden Kinder beider Gemeinden als Maria und Joseph, Engel und Wirtsleute, Hirten und Könige zu hören sein. Bekannte Weihnachtslieder werden vorgesungen, so dass niemand auf die Weihnachtsgeschichte verzichten muss. Am 27. Dezember wird zudem der Rundfunkgottesdienst aus der Kirche in Großstechau auf MDR Kultur übertragen.

Die Video-Andacht ist ab dem Vormittag des Heiligen Abends abrufbar unter: www.suptur-abg.de/hoffnung-hamstern-und-verteilen.html