Auf das Leben kommt es an

Kummer.  Torsten Pröhl von den Schmöllner Naturfreunden über die Kauf der Weihnachtsgans.

Torsten Pröhl von den Schmöllner Naturfreunden.

Torsten Pröhl von den Schmöllner Naturfreunden.

Foto: Katja Grieser

In gut einem Monat ist Weihnachten. Bei vielen ist es Tradition, zum Fest der Feste Gänsebraten zuzubereiten. Torsten Pröhl von den Naturfreunden Schmölln fordert die Leute dazu auf, beim Gänsekauf genau aufzupassen.

Was war der Auslöser für Ihren Appell?

Eine Reise Anfang August. Auf einer Autobahn in Ungarn haben wir bei fast 40 Grad Celsius Außentemperatur einen Gänsetransport gesehen. Bei diesen tropischen Temperaturen war der Transporter voll gepfercht mit den Tieren. Die Käfige waren so voll, dass keine Gans mehr reingepasst hätte. Die Hälse hingen raus, die Tiere waren fast tot. Es war, als hätte man Stückgut und keine Gänse transportiert.

Also besser auf Gänsebraten verzichten?

Nein. Aber man sollte überlegen. Wenn ich Werbung lese, in der eine Gans 15 Euro kostet, muss ich wissen, dass das nicht gehen kann. Das kann nicht fair erzeugt worden sein. Bei uns im Altenburger Land gibt es genug Leute, die Gänse vernünftig halten. Vielleicht ist es nicht immer bio, aber die Tiere leben draußen, können Gras fressen und sich bewegen. Man sollte also lieber ein paar Euro mehr investieren und die Tiere beim Erzeuger direkt vor Ort erwerben. Gänse und Enten von hier sind nicht nur natürlich aufgewachsen, sondern haben auch keine quälerischen Transporte hinter sich. Wer das unterstützt, hat nicht nur Gehaltvolleres auf dem Teller, sondern er tut auch noch viel für den Naturschutz. Eine bunte Kulturlandschaft wird erhalten und auf den Flächen finden neben den Haustieren zahlreiche andere Arten ihr Auskommen.

Tot sind die Gänse am Ende immer, egal, woher sie stammen. Worin liegt der Unterschied?

Es geht darum, wie sie gelebt haben. Ich meine, manche Gänse werden gestopft, damit sie schnell wachsen. Das ist Quälerei. Außerdem ist es kein gesund gewachsenes Fleisch, was so entsteht.