Mit dem Ordnungsamt auf Streife in Gößnitz

Gößnitz.  Seit November kontrolliert das Ordnungsamt in Gößnitz mit der Polizei vermehrt in den Abendstunden. Ein Abendrundgang.

Bei ihren gemeinsamen Streifen durch Gößnitz laufen Polizeihauptmeister Andreas Schunk und Katrin Hemmann, Sachgebietsleiterin Ordnungsamt der Stadt, die bekannten Orte ab, an denen es in der Vergangenheit schon öfter zu Schäden kam.

Bei ihren gemeinsamen Streifen durch Gößnitz laufen Polizeihauptmeister Andreas Schunk und Katrin Hemmann, Sachgebietsleiterin Ordnungsamt der Stadt, die bekannten Orte ab, an denen es in der Vergangenheit schon öfter zu Schäden kam.

Foto: Andreas Bayer

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Es ist gerade dunkel geworden am Dienstag, da treffen sich Ordnungsamtsleiterin Katrin Hemmann und Andreas Schunk, der Kontaktbereichsbeamte der Polizei für Gößnitz, vor dem Rathaus zu einer gemeinsamen Streife. „Es sind immer die gleichen Orte, an denen es Probleme gibt“, sagt Schunk mit der Gewissheit jahrelanger Erfahrung.

Dort, wo es am meisten ins Auge fällt, werden seit Ende November auf Anfrage des Stadtrates zusätzlich zur normalen Tätigkeit auch solche Streifen regelmäßig abgehalten. „Im Rahmen unserer Gleitarbeitszeit können wir unsere Tätigkeit auch in die Wochenenden und Abendstunden verlagern“, sagt Hemmann. Vor rund drei Jahren erließ der Stadtrat zudem eine ordnungsbehördliche Verordnung, die den Konsum von Alkohol auf bestimmte Flächen begrenzt.

Einen Silvesterkracher sichergestellt

„Sehr beliebt ist die Bank in der Kurve“, weiß Schunk, weshalb der erste Weg auch dorthin führt, zum Spielplatz nahe des Freiheitsplatzes. Weil sich dort niemand aufhält, gehen die beiden weiter zum Pleißeufer. Wenn hier Jugendlich sitzen, könne das bei den Anwohnern in der Straße Am Sand als störend empfunden werden. Manche seien eben empfindlicher als andere, so Schunk. Der Konsum von Alkohol sei auch ein Problem.

Als hätte man sie gerufen, ziehen gerade sechs Jugendliche zur besagten Sitzgruppe hinter dem Freiheitsplatz. Weil sie einen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher dabei haben, sind sie schon von weitem zu hören. Also kehren die Ordnungshüter um und sehen schon von weitem, wie einer der Jugendlichen Pyrotechnik anzündet. Es qualmt gewaltig, knallt aber nicht. Schunk schreitet ein.

Die Ordnungshüter stellen sich vor, die abgebrannte Pyrotechnik sicher und nehmen die Personalien der Jugendlichen auf, die zwischen 12 und 14 Jahre alt sind. Dann wirft Schunk noch einen Blick in die Rucksäcke, um zu überprüfen, ob sie weitere Knaller oder Alkohol mit sich führen. Aber die Jugendlichen haben nichts Verbotenes dabei und versichern, dass sie den Feuerwerkskörper in Meerane auf der Straße gefunden hätten. „Ich werde das prüfen, das könnte eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige geben“, sagt der Polizeihauptmeister.

Katrin Hemmann warnt eindringlich vor den Gefahren, auf der Straße gefundene Blindgänger anzuzünden und bittet um Rücksichtnahme wegen der Musik. „Benehmt euch und hinterlasst keinen Müll“, verabschiedet sich Schunk dann von den Jugendlichen. Auf dem Weg über den Neumarkt zum Dr.-Wilhelm-Külz-Platz begegnet ihnen eine fünfköpfige Gruppe, die Hunde mit sich führt und sich lautstark unterhält. „Ich schieb alles auf den Alkohol“, ruft einer Schunk entgegen, dem der junge Mann schon einige Male Probleme bereitet hat. Allerdings sind die Hunde angeleint, darum muss er sie ziehen lassen.

Dafür hält er einige Meter weiter einen Radfahrer an, der ohne Licht unterwegs ist. Der Radler entschuldigt sich damit, dass er im Hellen zu einem Feuerwehreinsatz gerufen wurde und darum die Lampen vergessen hat. Jetzt sei er auf dem Heimweg. Die beiden Beamten drücken ein Auge zu und verhängen kein Bußgeld. „Wir können ja froh sein, dass es noch Freiwillige gibt, die zur Feuerwehr gehen“, sagt Andreas Schunk.

Im Sommer mehr Probleme

Auf dem weiteren Weg zu den beiden Lebensmittel-Discountern treffen sie aber niemanden mehr an. „Momentan ist es auch ungemütlich. Wenn es wärmer wird, werden die auch wieder aktiver“, ist Schunk sicher. Zurück am Rathaus besteigen die beiden ein Auto und kontrollieren noch am Bahnhof und am Schulzentrum. Dort sind es vor allem die Wartehäuschen, die immer wieder Sachbeschädigungen zum Opfer fallen.

So hat die Bushaltestelle am Bahnhof schon seit Monaten keine Scheiben mehr. „Die wurden erst zerkratzt, dann besprüht, dann zerschlagen. Die waren bestimmt schon sechsmal kaputt“, schätzt der Polizist. In dieser Woche nun wurden die drei Wartehäuschen mitsamt Fahrplänen an der Schule mit Graffiti vollgekritzelt. Doch momentan herrscht nur in der Sporthalle Hochbetrieb, ansonsten ist alles ruhig.

Am Freiheitsplatz haben sich die beiden Gruppen der jugendlichen Pyrotechniker und der Hundehalter inzwischen zusammengefunden, einige sind auch schon weg. Schunk steigt in sein Auto, um nach Hause zu fahren. Zuvor ermahnt er aber noch seinen alten Bekannten dazu, den Müll wieder aufzuheben. Diesen wieder auf den rechten Weg zu bringen, sei schon einige Male gescheitert. Man müsse aber verhindern, dass er auf weitere Kinder und Jugendliche einen schlechten Einfluss ausübe. „Wehret den Anfängen“, sagt Schunk.

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