Bei 30 Prozent der Corona-Infizierten ist Ansteckung unklar

Katja Grieser
| Lesedauer: 2 Minuten
Ronny Thieme, Stabsleiter Katastrophenschutz, Amtsarzt Stefan Dhein, Fachdienstleiter Gesundheit und Landrat Uwe Melzer (von links) bei einer Pressekonferenz, bei der sie Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus informiert hatten.

Ronny Thieme, Stabsleiter Katastrophenschutz, Amtsarzt Stefan Dhein, Fachdienstleiter Gesundheit und Landrat Uwe Melzer (von links) bei einer Pressekonferenz, bei der sie Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus informiert hatten.

Foto: Archiv/Andreas Bayer

Altenburg/Schmölln.  Nachgehakt Landratsamt widerspricht Gerücht, dass es in der Schmöllner Gemeinschaftsunterkunft Coronafälle gäbe.

Das Infektionsgeschehen im Altenburger Land ist diffus, heißt es aus dem Landratsamt hinsichtlich der Corona-Pandemie. Wir haben nachgehakt, was das bedeutet.

Diffus soll heißen, dass sich die Infizierten über den gesamten Landkreis verteilen. „Wir haben aktuell keine Hotspots wie noch vor Tagen gleich drei Stück mit Seniorenheim Rositz, Chor Altenburg und Lebenshilfe Windischleuba“, so Pressesprecherin Jana Fuchs.

Nach Aussage des Amtsarztes Stefan Dhein lassen sich 30 Prozent der Infektionsfälle im Kreis nicht zuordnen. Bei ihnen sei es völlig unklar und nicht nachvollziehbar, wann und wo genau die Ansteckung erfolgt ist.

Anders sah es da bei den 26 Sängern sowie deren Familienangehörigen aus, bei denen sich die Infektion eindeutig dem Chor zuordnen ließ. „Das Infektionsgeschehen im Altenburger Land hat grundsätzlich keinen anderen Charakter als in anderen Thüringer Landkreisen“, heißt es von Seiten des Gesundheitsamtes weiter.

Wir haben auch gefragt, wie sich die Zahl der Corona-Tests in den letzten Monaten geändert hat. Das Landratsamt könne hier aber nur Auskunft über die Tests geben, die das Gesundheitsamt veranlasst hat. Nicht berücksichtigt ist dabei eine der Behörde nicht bekannte Anzahl von Tests, die von niedergelassenen Ärzten veranlasst werden.

Im August habe das Gesundheitsamt 404 Tests angeordnet, im September 696 und im Oktober 1536. Der sprunghafte Anstieg im Oktober lasse sich mit den drei Hotspots und den dadurch notwendigen Tests und Nachtests erklären. „Allein im Seniorenheim Rositz haben wir im Zusammenhang mit dem dortigen Ausbruchsgeschehen 298 Tests gemacht“, informiert Fuchs.

Hartnäckig hält sich derweil in Schmölln das Gerücht, dass es in der dortigen Gemeinschaftsunterkunft mehrere Quarantänefälle gäbe und Kinder betroffen seien. „Aktuell gibt es keine positiven Corona-Fälle in der Gemeinschaftsunterkunft und dort auch niemanden in der Quarantäne“, heißt es vom Landratsamt auf Nachfrage. In den Wohnungen, in denen auch nicht anerkannte Flüchtlinge untergebracht sind, gebe es aktuell einen positiven Fall. Hier würde es jedoch keine Kinder im Haushalt geben. Getestet wurden zwei weitere Flüchtlinge, bei denen das Ergebnis allerdings negativ gewesen sei. Sie stünden aktuell noch unter Beobachtung, bis sich das negative Ergebnis erneut bestätigt.

Von Dienstag zu Mittwoch wurden elf Neuinfektionen im Altenburger Land bekannt. Die Sieben-Tage-Inzidenz beträgt 124,1 pro 100.000 Einwohner. Mittlerweile müssen zehn Personen stationär behandelt werden, zwei von ihnen intensivmedizinisch.