Bei voestalpine in Schmölln wird es ein Schlüsselschild

Schmölln.  Schüler lernen im Rahmen des IHK Schülercolleges den Beruf des Werkzeugmechanikers kennen

Abteilungsleiter Werkzeugservice Frank Langstein erklärt den Schülern Simon Burgold, Jonas Mömkes und Juliana Hasenkampf (v.l.) das akkurate Anzeichnen von Punkten für spätere Bohrungen.

Abteilungsleiter Werkzeugservice Frank Langstein erklärt den Schülern Simon Burgold, Jonas Mömkes und Juliana Hasenkampf (v.l.) das akkurate Anzeichnen von Punkten für spätere Bohrungen.

Foto: Tina Puff

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Gekleidet in gelben Warnwesten stehen sie an Schraubstöcken und fertigen ein Schlüsselschild. Kraftvoll und zügig feilt der eine sein Aluminiumstück, während der andere eher zart, fast filigran und ganz gemächlich seinen Werkstoff bearbeitet. Sechs Jugendliche nutzten ihren gestrigen Ferientag, um im Rahmen des IHK-Schülercolleges den Beruf des Werkzeugmechanikers kennenzulernen.

Mangel an Fachkräften als Grund für Beteiligung

Die voestalpine Automotive Components in Schmölln hatte dafür ihre Türen geöffnet. „Mit den sechs Teilnehmern sind wir ausgebucht“ sagt Ausbilder Ronny Thurau. „Wir sind das erste Mal dabei und freuen uns, dass das Interesse seitens der Jugendlichen da ist. Auch wir suchen händeringend Fachkräfte“, verrät Thurau.

Die Kanten der Aluminiumscheiben sind abgerundet. Gemeinsam mit Frank Langstein, Abteilungsleiter Werkzeugservice, schauen sich die Jugendlichen an, wie man genau herausbekommt, wo die Löcher für die Haken hinkommen. „Man sieht hier genau, wen das Thema Metall interessiert und wer vielleicht in die Richtung eine Lehre machen will“, freut sich Langstein. „Bei manchen ist echtes Interesse vorhanden.“

Jugendliche erzielen schnelleFortschritte

„Wir stellen auch fest, dass Jugendliche in diesem Alter noch mächtige Sprünge machen. Wenn wir einen Achtklässler hier haben und der kommt in der zehnten Klasse noch einmal zu uns und macht dann vielleicht noch eine Ausbildung hier, dann können wir jedes Mal weitere große Fortschritte sehen“, erklärt Langstein. Die Schüler kommen aus Schmölln, Wünschendorf, Stadtroda und Lohma. Alle sechs zeigen sich begeistert vom Betrieb, der sich auf die Herstellung von Teilen für Autokarossen spezialisiert hat. 800 Mitarbeiter hat das Unternehmen am Standort Schmölln.

Voestalpine war für fünf der sechs Schüler nicht die erste Station. Der 15-jährige Alexander Stein aus Lohma blickte bereits am Mittwoch hinter die Kulissen von Horsch. „Ich will mich umschauen, was mir gefallen könnte“, sagt er. Simon Burgold, 13 Jahre, aus Wünschendorf hat noch keine Ahnung, was er nach seinem Schulabschluss machen möchte. „Irgendetwas mit Technik könnte ich mir vorstellen. Gestern war ich schon bei Numerik in Jena.“

Manche Schüler nutzen jedenFerientag zur Orientierung

Fast alle Ferientage unterwegs war Jonas Mömkes aus Stadtroda. Der 15-Jährige blickte am vergangenen Montag bei Engineering Technologie Marketing in Saalburg-Ebersdorf vorbei, Dienstag hinter die Kulissen des Zeulenrodaer Unternehmens ZPM Zeulenroda Präzision Maschinenbau und heute will er bei Feintool System Parts Jena reinschnuppern. „Ich will mich lieber orientieren, statt später die Lehre abzubrechen, nur weil sie mir keinen Spaß macht. Mein Vater hat mir da ein bisschen den Weg aufgezeigt, aber ich bin darüber recht froh“, sagt der Zehntklässler.

Engagement kann den Schülern nur nützlich sein

Steffen Knoll von der IHK begleitete gestern die jungen Leute. „Das Schülercollege, das es meines Erachtens in dieser Art nur in Ostthüringen gibt, ist eine gute Sache. Gerade in der heutigen Zeit des Fachkräftemangels. Ostthüringer Unternehmen können so auf sich aufmerksam machen.“ Er erklärt, dass die Schüler für ihre Teilnahme Punkte erhalten. Wenn sie 14 Punkte aus Firmenbesuchen oder Seminaren zusammenhaben, bekommen sie ein Zertifikat. „Das ist eine gute Zugabe für die Bewerbung“, sagt Knoll. Vorerst können die sechs ein Schlüsselschild mitnehmen.

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