Biotop-Förderer und Bienenfreunde gesucht

Nöbdenitz/Altenburg.  Interessensgemeinschaft Blühpatenschaften hat große Auswahl an Flächen

Kreisbauernverbandschef Berndt Apel, Schulleiterin Carmen Abt und Saatgut-Anbieter Frank Quaas (von links) präsentieren einige der Schilder, welche Schüler des Erich-Kästner-Förderzentrums entworfen haben.

Kreisbauernverbandschef Berndt Apel, Schulleiterin Carmen Abt und Saatgut-Anbieter Frank Quaas (von links) präsentieren einige der Schilder, welche Schüler des Erich-Kästner-Förderzentrums entworfen haben.

Foto: Andreas Bayer

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„Wir spüren im Moment, dass sich die Menschen mit dem Virus beschäftigen“, sagt Berndt Apel, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Darum gelangten die Blühpatenschaften ins Hintertreffen. Dabei sei gerade jetzt der wichtige Zeitraum, da alle nötigen Vorkehrungen getroffen werden.

Bei der Interessensgemeinschaft Blühpatenschaften geht es darum, dass Menschen, Vereine, Unternehmen oder Institutionen sich für einen festgelegten Zeitrahmen als Pate für eine 100 Quadratmeter große Parzelle zur Verfügung stellen. Auf Wunsch wird der Name des Paten auf einem von Schülern gestalteten Schild genannt. Die Schilder werden noch vor Pfingsten aufgestellt werden, die Aussaat der beiden Blühmischungen läuft zum Teil bereits und soll bis Ende April abgeschlossen sein.

Am Ende der Saison erhält jeder Pate ein Glas Honig aus regionaler Produktion. Derzeit laufen noch die Absprachen mit den Imkervereinen, räumt Apel ein, er sei jedoch zuversichtlich. „Bislang konnten wir schon 44 Blühpaten gewinnen, davon 43 sogar für den vollen Zeitraum von drei Jahren“, zählt Berndt Apel das bisher erreichte auf. Der Vorteil der dreijährigen Patenschaft gegenüber der einjährigen sei, dass man hier auch für andere Tierarten als nur Insekten ein wertvolles Biotop schaffen könnte.

Die Landwirte stellen derzeit bereits acht Hektar bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche zur Verfügung. Das entspricht der Möglichkeit, bis zu 8000 Patenschaften zu erlauben. „Wir sind natürlich keine Träumer, wir wären schon sehr froh über 100 Paten. Das zeigt aber auch, wie groß das Interesse von Seiten der Landwirte ist“, so Berndt Apel. Die Standorte liegen nicht an stark befahrenen Straßen, damit die Insekten nicht dem Verkehr zum Opfer fallen. Man bemühe sich, so attraktive Standort wie möglich zu bieten, also nahe an Radwegen und Siedlungen. Im besten Fall sogar an Schulen, Kindergärten sowie touristisch reizvollen Orten. Denn so könnte das Ziel, die breite Bevölkerung für naturnahe Artengemeinschaften zu sensibilisieren, am besten umgesetzt werden.

Eine rund einen Hektar große Fläche in der Waldstraße in Nöbdenitz wird von der örtlichen Agrargenossenschaft bereitgestellt, in unmittelbarer Nähe zur Regelschule. Auch unweit vom Förderzentrum „Erich Kästner“ in Altenburg werden Blühstreifen angelegt. Als weitere Standorte sind unter anderem Flächen in Beerwalde, Lohma, Gößnitz, Hainichen, Lumpzig und Schmölln im Angebot. „Da kommen aber noch mehr“, verspricht Apel.

Auch am Wohnmobilstellplatz am Großen Teich in Altenburg sollen Blühpatenschaften möglich werden.

„Wir würden uns über weitere Projektpartner freuen. Das können auch Schulen, Heime, Gewerbetreibende oder Firmen sein“, sagt Apel. Das Grundprinzip sei die Blühpatenschaft, man könne sich aber vorstellen, auch abweichende Ideen ernsthaft zu prüfen, soweit es die aktuellen Einschränkungen möglich machen. Gerne können noch weitere Flächen zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen zum Projekt unter: http://www.kbv-altenburg.de/bluehpatenschaften

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