Kultur

Bitterböse Komödie wird erstmals im Theaterzelt gezeigt

Altenburg.  Wenn sich Gattinnen ehemaliger Diktatoren treffen, wird getratscht, vor allem aber heftig ausgeteilt.

Alexandra Sagurna als Frau Leila, Mechthild Scrobanita als Frau Margot, Sabine Schramm als Frau Imelda in „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“.

Alexandra Sagurna als Frau Leila, Mechthild Scrobanita als Frau Margot, Sabine Schramm als Frau Imelda in „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“.

Foto: Ronny Ristok

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Theresia Walsers (*1967) bitterböse Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ hat in der Inszenierung von Holk Freytag am Sonntag, 17. November, um 18 Uhr Premiere im Theaterzelt Altenburg. Die Autorin ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Dramatikerinnen und entfaltet in diesem Schauspiel die grotesken Weltanschauungen der unmenschlichen, einst machtvollen Diven mit vielen realen Bezügen. In den Rollen spielen Mechthild Scrobanita als Frau Margot, Sabine Schramm als Frau Imelda, Alexandra Sagurna als Frau Leïla und Sebastian Schlicht als Gottfried.

Drei Gattinnen ehemaliger Diktatoren begegnen sich auf einer Pressekonferenz. Anlass ist die geplante Verfilmung ihrer Biografien. Eine Ähnlichkeit mit historischen Persönlichkeiten wie Margot Honecker, Imelda Marcos und Leïla Ben Ali ist dabei weder zufällig noch unbeabsichtigt. Die Damen lassen sich ihren politischen und finanziellen Hochstatus gern anmerken, fast so, als wären ihre Männer noch im Amt. Dabei sind bereits zwei Ehemänner unfriedlich verstorben und Frau Leïlas Mann steht aktuell „vor so einem grotesken holländischen Gericht“, das Anklage gegen ihn wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ erhoben hat. Vor Beginn der Konferenz plaudern und tratschen die Ladys über Partys bei Stalin, Gedichte von Mao, Schuhsammlungen und schusssichere BHs und erweisen dabei ihren Kolleginnen keinerlei Respekt. Dolmetscher Gottfried kommt ganz schön ins Schwitzen und versucht verzweifelt, durch geschickte Falschübersetzungen eine politische Katastrophe zu verhindern. Während beinahe beiläufig Themen wie Freiheit, Sehnsucht und Unterwerfung angesprochen werden, kommen immer mehr Monstrositäten zum Vorschein. Bald entwickelt sich ein fulminanter Schlagabtausch, der mehr Wahrheiten offenbart als Gottfried und den Zuschauern lieb ist.

Weitere Vorstellungen im Theaterzelt Altenburg: Freitag, 22. November, 19.30 Uhr; Samstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr.

Infos und Karten unter Telefon 03447 585160 (Altenburg), online unter www.theater-altenburg-gera.de sowie an allen eventim-Vorverkaufsstellen.

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