Kultur

Bitterböses im Altenburger Theaterzelt

Altenburg/Gera.  Von Komödie, Ballett, Musical, Figurentheater und Foyerkonzert – Theaterspielplan lässt am Wochenende in Altenburg und Gera kaum Wünsche offen.

 „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ feiert am Sonntag, 17. November, Premiere im Theaterzelt in Altenburg.

„Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ feiert am Sonntag, 17. November, Premiere im Theaterzelt in Altenburg.

Foto: Ronny Ristok

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Theresia Walsers bitterböse Komödie „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ hat in der Inszenierung von Holk Freytag im Theaterzelt Altenburg am Sonntag, 17. November, 18.00 Uhr Premiere. Die Autorin ist eine der bekanntesten zeitgenössischen Dramatikerinnen und entfaltet in diesem Schauspiel die grotesken Weltanschauungen der unmenschlichen, einst machtvollen Diven mit vielen realen Bezügen.

Drei Gattinnen ehemaliger Diktatoren begegnen sich auf einer Pressekonferenz zur geplanten Verfilmung ihrer Biografien. Die Damen lassen sich ihren politischen und finanziellen Hochstatus gern anmerken, fast so, als wären ihre Männer noch im Amt. Vor Beginn der Konferenz plaudern und tratschen die Ladys über Partys bei Stalin, Gedichte von Mao, Schuhsammlungen und schusssichere BHs und erweisen dabei ihren Kolleginnen keinerlei Respekt. Dolmetscher Gottfried kommt ganz schön ins Schwitzen und versucht verzweifelt, durch geschickte Falschübersetzungen eine politische Katastrophe zu verhindern. Während beinahe beiläufig Themen wie Freiheit, Sehnsucht und Unterwerfung angesprochen werden, kommen immer mehr Monstrositäten zum Vorschein. Bald entwickelt sich ein fulminanter Schlagabtausch, der mehr Wahrheiten offenbart als Gottfried und den Zuschauern lieb ist.

Bühnen- und Kostümbilder zu „Ich bin wie ihr, ich liebe Äpfel“ entwarf Kristopher Kempf. Schauspielkapellmeister Olav Kröger begleitet die Vorstellungen live am Cembalo. In den Rollen spielen Mechthild Scrobanita als Frau Margot, Sabine Schramm als Frau Imelda, Alexandra Sagurna als Frau Leïla und Sebastian Schlicht als Gottfried.

Die Eleven des Thüringer Staatsballetts zeigen ihr gefühlvolles Programm „Festhalten!“ in der Choreografie von Hudson Oliveira am Freitag, 15. November, 19.30 Uhr und am Sonntag, 17. November, 18 Uhr in der Bühne am Park Gera. Mit seiner dynamischen, neoklassischen bis modernen Bewegungssprache spürt Hudson Oliveira dem Ziel eines erfüllten Lebens nach.

Der erste Teil, „Weder Leid noch Liebe“, stellt ein junges Liebespaar in den Mittelpunkt, welches versucht, die gemeinsame Zeit so intensiv wie nur erdenklich auszukosten. „For A Second“, der zweite Teil, befasst sich mit der Lebenszeit und dem Wunsch, jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde so intensiv zu leben, als sei es der beziehungsweise die letzte.

Am Samstag, 16. November, 19.30 Uhr läuft das Musical „Monty Python‘s Spamalot“ von John Du Prez und Eric Idle im Großen Haus am Theater Gera. Die Vorstellung ist bereits ausverkauft. Das Musical basiert auf dem kultigen Monty-Python-Film „Die Ritter der Kokosnuss“ und nimmt Politik, Religion und Legende gnadenlos absurd auf die Schippe.

Die neue Inszenierung „Jenseits der blauen Grenze“ ist im Puppentheater Gera am Samstag, 16. November, 19.30 Uhr zu sehen. Als Figurentheater auf die Bühne gebracht, schildert der Roman von Dorit Linke eindrücklich und bedrückend den Alltag von Jugendlichen in den 1980er Jahren der DDR. Zwischen Resignation und Rebellion finden sich Freundschaften und die erste Liebe. Hanna und Andreas wagen die Flucht. Fünfzig Kilometer müssen sie schwimmen, um die DDR über die sogenannte blaue Grenze verlassen zu können – eine lebensgefährliche Strecke.

Im 274. Foyerkonzert am Sonntag, 17. November, 11.00 Uhr im Konzertsaal des Geraer Theaters gedenkt das ensemble diX zusammen mit Olav Kröger (Klavier) und Sebastian Kowski (Schauspieler, DNT Weimar) dem Künstler Otto Dix zu dessen 50. Todestag. Die Begegnungen des Malers mit dem Tod thematisiert das musikalisch-literarisch-visuelles Programm mit Texten von Zeitgenossen, Bildern von Dix und Musik des 20. und 21. Jahrhunderts unter anderem von Arvo Pärt und Alfredo Casella. „Der Triumph des Todes“ von Ezequiel Diz wird dazu uraufgeführt.

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