Bürgerinitiative ’89 als Wahlgewinnerin in Gößnitz

Gößnitz  Zahl der Sitze im künftigen Stadtrat steigt von zwei auf fünf. CDU sieht sich unter die Räder gekommen

Lutz Goerke war bei der Bürgermeisterwahl in Gößnitz einziger Herausforderer von Amtsinhaber Wolfgang Scholz. Diese Wahl verlor er zwar, doch trug sie ihn im Kommunalwahlkampf. Der Kandidat der BI ’89 fuhr am Sonntag mit 522 Einzelstimmen das beste Wahlergebnis aller Bewerber für den Gößnitzer Stadtrat ein.

Lutz Goerke war bei der Bürgermeisterwahl in Gößnitz einziger Herausforderer von Amtsinhaber Wolfgang Scholz. Diese Wahl verlor er zwar, doch trug sie ihn im Kommunalwahlkampf. Der Kandidat der BI ’89 fuhr am Sonntag mit 522 Einzelstimmen das beste Wahlergebnis aller Bewerber für den Gößnitzer Stadtrat ein.

Foto: Jana Borath

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Noch vor 24 Uhr stand in Gößnitz das Ergebnis der Stadtratswahl fest. Wahlleiterin Dorothee Philipp und ihr Team in den Wahllokalen haben die Auszählung sowohl der Europawahl als auch der Kommunal- und Kreistagswahl ohne Pause durchgezogen.

Große Gewinnerin in der Pleißestadt ist die Bürgerinitiative ’89 (BI ’89), die laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 1540 und damit 32,7 der Stimmen auf sich vereinen konnte. Damit zieht sie mit fünf Kandidaten als zweitstärkste Kraft in den künftigen Stadtrat ein. Bis dato hielt sie zwei Plätze im Stadtrat. Fraktionschef Mike Köhler zeigt sich zufrieden: „Wir hatten vorher das Ziel herausgegeben drei plus x Stimmen, das haben wir erreicht.“ Er erhofft sich, dadurch künftig mehr Gewicht in die Waagschale werfen zu können. Köhler macht für diesen Wahlerfolg auch die Bürgermeisterwahl in diesem Jahr verantwortlich. Mit Lutz Goerke stellte sie im März den einzigen Herausforderer von Amtsinhaber Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund). „Und diese Bürgermeisterwahl hat uns bis heute getragen“, freut sich Köhler. Schon im März habe die BI ’89 viel Echo bekommen: „Uns ist es gelungen, dass sich wieder mehr Menschen in der Stadt für Kommunalpolitik interessieren“, schlussfolgert er. Ganz oben auf der Prioritätenliste für die Arbeit im künftigen Stadtrat steht laut Köhler die Ausweisung eines Eigenheimstandortes in Gößnitz.

Jörg Porzig, aktueller Fraktionschef und Spitzenkandidat der Initiative Städtebund, zeigte sich gestern ebenfalls zufrieden. „Mit sechs Sitzen haben wir unser Ergebnis bestätigt“, so Porzig. Der BI ’89 gratulierte er zum Wahlerfolg. Dass diese Wählervereinigung punkten konnte, schreibt er SPD, CDU und Linken zu, die nach seinen Worten deutliche Verluste eingefahren habe am Sonntag.

Auch habe wohl die bessere Wahlbeteiligung – diese lag vorgestern bei 56,1 Prozent – der BI ’89 in die Karten gespielt. Dennoch denke er, dass mit den neuen Stadträten etwas zum Wohle von Gößnitz herauskommen könne. „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, ist das sicher möglich.“

Deutliche Verluste muss indes die Gößnitzer SPD verkraften. Ihre Sitze im neuen Stadtrat reduzieren sich von vier auf zwei. „Es ist Pech, dass wir nicht drei Sitze bekommen haben“, resümiert Spitzenkandidat Hartmut Schubert. Die BI ’89 habe klar von der Bürgermeisterwahl im März profitiert. Dennoch sieht er optimistisch in die Zukunft: „Wir werden gut mit der Bürgermeister-Fraktion zusammenarbeiten und vernünftige Politik in Gößnitz machen. Zusammenarbeit sei auch mit der BI ’89 möglich, allerdings sei von ihr bis dato nicht viel gekommen außer Vorschläge, die nicht umsetzbar seien. „Ich habe da trotzdem keine Vorbehalte“, betont Schubert.

Uwe Küchler von der CDU reagierte gestern auf das Wahlergebnis seiner Fraktion verhalten. Mit zwei Sitzen im künftigen Stadtrat habe man keine Verluste erlitten.

„Wir haben aber auch nichts dazugewonnen.“ Küchler sieht die Christdemokraten ein bisschen unter die Räder gekommen. Denn: „Der Kampf in Gößnitz spielte sich vor allem zwischen den beiden Initiativen ab.“ Aktuell wisse die CDU in Gößnitz noch nicht, mit wem sie personell in den Stadtrat einziehen oder mit welchen Fraktionen sie zusammenarbeiten werde. „Wir haben noch einiges zu klären“, so Küchler. Das wolle man in aller Ruhe am Wochenende tun.

Die Gewählten

CDU mit Hans-Joachim Horny und Uwe Küchler; Linke mit Heike Wallat; SPD mit Hartmut Schubert und Lutz Dittel; Initiative Städtebund mit Jörg Porzig, René Toll, Kristin Heinig, Rolf Luksch, Ralf Wallat und Marcel Birkholz; BI ’89 mit Lutz Goerke, Michael Schwab, Ulrike Helbig, Mike Köhler und André Becker

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