Kultur

Das Altenburger Lindenau-Museum packt ein

Altenburg.  Am 4. April 2020 öffnet das leere Museum ein letztes Mal seine Türen, um einen letzten Blick zu ermöglichen. Anschließend beginnen die Bauarbeiten.

Laura Rosengarten, Wissenschaftliche Volontärin für Gemälde und Grafische Sammlung am Lindenau-Museum, packt fleißig. Ab 3. Dezember 2019 rollt der Umzug des Hauses in das Interim Kunstgasse 1 in Altenburg.

Laura Rosengarten, Wissenschaftliche Volontärin für Gemälde und Grafische Sammlung am Lindenau-Museum, packt fleißig. Ab 3. Dezember 2019 rollt der Umzug des Hauses in das Interim Kunstgasse 1 in Altenburg.

Foto: Jana Borath

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Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein altehrwürdiges weltbekanntes Kunstmuseum mit dem ganzen Inventar und allen Sammlungen aus dem Bestandsgebäude auszieht, um Baufreiheit für eine komplette Sanierung und Neueinrichtung zu schaffen, die 2023 abgeschlossen sein soll. Es ist ein spektakulärer Exodus von tausenden Objekten, aber auch der gesamten Büroeinrichtung der Mitarbeiter bis hin zum Kaffeelöffel. Im Lindenau-Museum Altenburg ist das in den nächsten Wochen und Monaten zu erleben. Im April 2020 beginnen die Bauleute im leeren Gebäude zu arbeiten. Alles, was man bewegen kann, wird in die Hand genommen. Ein einziges Exponat verbleibt im Gebäude: Der mächtige Abguss der „Paradiestür“ aus dem Baptisterium in Florenz wird verschalt und gesichert.

Im November 2018 wurde bekannt, dass Bundesrepublik Deutschland und Freistaat Thüringen die Sanierung und Erweiterung des Lindenau-Museums mit insgesamt 48 Millionen Euro fördern. Die Maßnahme umfasst zunächst die Sanierung des Lindenau-Museums. Möglich wird das alles durch die Auslagerung von Depots, Werkstätten, Büros und Grafischer Sammlung in den Herzoglichen Marstall am anderen Ende des Altenburger Schlossparks. Da die Planungen dafür erst im nächsten Jahr beginnen, benötigt das Lindenau-Museum ein Interim, das in dem Altenburger City Center in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes gefunden wurde. Die Adresse ist Programm: Kunstgasse 1.

Ziel ist, die wichtigen öffentlichkeitswirksamen Funktionen des Museums während der Sanierung aufrechtzuerhalten: Dauerausstellung, Kunstvermittlung und Kunstschule. Auch in Zukunft soll theoretischer und praktischer Kunstunterricht für alle Klassenstufen und natürlich der Museumsbesuch für die Jüngsten möglich sein. Das Studio wird alle bisherigen Angebote auch in den neuen Räumen im Interim weiter durchführen. Neben den Kursen werden auch Workshops und Projekttage, öffentliche Werkstätten und Familientage angeboten. Sonderausstellungen wird es in den kommenden Jahren in Altenburg auch geben, aber in eingeschränkter Form.

Ab Dienstag, 3. Dezember, ziehen die Mitarbeiter in ihre neuen Büros um. Mitte Dezember beginnt der Transport der Kunstwerke, der sich bis in den März ziehen wird. Am 2. Januar 2020 schließt das Lindenau-Museum, nur die Kunstschule, das Studio Bildende Kunst, begrüßt Kursteilnehmer noch bis Ende Januar. Das Studio schließt im Februar und wird im März 2020 in der Kunstgasse 1 seine Arbeit fortführen. Am 4. April 2020 öffnet das dann leere Museum ein letztes Mal seine Türen, um einen letzten Blick zu ermöglichen. Anschließend beginnen die Bauarbeiten. Im Rahmen der Altenburger Museumsnacht am 13. Juni 2020 wird das Interim Kunstgasse 1 mit einer Dauerausstellung eröffnet.

Umziehen werden 1200 Gemälde, 400 antike Vasen, 50.000 Arbeiten auf Papier, rund 30 Architekturmodelle und eine Reihe von kleineren Sammlungen, etwa 100 Plastiken des 18. bis 21. Jahrhunderts, 2200 Bände der historischen Kunstbibliothek Bernhard August von Lindenaus, 85 vollplastische Gipsabgüsse von Meisterwerken der Antike und Renaissance,160 Gipsreliefs, 35.000 Bücher der wissenschaftlichen Forschungsbibliothek des Museums.

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