Altenburger Chefarzt: Das lange Warten auf Spenderorgan bleibt

Altenburg.  Jörg Berrouschot, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurologische Intensivmedizin in Altenburg, zur Entscheidung des Bundestags.

Der ärztliche Direktor des Klinikums Altenburger Land, Jörg Berrouschot.

Der ärztliche Direktor des Klinikums Altenburger Land, Jörg Berrouschot.

Foto: Carsten Schenker

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In puncto Organspende bleibt in Deutschland alles, wie es ist. Wir müssen weiterhin ausdrücklich Ja zur Organspende sagen. Abgelehnt hat der Bundestag damit, dass jeder automatisch Organspender ist, es sei denn, er widerspricht.

Wie finden Sie die Entscheidung?

Ich finde die Entscheidung sehr schade. Persönlich bin ich für eine doppelte Widerspruchslösung, wie sie auch in Spanien praktiziert wird, die vorsieht, dass jeder, der nicht zu Lebzeiten widersprochen hat, ein potenzieller Organspender ist.

Wie wird sich die Entscheidung auf die Patienten auswirken, die auf ein Organ warten?

Es bleibt alles beim Alten. Die Patienten werden weiter sehr lange auf ein Spenderorgan warten müssen, denn es wird nicht mehr Organspender geben.

Denken Sie, dass sich künftig noch weniger Menschen als jetzt zu einer Organspende bereit erklären werden?

Das ist zu befürchten, weil sich an der grundsätzlichen Konstellation nichts ändert. Zu Lebzeiten wollen sich viele Menschen nicht mit dem Thema Organspende befassen. Ich sehe eine große Diskrepanz zwischen Geben und Nehmen. Wenn ich schwer erkrankt bin, nehme ich gern das lebensrettende Organ für mich, aber wäre ich auch potenziell bereit zu Geben? Bisherige Aufklärungskampagnen haben wenig Erfolg gezeigt.

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