Debatte um eine paradoxe Situation

Altenburg.  Chefin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Katrin Göring-Eckardt bei den Altenburger Stadtmenschen zu Gast. Lebhafte Diskussion mit Kulturschaffenden der Region zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Katrin Göring-Eckardt zu Gast im OpenLabUpdate bei den Altenburger Stadtmenschen und lebhafte Diskussion zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Künstlern und Kulturschaffenden

Katrin Göring-Eckardt zu Gast im OpenLabUpdate bei den Altenburger Stadtmenschen und lebhafte Diskussion zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie mit Künstlern und Kulturschaffenden

Foto: Torsten Grieger

Am Freitag, dem 23. Oktober, war Katrin Göring-Eckardt, Chefin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen zu Gast im OpenLab der Stadtmenschen in Altenburg.

Beeindruckt zeigte sich die Bündnisgrüne von den Angeboten der Stadtmenschen seit Beginn der Corona-Pandemie: vom Einkaufs-Service für ältere Menschen über das Seelsorge-Telefon bis hin zum Angebot zur Nutzung des OpenLabs für Veranstaltungen, die sonst aufgrund der Hygiene-Auflagen nicht hätten stattfinden können.

Im Mittelpunkt stand indes die Debatte mit Kulturschaffenden aus der Region über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeit. Anja Losse vom Tanzraum Altenburg sowie Stern (Combo) Meissen-Sänger und Keyboarder Manuel Schmid berichteten von ihren Schwierigkeiten, staatliche Unterstützung zu beantragen und zu erhalten. „78 wegen Corona abgesagte Konzerte kann man nicht aus dem Ersparten kompensieren", so Schmid.

Aber auch die staatlichen Kunst- und Kultureinrichtungen wie Lindenau- und Schloss-Museum, Burg Posterstein sowie das Theater Altenburg Gera leiden zunehmend unter den Folgen der Pandemie. Gleichwohl stehen sie zumindest bis jetzt finanziell immer noch bedeutend besser da als die vielen Freischaffenden, räumten Chefdramaturg Felix Eckerle vom Theater sowie Altenburger Museen-Chef Roland Krischke ein. Und so nahm er auch den Vorschlag von Maler und Bildhauer Thomas Suchomel, dass staatliche Institutionen Freischaffenden zum Beispiel durch Stipendien unterstützen könnten.

Jörg Neumerkel vom Jazzklub Altenburg berichtete von der paradoxen Situation, dass auf der einen Seite Fördermittel für Kultur nicht abgerufen werden können, während die Kulturschaffenden auf der anderen Seite ums wirtschaftliche Überleben kämpfen müssten.

Das sah auch Katrin Göring-Eckardt so und versprach, bei ihrem Gespräch mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in den nächsten Tagen eindringlich auf die Probleme der Kunst- und Kulturschaffenden hinzuweisen. „Darüber hinaus habe ich die Evangelische Kirche aufgefordert, die Kirchen als Veranstaltungsorte für Kunst und Kultur zu öffnen", so Göring-Eckardt. An die Teilnehmer der Gesprächsrunde appellierte sie abschließend, sich nicht zurückzuziehen und zu schweigen, sondern zu schauen, was an Veranstaltungen trotz Corona gehen könne.