Politik

Der Spielraum in Gößnitz bleibt eng

Gößnitz.  Wegen finanzieller Unwägbarkeiten wird die Kleinstadt auch in diesem Jahr keine großen Sprünge machen. Einiges wird aber doch angeschoben.

Die Gartenanlage Pleißenaue in Gößnitz wird in den nächsten Wochen aus Gründen des Hochwasserschutzes abgerissen. Im Hintergrund die Ruinen der alten Malzwerke.

Die Gartenanlage Pleißenaue in Gößnitz wird in den nächsten Wochen aus Gründen des Hochwasserschutzes abgerissen. Im Hintergrund die Ruinen der alten Malzwerke.

Foto: Andreas Bayer

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Das neue Jahr wird für die Stadt Gößnitz in wirtschaftlicher Hinsicht kein einfaches werden, sagt Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund). Aktuell werde der Haushaltsplan erstellt, und man hänge in einigen Punkten noch in der Luft. So habe man bislang immer noch keine Rückmeldung vom Bund erhalten, was die bereits 2018 beantragten Leader-Fördermittel für die Sanierung des Freibads betrifft.

„Es wird von Jahr zu Jahr schwerer, das Bad zu erhalten“, sagt der Rathauschef. Im Dezember habe man eine kleine Baumaßnahme dort anstoßen können, mit knapp 30.000 Euro an Eigenmitteln und etwa 85.000 Euro an Landesmitteln. „Alle Stadträte zeigen großes Interesse daran, das Freibad zu erhalten“, so Scholz. Das Lippenbekenntnis sei leicht ausgesprochen, doch falls tatsächlich einmal etwas passieren sollte, sei er persönlich haftbar. „Darum bin ich auch nicht dafür, dass ein Verein die Trägerschaft übernimmt.“

Ausbau in den Nebenstraßen

Dennoch werden auch in diesem Jahr an einigen Stellen in Gößnitz die Bagger rollen. Vor allem beim Straßenbau in den Neben- und Anliegerstraßen werde der Nachholbedarf gemeinsam mit dem Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) abgearbeitet. „Der ZAL ist da immer dabei, um die anliegenden Häuser in das Abwassernetz einzubinden. Da haben wir noch viel zu tun in den nächsten Jahren“, so der Verwaltungschef. Erschwert werden die Planungen dadurch, dass die Straßen oftmals sehr eng sind und kaum Fußwege vorhanden sind. Als eine der anstehenden Maßnahmen nennt Scholz die Kauritzer Straße, kurz hinter der Heimatstube. Auch wird derzeit diskutiert, ob und wie Hainichen an das Klärwerk Meerane angeschlossen werden kann.

Aktuell wird die Kleingartenanlage Pleißenaue zurückgebaut, sämtliche Lauben werden abgerissen, um einen ausreichenden Wasserdurchfluss zu gewährleisten. Im kommenden Jahr soll die Gartenanlage August Bebel dasselbe Schicksal ereilen, als Teil einer vom Land geforderten Hochwasserschutzmaßnahme. Dafür laufen derzeit Gespräche. „Das lief bisher alles fair ab, manche waren überrascht von der Höhe der gezahlten Entschädigungssumme“, bilanziert Scholz.

Das Thema Schrottimmobilien werde er weiter intensiv angehen, versichert Scholz. Gemäß des Grundsatzes „Eigentum verpflichtet“ hätte es längst neue Gesetze geben müssen, um säumige Eigentümer wie im Fall der Malzwerke leichter enteignen zu können, ärgert sich Scholz. Er versuche seit Jahren, Partner ins Boot zu holen, um infrastrukturmäßig neue Lösungen zu finden und damit vielleicht auch einige bedrohte Mehrfamilienhäuser zu erhalten. „Das bleibt weiterhin eine Riesenaufgabe für die Stadt“, sagt er.

„Wir sind viel zu wenig stolz auf das, was wir erreicht haben. Das ist auch weiterhin mein Wunsch für die Zukunft: das positive, gemeinsame Denken für die Stadt Gößnitz“, sagt Wolfgang Scholz. Er setze auf gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, denn nur das könne der Stadt nutzen.

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