Die Bereitschaft zu Arbeitskämpfen steigt

Andreas Bayer
Zum Abschluss der Kundgebung zum Tag der Arbeit gab es ein Gruppenfoto.

Zum Abschluss der Kundgebung zum Tag der Arbeit gab es ein Gruppenfoto.

Foto: Andreas Bayer

Altenburg.  IG Metall hält in Altenburg Kundgebung zum Tag der Arbeit ab

Der Einladung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur traditionellen Kundgebung auf dem Altenburger Markt folgten am 1. Mai rund 60 Personen. Die Veranstaltung fand unter Corona-Auflagen und dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ statt. Auf eine Hüpfburg oder andere spielerische Elemente wurde daher verzichtet.

Anstelle einer klassischen Hauptrede eröffneten Beschäftigte aus lokalen Betrieben die Runde. Angestellte von Meuselwitz Guss, Kelvion und des Armaturenwerkes Altenburg berichteten über ihre Schwierigkeiten, gewerkschaftliche Arbeit unter Pandemiebedingungen zu führen, sowie aktuelle Herausforderungen wie Kurzarbeit oder Homeschooling.

Steigende Bereitschaft zu Arbeitskämpfen

Der Regionalbetreuer der IG Metall, Tom Knedlhanz, führte aus, dass die Preise unaufhörlich steigen, die Löhne aber nicht im gleichen Maß. Die Bereitschaft der Angestellten, die Dinge so zu akzeptieren, wie sie sind, sinke. Darum schöpfe man ein neues Selbstbewusstsein. „Wir haben in den letzten fünf bis zehn Jahren eine Bewegung erlebt, welche die unternehmerische Willkür zurückdrängt und Tarifbindung erkämpft“, sagte Knedlhanz. Etwa zehn Betriebe im Altenburger Land in der Zuständigkeit der IG Metall hätten einen Betriebsrat und Tarifbindung. Allerdings verzeichne man eine steigende Mitgliederzahl sowie Bereitschaft, Haustarifverträge notfalls auch mit Streiks zu erkämpfen. Der gesetzliche Mindestlohn helfe den Beschäftigten schon sehr, ermögliche aber kein gutes Leben, so Tom Knedlhanz.

In Grußworten sprachen die Staatssekretärin Katharina Schenk (SPD) sowie der Landtagsabgeordnete Ralf Plötner (Die Linke). Schenk forderte auf, vor allem jenen mehr zu geben, die sich in der Krise als systemrelevant erwiesen hätten. Außer ein wenig Applaus sei die Wertschätzung ausgeblieben. Darum würden künftig eher weniger junge Menschen den Beruf eines Kranken- oder Altenpflegers ergreifen wollen. Zudem sei bereits klar, wer die Folgen der Krise bezahlen müsse.